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Oliver Bierhoff DFB PK Panorama apn2010
  Foto: DAPD, APN
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Machtkampf beim DFB: Löw bindet sich an Bierhoff

VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 - 08:48

Düsseldorf (RP). Im Machtkampf mit dem DFB bilden der Bundestrainer und der Teammanager eine entscheidende Achse. Sie wollen ihre Verträge nur gemeinsam verlängern – mit den anderen Trainern der Fußball-Nationalmannschaft.

Oliver Bierhoff hat als Fußballer stolze Erfolge vorzuweisen. Er bestritt 70 Länderspiele, 22 Mal als Kapitän, und wurde 1996 Europameister; beim Londoner EM-Finale gegen Tschechien erzielte er beide Tore (also auch das "Golden Goal") zum 2:1-Sieg. Er war Fußballer des Jahres 1998, in Italien Meister und Torschützenkönig. Im Vergleich dazu nimmt sich die aktive Karriere von Joachim Löw recht bescheiden aus mit 52 Bundesliga-Einsätzen für Stuttgart, Frankfurt und Karlsruhe.

Der frühere Stürmerstar und der Ex-Profi, dem die Tür zur Nationalmannschaft verschlossen blieb, der dann aber 2006 zum Bundestrainer aufstieg: Heute sehen sie sich als ein Tandem, das sich im Dienst für den DFB nicht entzweien lassen will. Löw und Teammanager Bierhoff stehen im Mittelpunkt eines Vertragspokers mit dem Verband, eines aufsehenerregenden Machtkampfs. Sie wollen ihre Verträge nur gemeinsam verlängern, wenn es nach der WM in Südafrika überhaupt noch dazu kommt. Und sie möchten dies auch nur im Verbund mit Assistenzcoach Hansi Flick, Torwarttrainer Andreas Köpke und Chefscout Urs Siegenthaler. Löw: "Wir sind ein Team. Wir haben in der Vergangenheit exzellent zusammengearbeitet und wollen das auch weiter tun."

Bierhoff und Löw – der 50-Jährige soll nun plötzlich wieder Favorit auf die Nachfolge des türkischen Nationaltrainers Fatih Terim sein – sehen sich nach dem einstweiligen Abbruch und der Vertagung der Vertragsgespräche bis zur Zeit nach der WM dem Verdacht ausgesetzt, das Nationalteam immer weiter vom DFB abkoppeln, verselbstständigen zu wollen und überzogene finanzielle Forderungen gestellt zu haben. Löw, der bislang aufgrund seiner hohen fachlichen Qualitäten und seines sympathisch-souveränen Auftretens hohes Ansehen genoss, droht durch die Ereignisse der vergangenen Tage ein Imageverlust in der Öffentlichkeit. Vielleicht wehrt er sich gerade deshalb in Interviews so vehement gegen den DFB. Und Bierhoff scheint wieder einmal der Part des Buhmanns und Prügelknaben zugewiesen. Angeblich wollen ihn große Teile im DFB weghaben.

Der frühere Mönchengladbacher Meisterspieler Günter Netzer urteilte in der "Bild am Sonntag" scharf: "Ich betrachte Oliver Bierhoff als zentrale Figur und Verursacher dieser unnötigen Auseinandersetzung. Bierhoff unterliegt einer grandiosen Fehleinschätzung seiner Person, aber vor allen Dingen seiner Bedeutung für die Nationalmannschaft. Er hält sich zwar selbst für unverzichtbar, ist es aber nicht. Fatalerweise und für mich unerklärlich hat Löw ihm die Verhandlungsführung für alle Beteiligten übertragen. Und sich dadurch instrumentalisieren lassen." Löw und Bierhoff wirken wie eine unzertrennliche Einheit bei der Durchsetzung der Gesamtinteressen von Trainerstab und Manager. Das macht beide stark und verhindert eine Entschärfung des Konflikts dadurch, dass Löw seine Interessen und die der Trainerkollegen ohne Bierhoff vertreten würde.

Dem "Kicker" zufolge soll Bierhoff mittlerweile zurückgerudert sein und erklärt haben, das von ihm eingeforderte Vetorecht sei "keine Bedingung für ein Weitermachen". Der 41-Jährige hatte verlangt, "dass ohne meine Zustimmung kein Bundestrainer ausgewählt werden kann, aber nur im Zeitraum von 2010 bis 2012". Dem Fernsehsender "Sky" sagte Bierhoff, er habe in den letzten Tagen keinen Rücktritt in Erwägung gezogen. "Ich möchte aber niemandem im Wege stehen", fügte er hinzu. Wenn einer der Verantwortlichen das fordern würde, "dann würde ich sagen: Wir lassen es bleiben". Derzeit stünden aber alle Trainer voll zu ihm.

Laut "Bild" will Oliver Bierhoff nun einen Friedensgipfel. Am liebsten wäre ihm, so die Zeitung, "jetzt ein Gespräch mit allen vier Beteiligten, um die Dinge zu klären". Ein Treffen mit Joachim Löw, DFB-Präsident Theo Zwanziger und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

Quelle: RP

 
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