Mannschaftsporträt: Kroatien - kleiner Heimvorteil dank Bundesliga-Power?
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 14.11.2005 - 10:06Düsseldorf (rpo). Für die kroatische Nationalmannschaft ist die Weltmeisterschaft in Deutschland beinahe so etwas wie ein Heimspiel. Immerhin fünf Akteure aus der Bundesliga dürfen sich mehr oder weniger große Hoffnungen auf die Teilnahme an der WM-Endrunde machen. Die Fans in den Stadien treffen also auf einige Bekannte aus der Bundesliga.
Die Kovac-Brüder dürften dabei als gesetzt gelten im Team von Zlatko Kranjcar. Auch wenn Robert, einst bei Bayer und Bayern aktiv, nicht mehr hierzulande sondern bei Juventus Turin kickt, kennt er doch die meisten Stadien, in denen die Kroaten bei ihrer dritten WM-Teilnahme in Folge spielen werden. Der Herthaner Niko Kovac würde natürlich gerne in „seinem“ Stadion am Ende des Turniers spielen.
Der Finaleinzug der Kicker vom Balkan wäre allerdings eine große Überraschung. Auch wenn sich Kroatien als Gruppensieger – immerhin vor Schweden – für das Turnier qualifizierte, dürften nur grenzenlose Optimisten dem Team einen so weiten Vorstoß zutrauen. Trotzdem ist das Land im internationalen Fußball längst keine Randerscheinung mehr.
1998, bei der ersten WM-Teilnahme, in Frankreich spielte sich das Team um Torschützenkönig Davor Suker bis ins Halbfinale und am Ende auf Platz drei. Auf dem Weg dahin erlebte die deutsche Auswahl eine der finstersten Stunden bei einem WM-Turnier gegen die Ex-Jugoslawen. Vier Jahre später aber in Japan und Südkorea enttäuschte das Team ebenso wie bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal.
Für 2006 aber haben sich die Mannen vom Balkan wieder viel vorgenommen. Mit Ivan Klasnic soll einer der torgefährlichsten Bundesliga-Stürmer auch im Nationaltrikot für Erfolge sorgen. Dazu kommen eventuell Herthas Josip Simunic, Leverkusens Marko Babic sowie Werders Jurica Vranjes. Trainer Zlatko Kranjcar vertraut neben den Bundesliga-Akteuren auf seinen Sohn Niko. Der Spieler von Hajduk Split gilt als der aufstrebende Star der Kroaten.
Das ist bislang noch Dado Prso. Der Stürmerstar der Glasgow Rangers ist die Hoffnung der Kroaten im Angriff. Im Mittelfeld sollen derweil Igor Tudor und Darijo Srna brillieren. Alles in allem kann Kranjcar auf eine eingespielte Truppe zurückgreifen, die sicherlich für die ein oder andere Überraschung gut sein dürfte.
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