Bundestrainer rechnet bald wieder mit Deisler-Einsatz: Klinsmann: "Wir hinken hinterher"
zuletzt aktualisiert: 20.10.2004 - 10:34Berlin (rpo). Sebastian Deisler steht unter ständiger Beobachtung. Ob die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit seine psychischen Probleme auslöst oder andersherum, lässt sich schon lange nicht mehr sagen. So oder so sind die Konsequenzen für Bundestrainer Jürgen Klinsmann klar: Die psychologische Betreuung von Fußball-Profis muss besser werden, fordert er in einem Interview.
Klinsmann macht sich angesichts der erneuten gesundheitlichen Probleme von Sebastian Deisler abermals für den Einsatz von Psychologen im Profi-Fußball stark. "Was den psychologischen Bereich angeht, haben wir uns nicht weiterentwickelt. Während es in anderen Sportarten normal ist, mit Psychologen zu arbeiten, hinken wir im Fußball einfach hinterher", sagte er der Tageszeitung Die Welt.
"Was die Nationalmannschaft betrifft, führen wir bereits Gespräche, wie wir diesen Bereich optimieren können", ergänzte der 40-Jährige. Bereits bei seinem Arbeitsbeginn im Juli hatte Klinsmann erklärt, für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einen Mentaltrainer engagieren zu wollen: "Jetzt müssen wir sehen, wie es in der Praxis funktionieren kann". Der Betreuer müsse "menschlich passen, er muss ein guter Typ sein".
Angesichts des gesundheitlichen Rückschlags von Deisler macht sich Klinsmann selbst keine Vorwürfe. Die Berufung des 24-Jährigen zum Länderspiel gegen Brasilien Anfang September sei nach Absprache mit dem FC Bayern erfolgt. Einen langfristigen Ausfall von Deisler erwartet der Bundestrainer nicht. "Wir machen uns keine Sorgen, da wir wissen, dass Sebastian von Fachleuten umgeben ist und richtig behandelt wird."
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