| 13.08 Uhr

Länderspiel gegen Australien
Löw: "Manche wollen Podolski gerne abschreiben"

Joachim Löw: Lukas Podolski ist immer mal wieder ein bisschen das Thema
FOTO: dpa, ua mbk nic
Kaiserslautern. Gegen Asienmeister Australien kamen die deutschen Fußball-Weltmeister nicht über ein 2:2 hinaus. Bundestrainer Joachim Löw sah ein "unterhaltsames" Spiel, richtete den Blick aber sofort wieder auf die weitaus wichtigere Partie am Sonntag in Georgien.

Wie fällt Ihr Fazit aus nach diesem 2:2 gegen Australien?

Joachim Löw: Das Spiel war unterhaltsam, weil es viele Chancen gab von unserer Seite, aber auch von Australien. Wenn ich es von der Trainerseite aus betrachte, war es auch ein hektisches Spiel von uns. Viele Dinge sind nicht so gelungen, wie wir uns das gewünscht hätten. Wir haben 1:0 geführt und hätten, können, müssen, sollen das 2:0 machen, vielleicht sogar das 3:0. Plötzlich liegen wir in der zweiten Halbzeit dann 1:2 hinten. In der Offensive gab es ein paar gute Aktionen. In der Defensive haben wir keinen Zugriff gehabt. Wir haben das Spiel nie gänzlich im Griff gehabt. Australien war frech und mutig. Es war ein guter Test, wir können einige Erkenntnisse mitnehmen. Die Mannschaft wird die Spannung Richtung Georgien noch mal erhöhen. Da werden wir mit noch mehr Konzentration auftreten.

Was sagen Sie zu den Torschützen Reus und Podolski?

Löw: Marco Reus war Monate nicht bei uns. Die Zeit, die er auf dem Platz war, hat er gut gespielt. Sein Tor war gut vorbereitet von Sami Khedira. Er ist energisch in den freien Raum gegangen und der Pass war klasse. Marco ist da auch gut mitgegangen.

Die Niederlage abgewendet hat dann ausgerechnet Podolski.

Löw: Lukas Podolski ist immer mal wieder ein bisschen das Thema. Manche, so hat man das Gefühl, wollen ihn gerne abschreiben. Aber man weiß, dass der Lukas immer für Belebung sorgen und für ein Tor sorgen kann. Es war sein 48. Tor für Deutschland, diese Quote spricht für sich. Der Lukas hat zwar wenig gespielt im letzten Dreivierteljahr und es wäre gut, wenn sich das ändert. Aber natürlich hat er noch eine gewisse Dynamik in seinem Spiel und auch körperlich gute Voraussetzungen. Und wenn er die zu hundert Prozent abruft, ist der Lukas immer gefährlich.

Sie haben das Experiment Dreierkette schon zur Halbzeit abgebrochen. Ist es damit auch für Georgien gestorben?

Löw: Nein. Wir haben in der Halbzeit umgestellt, weil Holger Badstuber raus musste. Er hatte leichte Probleme, eine Entzündung am Ansatz vom Hüftbeuger. Es ist aber nicht dramatisch. Das war der eine Grund. Es ist aber auch logisch, dass man nicht erwarten kann, dass alles funktioniert, wenn man nach ein paar Monaten einmal trainiert hat und das nicht methodisch aufgebaut ist. Es wird Zeit benötigen, wenn wir Veränderungen vornehmen wollen und eine zusätzliche Option haben wollen. Es werden auch mal Fehler passieren, dafür sind diese Testspiele auch da. Ich bin bereit, das Risiko auch mal einzugehen in solchen Spielen.

Sie haben Ron-Robert Zieler ins Tor gestellt. Warum? Und ist Manuel Neuer auf jeden Fall fit gegen Georgien?

Löw: Manuel Neuer ist auf jeden Fall wieder fit. Man musste ihm jetzt ein, zwei Tage Zeit lassen, weil sich sonst diese Schleimbeutelentzündung hätte verschlimmern können. Am Sonntag wird Manuel Neuer im Tor stehen. In Spanien, als wir 1:0 gewonnen haben, hat Ron ein sehr gutes Spiel gemacht. Deswegen ist heute die Entscheidung für Ron gefallen. An den Gegentoren kann er, glaube ich, nichts machen.

Wie beurteilen Sie das Comeback von Holger Badstuber und Ilkay Gündogan?

Löw: Zunächst mal bin ich wahnsinnig froh, dass beide Spieler nach vielen Qualen zurück sind. Sie haben sich in ihren Vereinen nach langen Verletzungspausen wieder auf ein gutes Niveau gebracht. Beide werden vielleicht noch zwei, drei, vier Monate brauchen, um diese überragende Verfassung zu erreichen, in der sie waren. Ilkay war nach der EM 2012 in unserem Spiel eine wichtige Stütze, der Holger war vorher schon dabei. Beide sind von ihren Qualitäten klasse Spieler. Auf ihrem Topniveau sind sie nicht, aber es wäre auch nicht gut, wenn man das erwarten würde. Aber für dieses Spiel war das für mich absolut in Ordnung.

In den letzten Qualifikationsspielen war das Toreschießen ein Problem. Welche Fingerzeige haben Sie da für Georgien gesehen?

Löw: Varianten sind bei uns jetzt wieder gegeben. Marco Reus ist zurück, ein Spieler, der auf verschiedenen Positionen spielen kann. Auch Thomas Müller wird am Sonntag wieder beginnen. Mit Mario Götze, Mesut Özil, André Schürrle, Lukas Podolski haben wir schon vorne Leute, die in der Lage sind, Tore zu erzielen. Ich sehe da kein grundsätzliches Problem. Wir sind ein bisschen im Hintertreffen. Das müssen wir wettmachen, aber das werden wir auch, weil die Mannschaft diese Qualität und diese Einstellung hat.

Bastian Schweinsteiger hat nicht gespielt. Gab es Probleme beim Kapitän oder wurde er nur geschont für Georgien?

Löw: Es gab keine Probleme. Die Aufstellung hatte ich für das heutige Spiel gewählt und überlegt, wen muss man nicht unbedingt ins Gefecht schicken. Wir gehen davon aus, dass Bastian am Sonntag spielt.

(dpa)
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