Linksverteidiger verzweifelt gesucht: Marcel Schmelzer – endlich der Richtige?
VON DENIS CANALP - zuletzt aktualisiert: 09.02.2011 - 16:39Düsseldorf (RPO). Marcel Schmelzer ist kein Neuling mehr im Kreise der Nationalmannschaft. Allerdings wäre es vermessen, nach einem Länderspiel von einem alten Hasen zu sprechen. Vielmehr ist der Dortmunder der elfte Versuch von Bundestrainer Joachim Löw, der Position des Linksverteidigers Leben einzuhauchen.
Vor dem gebürtigen Magdeburger durften sich gleich zehn Spieler auf der vakanten Position probieren. Rekordspieler in den 62 Partien unter Löws Leitung ist mit 24 Startelf-Einsätzen Philipp Lahm. Doch der Kapitän spielt längst rechts in der Viererkette, ein dauerhafter Nachfolger ist noch nicht gefunden. Marcell Jansen (15 Spiele), Marcel Schäfer (5), Jerome Boateng (4), Holger Badstuber (3), Heiko Westermann (3), Thomas Hitzlsperger (2), Christian Pander (2), Dennis Aogo (2), Marvin Compper (1) und zuletzt gegen Schweden eben Schmelzer – die Liste der Probanden ist lang. Der Bundestrainer hofft, in Schmelzer nun endlich die Dauerlösung gefunden zu haben.
Karrierestart in Magdeburg
Seine Karriere beginnt in seiner Heimatstadt Magdeburg. Zunächst kickt er für die kleine ortsansässige Fortuna, wechselt in der C-Jugend zum 1. FC Magdeburg, den Europapokalsieger der Pokalsieger von 1974. 2006 geht die Reise für den Schüler des Magdeburger Sportgymnasiums weiter ins Ruhrgebiet. In Dortmund schulen die Schwarz-Gelben den A-Jugendlichen erfolgreich vom Linksaußen zum Außenverteidiger um. Eine Entscheidung, die maßgeblich seine Karriere beeinflussen soll.
Im Eiltempo schreitet die Karriere weiter voran. Nach 26 Partien in der Regionalliga steigt Schmelzer in den von Jürgen Klopp betreuten Profikader des BVB auf. Gerade einmal ein Jahr Anlaufzeit und zwölf Bundesligaspiele benötigt der 1,81 Meter große Blondschopf, um Urgestein Dede, seit zehn Jahren eine Institution auf der linken Abwehrseite, aus der Stammelf zu verdrängen. Und der Aufstieg geht weiter. In der laufenden Spielzeit verpasst die Nummer 29 keine Bundesliga-Sekunde der Dortmunder Himmelsstürmer und entwickelt sich zum Leistungsträger. Lediglich in der Europa League verpasst er ein Pflichtspiel – weil er gesperrt ist.
Gutes Debüt bei Löw
Auch Bundestrainer Löw wird auf den Linksfuß, der international für den FC Barcelona und den FC Arsenal schwärmt, aufmerksam und bietet ihm zum Jahresabschluss 2010 in Schweden (0:0) erstmals im A-Team der DFB-Auswahl auf. Schmelzer hinterlässt einen guten Eindruck und wird erneut berufen. Das erste Spiel 2011 wird zum doppelten Endspiel für den 23-Jährigen, schließlich hat Deutschland gegen Italien am Mittwoch (20.45 Uhr/Live-Ticker) nicht nur Heimrecht, sondern spielt auch noch in seinem "Wohnzimmer", in seinem Dortmunder Stadion.
Eine Chance für Löw, Schmelzer auf höchstem Niveau zu testen. Und eine Chance für Schmelzer, den Bundestrainer davon zu überzeugen, dass weitere Tests auf der linken Abwehrseite unnötig sind.
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