2:2 gegen die Elfenbeinküste: Poldi widmet seine Treffer Robert Enke
zuletzt aktualisiert: 19.11.2009 - 14:55Gelsenkirchen (RPO). Zweimal presste Lukas Podolski seine Lippen fest zusammen, zweimal streckte der Kölner den rechten Zeigefinger gen Himmel. "Jeder weiß, dass ich Katholik bin, deshalb habe ich nach meinen Toren auch nach oben geschaut und diese Geste gemacht. Ich bin mir sicher, dass Robert uns zugeschaut und uns die Daumen gedrückt hat."
"Meine Tore habe ich für ihn geschossen", sagte der zweifache Torschütze der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beim 2:2 (1:0) gegen die Elfenbeinküste und erklärte, warum er auf einen übertriebenen Torjubel verzichtet hatte.
Der ehemalige Münchner, der in der Bundesliga bei seinem alten und neuen Verein 1. FC Köln auch nach zwölf Spieltagen immer noch nicht so richtig angekommen ist, konnte sich angesichts der traurigen Umstände nicht so recht über seinen sechsten Doppelpack in der Nationalmannschaft freuen.
"Vor dem Spiel habe ich an Robert gedacht, vor allem als die Bilder von ihm noch einmal im Stadion gezeigt wurden. Das war sehr traurig", sagte der 24-Jährige. Dann, räumte Podolski aber ein, sei er froh gewesen, "dass es auf dem Platz wieder losgeht".
Podolski selbst konnte mit seinem verwandelten Foulelfmeter zum 1:0 (11.) dann selbst wieder dazu beitragen, dass die Stimmung in der nur spärlich gefüllten Arena auf Schalke wieder auflockerte. Mit seinem Ausgleichstreffer zum 2:2-Endstand in der Nachspielzeit verhinderte er anschließend nicht nur einen misslungenen Jahresabschluss der DFB-Auswahl, sondern sorgte sozusagen mit dem Schlusspfiff auch noch einmal für die übliche Fußball-Atmosphäre auf den Rängen.
"Lukas bringt bei uns immer enorme Spielfreude mit. Er hat ein unglaubliches Potenzial, ist dynamisch, schnell, abschlussstark – egal auf welcher Position er spielt. Das macht ihn für uns unverzichtbar", lobte Bundestrainer Joachim Löw seinen Goalgetter, der in der ewigen DFB-Torjägerliste mit seinen 37 Treffern in 69 Länderspielen zu Teammanager Oliver Bierhoff aufschließen konnte. Beide belegen in diesem Ranking gemeinsam Platz neun.
Von solchen Erfolgsquoten ist Stefan Kießling noch weit entfernt. Dennoch hatte der Leverkusener Stürmer, der mit acht Treffern die Bundesliga-Torjägerliste anführt, aus sportlicher Sicht nach seinem ersten Länderspiel von Beginn an allen Grund zur Freude. "Bei meinen ersten beiden Länderspieleinsätzen musste ich Niederlagen hinnehmen, so gesehen ist das Unentschieden nun einen Steigerung", sagte der 25-Jährige, der mit sich "ganz zufrieden war. Ich konnte der Mannschaft helfen".
"Stefan hat sehr gut gespielt. Er war immer anspielbar, hat viele Bälle behauptet und auch gut verteilt", kommentierte Löw den Auftritt von Kießling, der auch den Elfmeter vor dem 1:0 herausgeholt hatte. Dass Kießling, der in der 70. Minute bei seiner Auswechslung mit Applaus bedacht wurde, seine WM-Chancen durch diesen beherzten Auftritt stark verbessert hat, glaubt auch Chefkritiker Günter Netzer: "In dieser Form ist er ein Kandidat für Südafrika."
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