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  Foto: ddp, ddp
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DFB-Manager wackelt bedrohlich: Oliver Bierhoff steht im Abseits

zuletzt aktualisiert: 10.02.2010 - 16:56

Frankfurt/Main (RPO). Oliver Bierhoff kroch bei DFB-Präsident Theo Zwanziger zu Kreuze, doch sein Amt als Teammanager der deutschen Nationalmannschaft muss er nach der WM in Südafrika möglicherweise zu Grabe tragen. Nach dem zumindest öffentlich beigelegten Streit mit der DFB-Spitze ist Bierhoff der große Verlierer – und selbst Bundestrainer Joachim Löw ist zu dem 41-Jährigen auf Distanz gegangen.

"Bis zur WM gibt es eine klare Linie. Über das Nachher mache ich mir noch keine Gedanken. Ich habe immer gesagt, dass wir bis zur WM gemeinsam weitermachen. Danach wird man sich unterhalten", erklärte Löw beim "Friedensgipfel" in Frankfurt/Main. Von einer Verknüpfung seiner Zukunft mit der von Bierhoff für die Zeit nach der WM - wie in Interviews noch zwei Tage zuvor ausdrücklich betont - war plötzlich keine Rede mehr.

Zwanziger steht zu Löw

Bei Zwanziger, der Löw ausdrücklich das Vertrauen aussprach ("Viele sind auswechselbar, aber die Mannschaft braucht diesen Trainer"), hat Bierhoff ohnehin jeglichen Kredit verspielt. Als DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach erklärte, dass doch alle wegen des eskalierten Streits "Hornochsen" gewesen seien, nahm der Präsident sich und Löw von der Kritik ausdrücklich aus.

Zwanziger stört sich nicht nur an Bierhoffs Vorgehensweise, sondern auch an dessen Forderungen. "Es kann im Verfahren und in den Ansichten zu Meinungsverschiedenheiten kommen, aber es darf nicht passieren, dass die Nationalmannschaft zu weit vom DFB entfernt ist. Da muss man sehr auf die Balance achten", stellte der Boss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unmissverständlich klar.

Ballack schlägt Alarm

Zwar hat sich ein Großteil der Nationalspieler auch für ein weiteres Engagement von Bierhoff nach der WM ausgesprochen, doch Kapitän Michael Ballack sieht einen Schaden für die Nationalelf. "Das ist keine optimale Situation. Ich glaube schon, dass das Thema noch lange köcheln wird", wurde Ballack am Dienstag in der "Süddeutschen Zeitung" zitiert.

In der Öffentlichkeit ist Bierhoff ohnehin zum "Buhmann" und "Sündenbock" abgestempelt worden. Von "Kaiser" Franz Beckenbauer wurde er verbal "abgewatscht" und auch von TV-Experte Günter Netzer scharf kritisiert. Oliver Kahn hatte Bierhoff sogar "eine Art Amtsmissbrauch" vorgeworfen.

Zumindest hat Bierhoff öffentlich Reue gezeigt. "Ich kann verstehen, dass das Vorgehen zu Irritationen, Verärgerung und zu Verletzung von Gefühlen geführt hat. Ich bedaure es sehr, dass diese Situation entstanden ist. Das war nicht im Interesse des Projekts WM 2010", erklärte Bierhoff und sieht die "Eiszeit" als beendet an. Zwanziger verdeutlichte aber, "dass emotional etwas kaputtgegangen ist".

Bierhoff zeigt Reue

Inhaltlich ist Bierhoff von seinen Forderungen jedoch nicht abgewichen. "Mir ist klar geworden, dass die Art und Präsentation unserer Vorstellungen falsch war. Die Intention war eine gute", sagte Bierhoff und fügte hinzu: "Ich werde nie wieder beim ersten Vertragsgespräch ein Papier vorlegen."

Nach dem Burgfrieden von Frankfurt soll nun wieder die ganze Konzentration der Vorbereitung auf die WM in Südafrika gelten. Löw hält in dieser Woche mit seinem sportlichen Stab einen Workshop ab, um die Planungen voranzutreiben.

Damit vor der WM wieder Ruhe einkehrt, forderte indes Ballack für das Länderspiel am 3. März gegen Argentinien ein positives Signal von der DFB-Auswahl. "In dieser Hinsicht ist es jetzt besonders wichtig, dass wir gegen Argentinien ein gutes Spiel abliefern, damit die Diskussionen nicht endlos weitergehen", erklärte der Mittelfeldspieler vom FC Chelsea.

Unterstützung erhielten Bierhoff und Löw auch von Philipp Lahm. "Joachim Löw ist ein sehr guter Trainer", sagte der Nationalspieler von Bayern München bei einer Umfrage der Bild-Zeitung. Und Bierhoff habe entscheidend an der Entwicklung der Nationalmannschaft mitgewirkt.

Mit Blick auf die WM erwartet Lahm keine negativen Auswirkungen: "Klar wäre es schöner, wenn bald eine Einigung erzielt würde. Aber der Kern der Nationalmannschaft ist schon lange genug dabei, um auch mit dieser Situation umzugehen."

Quelle: SID/can

 
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