| 19.29 Uhr

Länderspiel gegen die Niederlande
Bondscoach Blind: "Wir kämpfen gemeinsam für die Freiheit"

Niederlande: "Freundschaftsspiel im buchstäblichen Sinne"
Bondscoach Danny Blind. FOTO: dpa, ss hpl
Hannover. Die niederländische Nationalmannschaft trägt die Botschaft, die vom Länderspiel gegen die deutschen Weltmeister am Dienstag (20.45 Uhr/Live-Ticker) in Hannover ausgehen soll, voller Überzeugung mit.

"Ich bin nicht der erste, der das sagt. Aber ich finde, dass wir eine Geste machen sollten – für die Opfer, die Hinterbliebenen und das französische Volk. Aber auch für Freiheit, Demokratie und Solidarität", sagte Bondscoach Danny Blind am Montagabend in der HDI-Arena.

Der Fußball habe "eine verbindende Kraft", betonte der frühere Nationalspieler, "und die müssen wir nutzen." Über Kapitän Arjen Robben von Bayern München und Mittelfeldspieler Wesley Sneijder hätten die Oranje-Kicker noch in der Nacht auf Samstag Kontakt zu ihren deutschen Klubkollegen Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller oder Lukas Podolski im Stade de France in Paris aufgenommen, führte Blind aus. "Das hat uns das Ganze sehr, sehr nahe gebracht." Auch deshalb hätten sich die Niederländer entschlossen, vor ihrem Abflug aus Cardiff nach dem Länderspiel gegen Wales (3:2) eine Schweigeminute abzuhalten.

Das Sportliche spielte wie bei der deutschen Pressekonferenz am Mittag auch bei der Elftal keine Rolle. Blind betonte, er spreche zwar als Bondscoach, vor allem aber "als Mensch". In derart schweren Momenten wie während der Anschlagserie in Paris am Freitagabend "realisiert man mehr denn je, dass es wichtigere Dinge gibt als Fußball", sagte er. Auch die Niederlande habe sich die Frage gestellt, ob sie spielen sollten – und sei genauso zu der Erkenntnis gelangt: "Wir stellen uns zusammen gegen den Terror! Wir kämpfen gemeinsam für die Freiheit!"

Am Dienstag solle die alte Rivalität mit den Deutschen in den Hintergrund treten, ergänzte Blind ganz im Sinne von Bundestrainer Joachim Löw. "Es geht auch nicht um Aufstellungen oder Systeme. Was zählt, ist Mitgefühl und Verbundenheit. Es ist kein Testspiel, sondern, wie die Deutschen sagen, ein Freundschaftsspiel – im buchstäblichen Sinne."

(seeg/sid)
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