Quintett muss sich beweisen: Nationalspieler am Scheideweg
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 20.06.2011 - 11:21Düsseldorf (RP). Per Mertesacker, Marcell Jansen, Patrick Helmes, Christian Pander und David Odonkor müssen eine schwere Phase ihrer Karriere meistern. Pander hat einen Einjahresvertrag bei Hannover 96 unterschrieben.
Sie sind im besten Fußballer-Alter, zwischen 25 und 27 Jahren, und alle haben das Nationaltrikot getragen. Doch Per Mertesacker, Marcell Jansen, Patrick Helmes, Christian Pander und David Odonkor müssen eine schwere Karrierephase bewältigen. Nur einer von ihnen, Mertesacker, hat einen festen Platz im Nationalteam, wenn er fit ist. Aber das ist er nicht. Schon seit Jahresbeginn.
Per Mertesacker: Privat hat der Bremer Großes hinter sich. Er ist Vater geworden. Seine Lebensgefährtin, Handball-Nationalspielerin Ulrike Stange, brachte Sohn Paul zur Welt. Im Beruf läuft es dagegen gar nicht rund für den Innenverteidiger. Trotz einer komplizierten Fersenverletzung spielte er bis auf das letzte Ligatreffen die komplette Rückrunde. Er tat es für Werder, dem er in prekärer Tabellensituation unbedingt helfen wollte, doch seine Leistungen waren nicht stabil. Jetzt hat Mertesacker in Donaustauf ein Aufbautraining absolviert. Er möchte zu Saisonbeginn wieder einsatzbereit sein. Versprechen, sagt er, kann er das nicht. Immer wieder gibt es Spekulationen über einen möglichen Wechsel ins Ausland. Arsenal London gilt als potenzieller Arbeitgeber. Weil sein Vertrag 2012 ausläuft, könnte Werder für ihn nur jetzt oder spätestens im Winter eine Ablöse kassieren. Deshalb ist wohl nicht auszuschließen, dass der 1,98-Meter-Mann im Laufe der Saison wechselt.
Marcell Jansen: Joachim Löw hat den früheren Mönchengladbacher unter Druck gesetzt und ihm quasi ein Ultimatum gestellt. "Ich habe Marcell gesagt: Wir beide müssen eine Lösung finden. Du musst im Sommer konsequent für deine Fitness arbeiten und dann eine Saison in Hamburg professionell durchziehen – oder wir müssen auf dich verzichten", sagte der Bundestrainer der "Süddeutschen Zeitung". Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist beim Außenverteidiger und Mittelfeldspieler groß. Verletzungen haben ihn immer wieder zurückgeworfen. In der vergangenen Serie bestritt Jansen nur 16 Bundesligaspiele (zwei Tore). Jetzt will er energisch um seine physische Form ringen. Vor dem Trainingsauftakt des HSV am kommenden Sonntag arbeitet er in Arizona mit Chad Forsythe, Fitnesstrainer der Nationalmannschaft. Der VfL Wolfsburg hatte angeblich Interesse an dem 25-Jährigen. Jansen will aber beim HSV bleiben.
Patrick Helmes: Erst seit einem halben Jahr ist der frühere Leverkusener beim VfL Wolfsburg. Doch er wird den Klub womöglich schon bald wieder verlassen, trotz eines Vertrags bis 2014. Helmes und Felix Magath: das scheint eher nicht zusammenzupassen beim Umbruch des Teams. Angeblich wartete der Trainer auf Angebote für den Stürmer, der im "Kicker" einen Saison-Notenschnitt von 4,75 hatte. Einen unterirdischen Wert für einen Nationalspieler. Wahrscheinliche Variante ist ein Ausleihgeschäft.
Christian Pander: Wegen seiner exzellenten Flanken und Freistöße wurde er bereits mit David Beckham verglichen, dem Superstar aus England. Unvergessen ist sein Tor, das er 2007 beim Länderspiel gegen England im Londoner Wembley-Stadion mit einem 25-Meter-Schuss erzielte. Doch in sieben Profijahren kam der Schalker nur auf 78 Ligaeinsätze. Er ist einer der ganz großen Pechvögel unter den Spielern der Eliteklasse. Immer wieder stoppten ihn Verletzungen, fünfmal wurde er am linken Knie operiert. Jetzt hat ihn seit ehemaliger Trainer Mirko Slomka nach Hannover geholt (Vertrag bis 2012). Eine Zukunft in Gelsenkirchen hatte Pander nicht mehr, da bei dem Klub drei andere Linksverteidiger unter Vertrag stehen (Christian Fuchs, Sergio Escudero, Hans Sarpei).
David Odonkor: Der blitzschnelle WM-Held von Dortmund, der 2006 Sekunden vor dem Abpfiff die Vorlage zu Oliver Neuvilles 1:0 im wichtigen Gruppenspiel gegen Polen gab, bestritt wegen einer Knieinfektion in der Saison 2010/11 für Betis Sevilla kein Ligaspiel. Er hat ebenfalls schon fünf Eingriffe am Knie hinter sich. Eine Rückkehr ins DFB-Team scheint ausgeschlossen. Odonkor zieht es nach fünf Jahren Spanien wieder in die Heimat. Zur neuen Saison ist er als Verstärkung der Offensive bei Zweitligist Karlsruher SC im Gespräch.
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