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Joachim Loew Thomas Mueller Panorama AP 2011
  Foto: AP, AP
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EM-Qualifikation gegen Österreich: Löw setzt auf bewährtes Spitzen-Personal

zuletzt aktualisiert: 02.09.2011 - 17:01

Düsseldorf (RPO). Die Vorgabe von Joachim Löw für einen Sieg gegen Österreich war an Eindeutigkeit nicht zu überbieten. "Wir lassen nichts anbrennen. Ich spüre, dass bei allen Spielern die Konzentration hoch ist. Wir werden das Spiel gewinnen", sagte der Bundestrainer.

Mit dem achten Erfolg im achten Qualifikationsspiel für die Fußball-Europameisterschaft 2012 soll in Gelsenkirchen die Tabellenführung der Gruppe A betoniert und die "Blitz-Quali" perfekt gemacht werden. "Es war unser Ziel, die Qualifikation so schnell wie möglich zu erreichen. Schneller geht es nicht", sagte Löw. Ist am Freitagabend gegen 22.25 Uhr das Euro-Ticket wirklich gezogen, wäre Deutschland das erste der 14 Länder, die neben den EM-Gastgebern Polen und Ukraine an der Endrunde (8. Juni bis 1. Juli) teilnehmen werden.

Streben nach Perfektion

Für das Streben nach Perfektion, das Team bis zum nächsten Sommer auf absolutes Weltklasseniveau zu hieven, versprachen die Nationalspieler nicht nur den unmissverständlichen Anspruch Löws nach drei Punkten gegen Austria zu erfüllen. "Unser Ziel ist es, die komplette Gruppenphase ohne Punktverlust zu überstehen", sagte Vizekapitän Bastian Schweinsteiger.

Das 1A-Zeugnis, als erste deutsche Mannschaft nur mit Siegen eine Ausscheidungsrunde zu meistern, können er und die Kollegen bei den abschließenden Qualifikationspartien im Oktober gegen die Türkei in Istanbul und gegen Belgien in Düsseldorf ablegen.

"Wir wollen wie gegen Brasilien großen Druck auf Österreich machen und auch fußballerisch überzeugen", sagte Löw. Der 51-Jährige verlangt nicht nur Siege, er fordert zudem schöne, das Publikum begeisternde Erfolge. Dafür schürt der Badener immer stärker den internen Konkurrenzkampf und gibt den jungen, nachrückenden Spielern eine glänzende Perspektive.

"Ich bin froh, dass sie sich so bekämpfen beim Kampf um einen Platz in der Mannschaft", sagte Löw, als er den Zweikampf zwischen Klose und Mario Gomez um die Mittelstürmer-Position sprach, aber das Gleiche gilt auch für die verschärfte Konkurrenz in allen anderen Mannschaftsteilen. Gomez (FC Bayern) fehlt wie Sami Khedira (Real Madrid) wegen Verletzung, aber wegen der insgesamt gestiegenen Qualität im 21-Mann-Kader werden sie nicht einmal vermisst.

Mertesacker will "Thron erklimmen"

Da ein Remis gegen Österreich und selbst eine Niederlage die EM-Teilnahme wegen des großen Vorsprungs auf die Verfolger aus der Türkei, Belgien und Österreich eigentlich nicht mehr gefährden kann, hat für Löw die Vorbereitung auf die EM schon begonnen. Auch das allerhöchste Ziel, im nächsten Jahr den Spaniern den Titel abspenstig zu machen, hat sein Personal bereits verinnerlicht. Die Österreicher haben die Nationalspieler vor der Brust, die EM nächstes Jahr schon im Kopf.

"Es wäre schön, wenn wir mit einem Schuss mehr Qualität den Thron erklimmen könnten", sagte Per Mertesacker, der sich mit dem Wechsel von Bremen zum FC Arsenal nach London einen Jugendtraum erfüllt hat. "Es wird Zeit für einen Titel", erklärte Mesut Özil, der in Gelsenkirchen an seine erste Profi-Station zurückkehrt. "Mir fehlt nur noch, ein großes Turnier zu gewinnen", sagte Miroslav Klose, der mit der DFB-Auswahl 2002 Vizeweltmeister und 2008 Vizeeuropameister, dazu 2006 und 2010 jeweils WM-Dritter wurde.

Duo Kroos-Özil erste Wahl - Götze erstmal auf der Bank

Dass die gerade dem U21-Juniorenalter entsprungenen Spieler den Leistungsdruck erhöhen, ist in jedem Training zu beobachten. Mario Götze oder Andre Schürrle besitzen zweifellos das Format von A-Nationalspielern. Aber Löw nutzt sie noch als "Druckmittel" und vertraut für das Duell gegen das Nachbarland weitgehend seinem Stammpersonal, wie er mit seiner ungewöhnlich offenen Ankündigung zur Teamaufstellung unterstrich.

Auf die Variante, die beiden offensiven Mittelfeldspieler Özil und Götze gemeinsam beginnen zu lassen, verzichtet der Bundestrainer. Das Mittelfeld wird mit Özil (Real Madrid), den drei Münchnern Thomas Müller, Toni Kroos und Schweinsteiger sowie Lukas Podolski (Köln) besetzt. Als einzige Sturmspitze wird Klose (Lazio Rom) aufgeboten.

In der Abwehrreihe werden vor Torwart Manuel Neuer (FC Bayern) als rechter Verteidiger Benedikt Höwedes (Schalke), der damit auf seinen Schalker Kollegen Christian Fuchs als Gegenspieler trifft, und als linker Verteidiger Philipp Lahm (FC Bayern) stehen. Lediglich bei der Personalauswahl für die beiden Innenverteidiger-Positionen deckte Löw vor dem Abschlusstraining am Donnerstag abend in Düsseldorf seine Karten nicht auf.

Wahrscheinlich wird Mertesacker nach einer halbjährigen Pause in das Team zurückkehren, an seiner Seite würde Holger Badstuber (FC Bayern) oder Mats Hummels (Dortmund) einen Posten in der zentralen Abwehr erhalten. Aber auch der Verzicht auf erfahrenen Mertesacker ist möglich, weil der 26-Jährige in den letzten Tagen sehr mit seinem Wechsel beschäftigt war und sogar beim Training am Dienstag fehlte.

Quelle: DAPD/rüb

 
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