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Länderspiel gegen USA
Wird Herrmann der 75. Debütant unter Löw?

Das sind Joachim Löws Debütanten
Das sind Joachim Löws Debütanten FOTO: afp, pst/dg
Düsseldorf. Seit knapp neun Jahren ist Joachim Löw Bundestrainer. 74 Spieler feierten seitdem ihre Länderspielpremiere. Patrick Herrmann von Borussia Mönchengladbach könnte der 75. werden. Und der Flügelspieler darf sich durchaus Hoffnungen auf sein Debüt machen. Von Antje Rehse

"Er hat sich im vergangenen Jahr gut entwickelt. Zu seiner Schnelligkeit ist einiges dazugekommen: Umkehrspiel, Organisation, Torgefährlichkeit", sagt Löw über den 24 Jahre jungen Mittelfeldspieler. Schon einmal hatte Löw den gebürtigen Saarbrücker Herrmann ins A-Team geladen, zu einem Einsatz aber war es im März 2013 gegen Kasachstan nicht gekommen. "Ich bin etwas älter und reifer geworden", sagt Herrmann jetzt.

In der abgelaufenen Saison hatte er bei seiner Borussia wesentlichen Anteil an der direkten Qualifikation für die Champions League. "Da hat er auch viel von der Arbeit mit Gladbachs Trainer Lucien Favre profitiert. Er hat seine neue Chance verdient, war ja bei uns schon einmal dabei. Im Hinblick auf die EM ist er einer der Spieler, die eine Rolle spielen könnten", erklärte Löw.

Fotos: Herrmann bereitet sich mit DFB-Team in Köln auf USA-Spiel vor FOTO: dpa, fg jai

Herrmann wäre nach Marko Marin, Marco Reus, Marc-André ter Stegen und Christoph Kramer der fünfte Profi von Borussia Mönchengladbach, der unter Löw sein Debüt gibt. André Hahn stand bei seiner Premiere noch beim FC Augsburg unter Vertrag, Roman Neustädter erhielt erst nach seinem Wechsel zu Schalke eine Chance.

Mit Malik Fathi und Manuel Friedrich fing "damals" alles an. Am 16. August 2006 trugen beide im ersten Länderspiel unter Bundestrainer Löw gegen Schweden erstmals das DFB-Trikot. Eine erfolgreiche Länderspielkarriere wurde es für beide nicht. Fathi durfte nach dem Debüt nur noch ein weiteres Mal ran – bei einem 15-minütigen Einsatz gegen Georgien. Auch mit der Vereinskarriere ging es für den gebürtigen Berliner steil bergab. Nachdem er nach Stationen bei Hertha BSC, Spartak Moskau, Mainz 05, Kayserispor und 1860 München eine zeitlang ohne Klub da stand, schloss er sich zu Beginn dieses Jahres dem spanischen Drittligisten CD Atletico Baleares an. Friedrich schaffte es immerhin noch auf acht weitere Einsätze unter Löw, aber nie zu einem großen Turnier. Zuletzt kickte der ehemalige Mainzer, der auch für Werder Bremen, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund aktiv war, in Indien für Mumbai City.

Bei insgesamt neun von Löws Debütanten blieb es bislang bei diesem einen Einsatz. Während Spieler wie Max Meyer, Leon Goretzka, Maximilian Arnold oder auch der Gladbacher Hahn aus Altersgründen aber durchaus auf weitere Chancen in der Nationalmannschaft hoffen dürfen, ist Spiel Nummer zwei im DFB-Team bei Tobias Weis und Marvin Compper nur schwer vorstellbar. Beide kickten zuletzt in der 2. Bundesliga. Weis, der am 2. Juni 2009 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate debütierte, war in der abgelaufenen Saison von 1899 Hoffenheim an den VfL Bochum ausgeliehen, Compper steht seit einem Jahr beim ambitionierten Zweitligisten RB Leipzig unter Vertrag.

Das ist Patrick Herrmann FOTO: afp, agz

Doch es gibt auch Erfolgsgeschichten unter den 74 Löw-Debütanten. 18 von ihnen wurden im Sommer 2014 Weltmeister. Erik Durm, Kevin Großkreutz, Matthias Ginter und die beiden Ersatzkeeper Roman Weidenfeller und Ron-Robert Zieler mussten dafür in Brasilien allerdings nicht eine Minute spielen. Auch Mario Götze, Torschütze des Siegtores im Finale gegen Argentinien, gab sein Länderspiel-Debüt unter Löw.

Noch ein weiterer schaffte es zur WM, wurde aber nicht Weltmeister. Jermaine Jones spielte am 6. Februar 2008 gegen Österreich erstmals für Deutschland, schaffte es auf insgesamt drei Einsätze im DFB-Trikot. Dann entschied er sich 2009 aber für einen Nationenwechsel und lief bei der WM für die USA auf. Am Mittwoch wird es ein Wiedersehen mit Löw geben: Jürgen Klinsmann berief Jones in den Kader für das Länderspiel gegen Deutschland in Köln.

Der bis dato letzte Debütant unter Löw war übrigens Jonas Hector. Der Profi des 1. FC Köln hofft am Mittwoch auf seinen dritten Einsatz – und auf ein Heimspiel.

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