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Länderspiel gegen England
Holt Löw Kimmich und Tah in den DFB-Kader?

Das ist Joshua Kimmich
Das ist Joshua Kimmich FOTO: dpa, kno
Köln. Bundestrainer Joachim Löw gibt am Freitag seinen Kader für die Länderspiele gegen England und Italien bekannt. Überraschungen sind möglich.

Wackelkandidaten, Sorgenkinder und Patienten machen die erste Kader-Nominierung von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw im EM-Jahr zu einem echten Puzzle-Spiel. Debütanten wie Joshua Kimmich (21/Bayern München), Jonathan Tah (20/Bayer Leverkusen) und Mitchell Weiser (21/Hertha BSC) dürfen somit hoffen, am Freitag erstmals berufen zu werden. "Es kann durchaus sein, dass man sagt: Okay, es gibt eine Chance", deutete Löw bereits an.

Auch Lars Stindl (27/Borussia Mönchengladbach), Julian Weigl (20) oder Weltmeister Erik Durm (23/beide Borussia Dortmund) - seit November 2014 ohne Einsatz und seit Juni 2015 nicht nominiert - dürfen spekulieren, bei den Klassikern gegen England in Berlin (26. März/20.45, ZDF) und Italien in München (29. März/20.45, ARD) zum Aufgebot zu gehören. Vor den gleichzeitig letzten Tests vor der Bekanntgabe des Kader für die EM in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) ist also heftig Bewegung im Aufgebot des Weltmeisters.

In der Abwehr muss Löw die verletzten Jerome Boateng und Benedikt Höwedes ersetzen. Antonio Rüdiger kommt aus einer kurzen Verletzung, wird aber wohl dabei sein. Der zuletzt wie sein ganzes Team schwächelnde Tah und der in beiden Champions-League-Spielen gegen Juventus Turin an seine Grenzen stoßende Kimmich wurden von Löw bereits ausgiebig beobachtet und sicherten sich dabei auch viele Pluspunkte.

WM-Kapitän Lahm antwortete zuletzt auf die Frage, ob Kimmich ein Kandidat für die Olympischen Spiele sei: "Warum sollte er zu Olympia, wenn er die Chance hat, mit der A-Nationalmannschaft zur Europameisterschaft zu gehen?" Bei den Außenverteidigern hat Löw den Ex-Bayern Weiser im Blick, der lange verletzte Durm zeigte in Dortmund zuletzt starke Leistungen.

Im Mittelfeld überzeugte Weltmeister Christoph Kramer zuletzt so selten, dass er selbst öffentlich an seiner EM-Teilnahme zweifelte. Spannend wird sein, ob Löw den nach zweimonatiger Verletzung gerade vorsichtig zurückkehrenden Bastian Schweinsteiger nominiert. Da er den Kapitän bei den einzigen Tests vor dem Trainingslager wohl dabei haben will und für diesen gegen seine Wahlheimat England und in seiner bayerischen Heimat besondere Spiele anstehen, dürfte dies aber der Fall sein.

Auch weiteren Sorgenkindern wie Mario Götze, André Schürrle oder Lukas Podolski, dessen EM-Teilnahme Rekordnationalspieler Lothar Matthäus infrage stellte, wird der Bundestrainer wohl weiter den Rücken stärken. Fraglich ist dies im Fall von Max Kruse. Einige Schlagzeilen über den Wolfsburger dürften Löw zuletzt nicht gefallen haben, nachdem er ihn bereits kurz vor der WM aus dem Kader strich.

Bestimmt dabei sein wird dagegen Mario Gomez, auch wenn er im "EM-Aufgebot" des Klebebild-Herstellers Panini fehlt. Der 30-Jährige, bei der letzten EURO 2012 nur aufgrund von mehr Spielminuten gegenüber dem Spanier Fernando Torres nicht Torschützenkönig, führt mit Besiktas Istanbul die Tabelle und selbst mit 19 Treffern auch die Torjägerliste an.

Möglich, dass Löw zudem den Offensiv-Allrounder Stindl, der seit Jahren auf der Schwelle zum A-Team steht, mal in Augenschein nehmen will. Shootingstar Leroy Sané, der im November in Frankreich sein Debüt gab, fehlen dagegen derzeit die Argumente, da er selbst bei Schalke nur auf der Bank sitzt.

Einen deutlichen Fingerzeig Richtung EM könnte auch die Nominierung der wohl drei Torhüter liefern. Bundestorwarttrainer Andreas Köpke nannte zuletzt das Quartett Kevin Trapp, Marc-André ter Stegen, Ron-Robert Zieler und Bernd Leno als Kandidaten für die zwei Stellen hinter Platzhirsch Manuel Neuer. Favoriten dürften aktuell ter Stegen (FC Barcelona) und Trapp (Paris St. Germain) sein, die mit ihren Klubs wie Bayerns Neuer im Viertelfinale der Champions League stehen.

(sid)
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