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"Nicht den gleichen Fehler wie 1990 machen"
Flick und Bierhoff im Mahn-Modus

Fotos: Hansi Flick – Deutscher Meister, Löw-Assi, DFB-Sportdirektor
Fotos: Hansi Flick – Deutscher Meister, Löw-Assi, DFB-Sportdirektor FOTO: dpa, Marcus Brandt
Wolfsburg. Die Trainer in Deutschland müssen ihre Arbeit ändern – meint zumindest der neue DFB-Sportdirektor Hansi Flick. Auch Nationalmannschaftsmanager Bierhoff fordert die Fußballlehrer auf, sich noch mehr weiterzubilden.

DFB-Sportdirektor Hansi Flick hat eine Veränderung der Trainerarbeit in Deutschland angemahnt. "In den letzten Jahren ist zu viel über Systeme gesprochen worden", sagte Flick am Montag beim Internationalen Trainer-Kongress in Wolfsburg. "Die Basisfähigkeiten sind nicht so intensiv trainiert worden", kritisierte der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

"Passspiel, Ballmitnahme, eins gegen eins und erster Kontakt sind die Dinge, die wir in den Fokus stellen wollen", sagte Flick über die veränderten Vorstellungen des DFB. "Es ist wichtig, die Basiselemente perfekt zu beherrschen."

Angesichts der 0:5-Halbfinalpleite der U21 bei der EM sagte Flick: "Bei Portugal hat man gesehen, dass sie in diesen Bereichen eine Nasenlänge voraus waren. Ich glaube, dass wir da Potenzial haben." Auch die anderen U-Mannschaften des DFB hatten zuletzt keine Titel gewonnen.

Der DFB-Sportdirektor sagte in seinem Vortrag unter dem Titel "Unser Weg – Erfolg entwickeln" vor rund 900 Teilnehmern: "Wir wollen dem deutschen Fußball eine unverwechselbare Identität geben. Wir sind voller Tatendrang, und wir brauchen eure Hilfe."

Oliver Bierhoff warnte vor Sattheit und warb für die DFB-Akademie, die in Frankfurt gebaut werden soll. "Wir machen nicht den gleichen Fehler wie 1990", versprach der Nationalmannschaftsmanager. Franz Beckenbauer habe den deutschen Fußball nach dem WM-Titel in Italien für Jahre als unschlagbar erklärt: "Das haben wir auch ein Jahrzehnt lang geglaubt. Und dann sind wir im Jahr 2000 aufgewacht."

Bierhoff stellte außerdem fest, dass der deutsche Fußball in der jüngeren Vergangenheit zwei Aspekte "überbeansprucht" habe: "Zum einen die teamtaktischen Maßnahmen, dadurch ging das Individuum irgendwann verloren und die Schulung des einzelnen Spielers. Zum anderen haben wir sehr viel auf Spaß und Freude gesetzt. Nun haben wir viele tolle Fußballer, denen in gewissen Momenten vielleicht die Ernsthaftigkeit fehlt, weil sie zu verspielt sind." Dies alles könne man "mit kleinen Stellschrauben nicht von Heute auf Morgen, aber in absehbarer Zeit" verbessern.

(dpa)
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