| 18.48 Uhr

"Wir wissen, was er kann"
Podolski spielt bei Löw auf Bewährung

Fotos: Kölsche Jung, Stimmungskanone, Weltmeister
Fotos: Kölsche Jung, Stimmungskanone, Weltmeister FOTO: Screenshot Twitter
Weltmeister Lukas Podolski will sich bei seinem Klub Galatasaray Istanbul für die EM-Endrunde 2016 in Frankreich empfehlen.

Die Fans kreischten und skandierten lautstark "Poldi, Poldi." Als Türkei-Legionär Lukas Podolski dann vor dem Teamhotel aus dem schwarzen Van stieg, gab es kein Halten mehr. Alle wollten ein Selfie, oder mindestens ein Autogramm von dem Weltmeister, den viele nach seiner verkorksten Saison bei Inter Mailand schon in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft abgeschrieben hatten.

Umso mehr genoss der 30-Jährige das Bad in der Menge, eher er auch von Joachim Löw in den Arm genommen und herzlich begrüßt wurde. "Er hat bei der Nationalmannschaft fast noch nie enttäuscht. Wir wissen, was er kann", sagt der Bundestrainer und begründet damit die erneute Nominierung des Offensivspielers von Galatasaray Istanbul.

Podolski ist mit 125 Einsätzen der mit Abstand erfahrenste Spieler im Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft für die beiden wichtigen EM-Qualifikationsspiele gegen Polen am Freitag und drei Tage später in Glasgow gegen Schottland (beide 20.45 Uhr/Live-Ticker).

Fans empfangen Podolski am Istanbuler Flughafen FOTO: ap

"Natürlich freue ich mich, dass ich wieder dabei bin und der Bundestrainer mir vertraut", sagt Podolski, für den vor allem das Spiel gegen Tabellenführer Polen in Frankfurt/Main einen außergewöhnlichen Stellenwert hat. "Spiele gegen Polen sind für mich immer etwas ganz Besonderes", sagt Podolski, der im polnischen Gleiwitz geboren wurde. Seine Ehefrau Monika stammt ebenfalls aus Polen.

"In Polen sind meine Wurzeln, dort lebt ein Teil meiner Familie. Da ist es doch normal, dass solche Spiele für mich sehr emotional sind", sagt Podolski, der sich noch gut an die 0:2-Niederlage im Hinspiel in Warschau erinnern kann. "Da waren wir schon die klar bessere Mannschaft, haben aber unsere vielen Chancen nicht genutzt. Das muss am Freitag besser werden", sagt Podolski, der mit 48 Treffern auch der beste Torschütze in Löws Kader ist.

Klar ist aber auch, dass Podolski derzeit auf Bewährung beim Weltmeister dabei ist. Denn nur, wenn er in den nächsten Wochen und Monaten am Bosporus überzeugende Leistungen bringt, wird er seinen Platz in der DFB-Auswahl behaupten.

Supercup 2015: Podolski holt mit Galatasaray ersten Titel FOTO: afp, ADM/RA

"Ich weiß, was von mir erwartet wird. Und ich werde alles dafür tun, dass ich weiter für Deutschland spielen darf. Denn für mich ist die Nationalmannschaft nach wie vor das Größte", sagte der ehemalige England-Legionär, der sich beim FC Arsenal nicht durchsetzen konnte, dem SID.

"In der Türkei ist das Niveau vielleicht nicht ganz so hoch wie in Deutschland und England, aber es wird auch guter Fußball gespielt", sagt der kölsche Jung, der sich in der Millionen-Metropole Istanbul schon prima eingelebt hat. "Mir gefällt es dort wirklich sehr gut. Die Herzlichkeit der Menschen ist außergewöhnlich."

Dass die türkischen Fans aber auch sehr ungeduldig sind und ihre Meinung über einen Spieler ganz schnell ändern können, ist Podolski bewusst: "Von daher war es schon wichtig, dass wir am Wochenende unseren ersten Saisonsieg gefeiert haben, und das in Unterzahl."

Dass 4:1 von Galatasaray bei Konyaspor am dritten Spieltag sei eine Befreiung für das ganze Team gewesen. Er selbst, der bislang einen Saisontreffer auf seinem Konto hat, ist aber noch nicht ganz zufrieden: "Wir können noch viel besser spielen. Das gilt auch für mich persönlich"

(sid)
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