"Er hat etwas Außergewöhnliches"

Sané plant seinen Durchbruch bei der Nationalelf

Premier League 17/18: Leroy Sané erzielt Doppelpack gegen FC Liverpool und Jürgen Klopp FOTO: afp

Frankfurt/Main . Nach seinen starken Auftritten bei Manchester City will Leroy Sane auch in der Nationalmannschaft durchstarten. Bundestrainer Joachim Löw lobt den Offensivmann in höchsten Tönen.

Leroy Sane hatte keinen guten Sommer. Erst das Aus für den Confed Cup wegen einer Nasen-OP, dann Hohn und Spott der Kollegen wegen seines großflächigen Rücken-Tattoos, das ihn selbst in Jubelpose zeigt. Schließlich bemängelte Teammanager Pep Guardiola auch noch deutlich die schwache Vorbereitung des Nationalspielers.

Nur wenige Wochen später hat der 21-Jährige seine Kritiker mit starken Leistungen bei Manchester City verstummen lassen. Als Lohn holte ihn Bundestrainer Joachim Löw für die abschließenden WM-Qualifikationsspiele am Donnerstag in Belfast gegen Nordirland und am Sonntag (beide 20.45 Uhr/Live-Ticker) in Kaiserslautern gegen Aserbaidschan in den Kreis des Fußball-Weltmeisters zurück.

"Er hat schon etwas Außergewöhnliches im Spiel und diese Schnelligkeit, die man international braucht", lobte Löw den trickreichen Flügelspieler. Dieses "Außergewöhnliche" will Sane nun gerne häufiger in der Nationalmannschaft zeigen. Bislang gelang dem Ausnahmetalent in sechs Länderspielen (247 Minuten) kein Treffer.

Die Gelegenheit, diese Bilanz beim Confed Cup zu verbessern, musste er verstreichen lassen. "Ich wäre gerne in Russland dabei gewesen", sagte Sane. "Ich habe mich in Rücksprache mit den Ärzten entschieden, die Sommerpause für diesen Eingriff zu nutzen, um danach beschwerdefrei in die neue Saison zu starten."

Dennoch kam er in dieser Spielzeit nur langsam auf Touren. Nach seiner starken Debüt-Saison auf der Insel mit neun Toren und acht Vorlagen in 37 Pflichtspielen spielte der Ex-Schalker in den Planungen von Guardiola zunächst keine Rolle. Er habe keine gute Vorbereitung absolviert, sei nicht gut in den Testspielen gewesen und habe es daher nicht verdient gehabt zu spielen, kritisierte der spanische Star-Trainer.

Schneller als T-Rex

Sane ist inzwischen zwar immer noch nicht in der Stammelf im Starensemble des Premier-League-Spitzenreiters gesetzt, doch in den vergangenen Wochen hat er reichlich Eigenwerbung betrieben. "Wir wussten aus der letzten Saison, was Leroy für ein großartiges Talent ist", sagte Mitspieler Fernandinho: "Nun zeigt er das wieder."

Am Samstag unterstrich Sane seine immense Schnelligkeit, indem er den Geschwindigkeitsrekord in der Premier League gebrochen hat. Der 21-Jährige wurde beim 1:0-Auswärtssieg gegen den FC Chelsea bei einem Sprint mit 35,48 km/h gemessen. "Damit ist er schneller als ein T-Rex", schrieb die Zeitung The Sun.

Sane übertraf die bisherige Bestmarke des englischen Nationalspielers Jamie Vardy (35,44 km/h) aus Leicester Citys Meistersaison 2015/2016. Allerdings werden die erreichten Geschwindigkeiten erst seit 2014 aufgezeichnet. Zum Vergleich: Sprintstar Usain Bolt lief bei seinem 100-m-Weltrekord im Jahr 2009 (9,58 Sekunden) im Schnitt 37,58 km/h, die Höchstgeschwindigkeit betrug dabei 44,72 km/h.

Fünf Tore und zwei Vorlagen in 505 Minuten bei zehn Pflichtspieleinsätzen überzeugten auch Löw, der Sane vor der Nominierung persönlich in England unter die Lupe nahm. "Natürlich muss er noch ein bisschen dazulernen", betonte der Bundestrainer zwar, doch Guardiola stellte erfreut fest: "Er verbessert sich bei den einfachen Dingen."

Die Diskussionen über sein neues Kunstwerk auf dem Rücken sind damit verstummt. Dabei war es auch bei Sanes Mitspielern ein großes Thema. "Was für ein beschissenes Tattoo. Ich bin Leroy Sane und ich bin in mich selbst verliebt", schrieb Raheem Sterling. Von Sanes Spiel ist Sterling derzeit deutlich mehr angetan.

(ems/sid)

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