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Nacht im Pariser Stadion verbracht
Nationalmannschaft ist in Frankfurt gelandet

DFB-Tross landet nach Terror von Paris sicher in Frankfurt
DFB-Tross landet nach Terror von Paris sicher in Frankfurt FOTO: dpa, fru gfh
Paris. Entsetzen und Betroffenheit bestimmen nach den Anschlägen in Paris die Gefühlslage der deutschen Weltmeister. Die Mannschaft blieb die ganze Nacht im Stadion und flog am frühen Morgen mit einer Sondermaschine nach Frankfurt. An Fußball mag keiner mehr denken.

Nach den Terroranschlägen in Paris ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Samstagmorgen aus Frankreich abgereist. Um kurz nach neun Uhr startete die Sondermaschine LH 343 mit der deutschen Delegation nach Frankfurt/Main, wo sie eine Stunde später landete. Das Flugzeug war extra aus Frankfurt gekommen und stand auf dem Flughafen Charles de Gaulle auf einer Außenposition weit weg vom Terminal. Polizeiwagen und zwei Beamte mit Maschinengewehren waren neben der Maschine postiert.

Nach den grauenvollen Ereignissen am Freitagabend war das Team gar nicht mehr ins Hotel zurückgekehrt. Die Mannschaft verharrte die Nacht auf Samstag im Stadion im Vorort Saint-Denis. Meldungen, dass sie gegen 2.15 Uhr in Kleinbussen zum Hotel gebracht worden sei, erwiesen sich als offenbar gezielte Fehlinformationen.

Das Team wird am Sonntag nicht nach Hannover weiterreisen. Das gab der DFB kurz nach der Landung auf dem Frankfurter Flughafen bekannt. "Alle Termine morgen sind gestrichen", hieß es in der Twitter-Mitteilung.

DFB-Manager Bierhoff sprach nach der Partie von großer Betroffenheit. "Der Sport ist jetzt total im Hintergrund", sagte er nach dem 0:2. Der Freitag hatte für die deutschen Weltmeister um Kapitän Bastian Schweinsteiger bereits nach einer Bombendrohung gegen das Teamhotel mit einem "großen Schrecken" (Bierhoff) begonnen.

Die DFB-Delegation stand nach den Anschlägen "in enger Kooperation" mit den einheimischen Behörden, dem französischen Fußball-Verband und den deutschen Sicherheitskräften vor Ort, sagte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Hendrik Große Lefert in der ARD, die das Spiel live übertragen hatte.

Die deutschen Spieler seien "alle angespannt", berichtete Große Lefert. Erste Reaktionen von Akteuren gab es in der Nacht über die sozialen Netzwerke. "Was ist das für eine kranke Welt", schrieb Weltmeister Toni Kroos, der von Bundestrainer Joachim Löw zur Schonung nicht für die letzten zwei Länderspiele des Jahres nominiert worden war. Lukas Podolski schrieb "prayforparis" ("Bete für Paris") neben einem Friedenszeichen, in das der Eiffelturm eingefügt war.

Während des Freundschaftsspiels waren in dem mit fast 80.000 Zuschauern gefüllten Endspielstadion für die Europameisterschaft 2016 drei Detonationen zu hören gewesen. Es gab dabei auch vier Tote, darunter nach Medienberichten auch Selbstmordattentäter.

 "Wir sind alle erschüttert und schockiert", erklärte Bundestrainer Löw unmittelbar nach dem Spielende. Ob die Partie gegen die Niederlande zum Jahresabschluss wie geplant stattfindet, war eine der vielen unbeantworteten Fragen in den Stunden nach den Anschlägen, in denen das Entsetzen und die Trauer über die vielen Opfer auch im DFB-Quartier deutlich im Vordergrund standen. Ligapräsident und DFB-Interimschef Reinhard Rauball sprach sich am Samstagmorgen für eine Austragung des Spiels aus.

Eine Delegation um Bundestrainer Löw und Teammanager Bierhoff wird schon in vier Wochen wieder in Paris erwartet. Dann sollen in der französischen Hauptstadt die Vorrundengruppen für die EM vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 ausgelost werden.

(jaso/dpa/sid)
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