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Bundestrainer macht Urlaub: Löw will Thema Ballack ein für allemal beenden

zuletzt aktualisiert: 13.06.2011 - 15:49

Köln (RPO). Joachim Löw genießt derzeit seinen Urlaub. In einem Jahr will der Bundestrainer mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM 2012 den Titel gewinnen. Zuvor muss er aber noch die Personalie Michael Ballack klären, dessen Zeit in der DFB-Auswahl abgelaufen ist.

Zurzeit genießt Joachim Löw ein paar freie Tage in seiner Heimat Freiburg, nächste Woche will er gemeinsam mit seiner Frau Daniela in die Sonne düsen. Zuvor soll und muss aber noch die Personalie Michael Ballack geklärt werden, die den deutschen Fußball seit einem Jahr in Atem hält. "Wir haben bislang noch nicht miteinander gesprochen. Aber das Gespräch wird zeitnah stattfinden. Es ist in unser aller Interesse, dass es jetzt bald eine Klärung gibt", sagte Löw der Bild am Sonntag über seinen Kapitän außer Dienst, der in seinen Planungen keine Rolle mehr spielt.

Mit großer Wahrscheinlichkeit bietet der Bundestrainer Ballack an, dass der 34-Jährige beim Länderspiel gegen Brasilien am 10. August in Stuttgart ein inoffizielles Abschiedsspiel bestreiten darf. Ob Ballack, der sein 98. und bislang letztes Länderspiel am 3. März 2010 gegen Argentinien (0:1) absolviert hat, dieses Angebot annimmt, ist aber fraglich.

Dass er selbst in der Nationalelf keine Rolle spielt, wird Ballack aber allerspätestens zu Beginn des Monats gemerkt haben, als Löw in der EM-Qualifikation gegen Österreich und Aserbaidschan trotz großen Personalmangels im defensiven Mittelfeld auf Ballack verzichtete - stattdessen einen Benedikt Höwedes oder Sebastian Rudy bevorzugte.

Ballack hatte von diesen Spielen nicht viel mitbekommen, war mit Freunden in Miami und reflektierte seine Saison bei Bayer Leverkusen. "Es war so abgesprochen zwischen uns, dass er nach einer für ihn nicht leichten Saison erst einmal Abstand bekommt", sagte Löw, der sich ein Jahr vor der EM in Polen und der Ukraine ansonsten nicht verrückt machen lassen will.

Im Hinblick auf die EM will er sich bei seiner Kaderplanung genug Zeit lassen: "Ich werde das nächste halbe Jahr nutzen, um weiter zu probieren und zu experimentieren. Natürlich gibt es einen festen Kern. Spieler wie Mertesacker, Lahm, Schweinsteiger, Podolski und Klose sind seit vielen Jahren feste Größen. Dazu kommen seit einem Jahr Özil, Khedira, Neuer, Müller und jetzt natürlich auch Gomez. Grundsätzlich glaube ich jedoch, dass im nächsten Jahr noch viel Bewegung in die Nationalmannschaft kommt."

Deshalb wird der endgültige Kader erst kurz vor dem Turnier feststehen: "Ich bin weg von der Meinung, dass ich schon ein halbes Jahr vor der EM die Stammelf gefunden haben muss. Im Gegenteil, es ist sogar wahrscheinlich, dass im November gegen Holland im letzten Testspiel des Jahres eine andere Mannschaft aufläuft als später bei der EM. Ich weiß, dass die vier Wochen vor der EM die entscheidende Phase sind im Kampf um die Stammplätze", sagte Löw.

Unter anderem beschäftigt den 51-Jährigen die Situation im Sturm, wo Bundesliga-Torschützenkönig Mario Gomez dem noch vor wenigen Wochen gesetzten Miroslav Klose den Platz streitig macht. Klose, der schon bei Bayern München hinter Gomez ins zweite Glied gerückt war, will nach der Sommerpause bei Lazio Rom neu angreifen und seinen Stammplatz bei der DFB-Auswahl erfolgreich verteidigen.

"Es wäre für Miro nicht einfach gewesen, noch eine Saison auf der Bank zu sitzen. Mario Gomez ist bei Bayern nach der starken Saison gesetzt. Und für Miro ist es jetzt im Hinblick auf die EM wichtig, dass er spielt. Und es ist positiv, dass er in seinem neuen Verein vor einer neuen Herausforderung als Stammspieler steht und mehr Wettkampfpraxis bekommt", kommentierte Löw den Wechsel des WM-Torschützenkönigs von 2006.

Der Bundestrainer schloss nicht aus, dass die beiden Konkurrenten künftig zusammen auf Torejagd gehen: "Es ist für mich eine Überlegung für die Zukunft, auch mit Mario und Miro zu spielen und ihnen gemeinsam in einem anderen System eine Chance zu geben."

Ferner machte sich Löw auch Gedanken über die künftige Rolle seines Kapitäns Philipp Lahm, der bei den Bayern wieder von der rechten auf die linke Seite der Viererkette wechseln könnte. "Ich werde demnächst mit Jupp Heynckes sprechen, auf welcher Position er künftig mit Philipp plant. Es ist denkbar, dass ich mich an seine Entscheidung anpasse", sagte der Bundestrainer.

Quelle: SID/jaso

 
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