Confedederations Cup: Mexikos Trainer glaubt an Bestechung
zuletzt aktualisiert: 27.06.2005 - 11:42Hannover (rpo). Mexikos Trainer sorgt mal wieder mit einem verbalen Tiefschlag für Schlagzeilen: "Bei Fußballturnieren auf diesem Niveau sind finanzielle Interessen im Spiel. Im Finale sollen nur bestimmte Mannschaften gegeneinander spielen", wittert La Volpe Schiebung, nachdem die Mexikaner beim Confederations Cup in Hannover gegen sein Heimatland unglücklich mit 5:6 im Elfmeterschießen den Kürzeren gezogen hatten.
Statt erneut gegen WM-Champion Brasilien im Endspiel müssen sich die Kicker aus dem Land der Azteken am Mittwoch (17.45 Uhr/bei uns im LIVE!-Ticker) im Spiel um Platz drei in Leipzig mit Gastgeber Deutschland auseinander setzen. Nexiko, 1: 0-Überraschungssieger in der Vorrunde gegen die brasilianische "Selecao", erwies sich jedenfalls in Hannover als schlechter Verlierer.
Nach dem Dopingverdacht gegen die beiden mexikanischen Spieler Aaron Galindo und Salvador Carmona sorgten die Lateinamerikaner einmal mehr abseits des Rasen für Negativschlagzeilen und trüben die guten Leistungen der Auswahl. Die Verschwörungstheorie La Volpes scheint jedenfalls an den Haaren herbeigezogen zu sein.
Der Fußball-Lehrer machte den italienischen Schiedsrichter Roberto Rosetti für das Scheitern im Semifinale mitverantwortlich, weil dieser in der 71. Minute gegen den argentinischen Abwehrspieler Fabricio Coloccini keine Rote Karte gezeigt hatte. Nach einer Attacke Coloccinis, der fortan von den 40.718 Zuschauern in der WM-Arena von Hannover bei jeder Ballberührung ausgepfiffen wurde, hatte sein mexikanischer Gegenspieler Ramon Morales eine klaffende Platzwunde erlitten und musste ausgewechselt werden.
"Für dieses schreckliche Foul musste Coloccini vom Platz fliegen, das ist unstrittig. Der Angriff galt nur meinem Spieler", wetterte Kettenraucher La Volpe mit krächzender Stimme. Der Referee schickte allerdings später noch den Argentinier Javier Saviola (Rote Karte, 90.) und Mexikos Kapitän Rafael Marquez (Gelb-Rote Karte, 90.+3) vorzeitig vom Platz. Der Ausfall von Führungsspieler Marquez traf indes den kommenden deutschen Gegner härter als die "Gauchos" der Platzverweis für den "Monegassen" Saviola. Marquez steht auch im "kleinen Finale" nicht zur Verfügung.
Hohe Wellen schlägt derweil weiterhin die positive A-Probe bei Galindo und Carmona bei einem internen mexikanischen Dopingtest. Fifa-Präsident Joseph S. Blatter schimpfte am Sonntag bei Premiere: "Die Liederlichkeit, mit der diese Angelegenheit behandelt wurde, darf einem Profiverband nicht passieren." Die Fifa wird jedenfalls mit Argusaugen die weitere Entwicklung verfolgen, vor allem das von den Mexikanern zu verhängende Strafmaß für die beiden Nationalspieler, sofern die B-Probe ebenfalls ein positives Ergebnis bringen sollte. Laut mexikanischen Medien sei das Steroid Nandrolon bei den Kickern festgestellt worden.
Die Frage, ob Mexiko von der laufenden Qualifikation für die WM-Endrunde in Deutschland 2006 ausgeschlossen werden könne, ließ der Weltverbands-Boss offen. Blatter: "Das kann ich nicht sagen. Sanktionen sind Sache der Disziplinarkommission."
Blatter selbst war von den Mexikanern lange an der Nase herumgeführt worden. Obwohl der mexikanische Verband FMF bereits am vergangenen Montag (20. Juni) von der positiven Analyse in einem Institut in Kalifornien erfahren hatten, hatten sie gegenüber Blatter beteuert, die vorzeitige Heimreise von Galindo und Carmona sei aus disiziplinarischen Gründen erfolgt.
Der deutsche WM-OK-Präsident Franz Beckenbauer hatte daraufhin Blatter am vergangenen Donnerstag (23. Juni) als "Kronzeugen" aufgeführt und bestritten, dass ein Dopingverdacht vorliege. Erst am Freitag räumte Mexikos Verband den Dopingverdacht kleinlaut ein.
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