Kurzlehrgang: Klinsmann gibt WM-Kader Mitte Mai bekannt
zuletzt aktualisiert: 31.01.2006 - 17:07Düsseldorf (rpo). Die deutsche Nationalmannschaft hat ihren zweitägigen Kurzlehrgang in Düsseldorf beendet. Und Bundestrainer Jürgen Klinsmann zeigt sich mit dem Start in das WM-Jahr äußerst zufrieden. "Wir haben die versprochenen Werbespots für unsere Partner abgedreht. Es wurde viel geleistet. Jetzt können wir uns voll und ganz auf das Sportliche konzentrieren", erklärte Klinsmann.
Der Bundestrainer setzt beim Projekt WM-Titel 2006 weiter auf ungewöhnliche Methoden. Bei der ersten Zusammenkunft seiner Kicker in diesem Jahr schickte Klinsmann seine Akteure am Montagabend in einer Fitnesshalle an die Kletterwand, anschließend wurden die 26 anwesesenden Spieler beim Italiener auf die heiße Phase bis zum WM-Start am 9. Juni eingeschworen. "Das war eine Idee von unserem Sportpsychologen Hans-Dieter Hermann unter dem Motto Team-Building. Alle haben begeistert mitgemacht", berichtete der Bundestrainer nach dem zweitägigen Kurzlehrgang am Rhein.
Im Mittelpunkt des Treffens, an dem die Spieler lediglich ein paar Regenerationseinheiten im Hotel absolvierten, stand zudem die Erledigung unangenehmer Pflichtaufgaben. Von den potenziellen WM-Kandidaten fehlten in der NRW-Metropole lediglich die beiden England-Legionäre Robert Huth (FC Chelsea) und Jens Lehmann (FC Arsenal).
"Die Spieler müssen schließlich wissen, was auf sie zukommt und das auch mit ihren Familien besprechen", sagte Klinsmann, der es seinen Akteuren überlässt, ob sie zum Regenerations-Trainingslager auf Sardinien (16. bis 20. Mai) ihre Ehepartner oder Lebensgefährtinnen mitnehmen. "Es ist noch keine Entscheidung gefallen. Ich würde das aber begrüßen", teilte der 41-Jährige mit. Klinsmann dementierte, dass er in Düsseldorf den Profis auch einen WM-Knigge mit auf den Weg gegeben hat: "Es wurden keine Verhaltensregeln aufgestellt. Die Spieler sind erwachsene Profis, die wissen, was sie tun müssen. Wir haben ihnen nur gesagt, dass sie mehr tun müssen als andere und im Verein beweisen sollen, warum sie Nationalspieler sind. Respekt, Unterstüzung und fairer Umgang miteinander sind selbstverständlich. " Welche 23 Spieler dann letzlich zur WM fahren, wird der Bundestrainer am 14. Mai in Berlin bekannt geben. "Bis dahin steht die Türe für alle offen", so Klinsmann.
Der Bundestrainer teilte zudem mit, dass die aktuellen Vertragsverhandlungen seines Kapitäns Michael Ballack oder auch des Kölners Lukas Podolski die Vorbereitung auf die WM (9. Juni bis 9. Juli) nicht stören würden: "Das ist alleine die Sache der Spieler. Es ist auch nicht problematisch, wenn einer während des Turniers noch keinen Verein hat. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. So eine Situation hat mich früher sogar zusätzlich motiviert."
Verraten wollte der Bundestrainer aber nicht, mit wem er in Düsseldorf Einzelgespräche geführt hat: "Das ist kein Thema für die Öffentlichkeit." Dass Christian Wörns, der zuletzt kritische Töne angeschlagen hatte, oder dessen Dortmunder Vereinskamerad Sebastian Kehl, der bislang noch nicht unter Klinsmann zum Einsatz kam, zum Vieraugengespräch gebeten worden sein dürfte, ist aber kein Geheimnis.
Die Nationalmannschaft trifft sich am 26. Februar in Frankfurt/Main wieder zur Vorbereitung auf ihr erstes Länderspiel des Jahres am 1. März in Florenz gegen Italien. Klinsmann, der Kehl für dieses Match eine Nominierung in Aussicht stellte, kündigte zudem vor dem darauf folgenden Länderspiel in Dortmund gegen die USA (22. März) einen weiteren Fitnesstest an, zu dem 28 Kandidaten eingeladen werden: "Davon versprechen wir uns weitere Aufschlüsse."
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