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Kommentar zur Nationalmannschaft
Echte Stürmer dringend gesucht

Norwegen - Deutschland
Norwegen - Deutschland FOTO: rtr, /XG
Meinung | Oslo. Joachim Löw ist nach dem Aus im EM-Halbfinale durch das 0:2 gegen Frankreich durchaus zu einer überraschenden Analyse gekommen. Das bessere Team habe verloren. Löw, der Weltmeistertrainer, lässt sich in seinem Selbstbewusstsein auch ein paar Wochen danach nicht erschüttern. Immerhin hat er nun die eigentliche Schwachstelle ausgemacht. Von Gianni Costa

Natürlich nicht sein System, von dem er weiterhin überzeugt ist. Die Spieler, lautet die bahnbrechende Erkenntnis, müssten die Vorgaben nur besser und vor allem effizienter umsetzen. Von Demut ist im Vier-Sterne-Wunderland nach wie vor nichts zu spüren. Man ist mich sich sehr zufrieden. Vielleicht zu zufrieden?

Mit Blick auf die vergangenen Resultate wurde vom DFB-Tross flugs die Ausbildung der Offensivkräfte in Deutschland als das große Problem geortet. Das wiederum ist durchaus überraschend. Denn ausgerechnet Löw hat über Jahre einen klassischen Mittelstürmer für unnötig gehalten und sich am spanischen System orientiert – den Ball sozusagen ins Tor zu tragen. Nun ist ein Mario Gomez nicht genug. Der Neu-Wolfsburger wurde zum Auftakt gegen einen erwartungsgemäß nicht übermächtigen Gegner noch geschont.

Für Löw geht es in der Qualifikation für die WM in Russland 2018 um viel weitergehende Dinge. In einer nicht gerade angsteinflößenden Gruppe mit Tschechien, Nordirland, Aserbaidschan, San Marino und eben Norwegen geht es nicht um das "ob", sondern um das "wie". Nur der Gruppensieger kommt direkt weiter. In Oslo wurde maximal ein Spektakelchen geboten. Es war ein müder Kick.

Damit auch jeder den Ernst der Lage versteht, setzt Löw nun auch in seinem Sprachstil auf Offensive und fordert für die künftigen Auftritte "richtig Rambazamba".

Das ist auch nötig, um die etwas erlahmende Begeisterung für das Projekt "Die Mannschaft" wieder auf Betriebstemperatur zu bringen.

Quelle: RP
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