Sein Trikot lag auf der Bank: Nationalelf nimmt Abschied von Enke
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 18.11.2009 - 23:22Gelsenkirchen (RP). In einer Schweigeminute haben Mannschaften, Betreuer und Fans vor dem Fußball-Freundschaftsspiel gegen die Elfenbeinküste in Gelsenkirchen noch einmal Abschied von Robert Enke genommen, der sich acht Tage zuvor in der Nähe von Hannover das Leben genommen hatte.
Auf dem Videowürfel der Arena wurde das Leben des achtmaligen Nationalspielers noch einmal in Bildsequenzen festgehalten: der Torhüter und Familienvater Enke, der Tierfreund und Publikumsliebling, der die Nähe von Fans suchte, der Nationaltorwart mit seinen Paraden. Zudem wurde an die bewegende Trauerfeier am vergangenen Sonntag in Hannovers AWD-Arena erinnert in jenem Stadion, in dem der Schlussmann von Hannover 96 eine Woche zuvor noch das Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV bestritten hatte.
Wenige Minuten zuvor hatte Michael Ballack, der am Knie verletzte, gegen die Elfenbeinküste nicht einsatzfähige Kapitän der DFB-Auswahl, zur Erinnerung an den Teamkameraden ein zusammengefaltetes rotes Enke-Trikot mit der Rückennummer 1 auf die deutsche Spielerbank gelegt – zwischen Andreas Beck und Arne Friedrich. Die Spieler des westafrikanischen Landes betraten die Arena mit T-Shirts, auf denen das Porträt Enkes abgebildet war – und der Text: „In Memoriam Robert Enke.” Als während des Videofilms die inoffizielle Fußball-Hymne „You‘ll never walk alone” gespielt wurde, hatten viele Spieler Tränen in den Augen.
Die Titelseite des offiziellen Programmhefts mit einem Porträt von Enke war in Schwarz gehalten. 13 Seiten im ersten Teil wurden dem Verstorbenen gewidmet mit dem bewegenden Abschiedsgruß der Nationalmannschaft an ihren Torhüter. DFB-Präsident Theo Zwanziger dankte im Editorial dem chilenischen Fußballverband noch einmal für dessen Verständnis, dass der DFB das für Samstag geplante Treffen in Köln kurzfristig hatte absagen müssen. „Wer die Betroffenheit unserer Nationalspieler und der Sportlichen Leitung am Tag nach dem Tod von Robert Enke erlebt hat, konnte zu keinem anderen Ergebnis kommen”, bekräftigte Zwanziger noch einmal.
Die Absage des Freundschaftsspiels gegen Chile hielt Resi Gövert aus dem Münsterland, Zuschauerin gestern Abend, für die richtige Entscheidung nach der Tragödie der vergangenen Woche. Die Austragung der gestrigen Begegnung wiederum fand sie „in Ordnung. Ich denke, irgendwann muss man wieder zum Alltag finden”. Für das Profigeschäft sei Robert Enke nicht hart genug gewesen, meinte Frank Schneider aus Bottrop: „Er war immer zurückhaltend, nicht so ein Ellbogentyp.”
Ulf Baranowski, Geschäftsführer der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV), berichtete von vielen Telefonaten seit der Pressekonferenz am Mittwoch vergangener Woche mit Enkes Witwe Teresa in Hannover. Immer mehr Spieler hätten sich bei der Spielergewerkschaft gemeldet mit Anzeichen auf Burnout, sagte er. Die VdV habe Betroffenen Psychologen empfohle
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