Spekulationen um Mourinho-Nachfolge: Real gefällt Jogi Löw
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 28.12.2011 - 02:30Düsseldorf (RP). Für Joachim Löw endet das Jahr mit der ultimativen Lobhudelei. Das Fachmagazin Kicker hat den 51-Jährigen zum "Mann 2011" gekürt, viele Kollegen aus der internationalen Szene gratulierten selbstverständlich.
Besonders herzliche Anerkennung kommt aus Spanien. Nationaltrainer Vicente del Bosque hebt den Umgang mit ihm hervor: "Joachim Löw ist einer der Kollegen, die ich am allermeisten schätze. Sowohl fachlich als auch menschlich. Der Austausch mit ihm ist immer außergewöhnlich gut, sei es in der Hektik rund um ein Spiel oder auch bei Treffen zu anderen Gelegenheiten."
In Spanien hat man ganz offensichtlich Gefallen an dem Trainer der deutschen Fußball-Auswahl gefunden. Das hat "Marca", die auflagenstärkste Sportzeitung des Landes, auf ihrem Titelblatt nun eindrucksvoll demonstriert und kundgetan, Löw sei als ein möglicher Nachfolger von José Mourinho bei Real Madrid bestens geeignet.
Der Portugiese hat die besinnlichen Weihnachtstage genutzt und ein wenig über seinen weiteren Lebensweg sinniert. Beruflich, sagte er, sehe er sich in ein paar Jahren wieder bei einem Verein in England. In Madrid, dem Rekordklub des Landes, fand man diese Aussage nicht besonders amüsant. "Mourinho ist nun ein Trainer mit einem befristeten Haltbarkeitsdatum", kommentierte das Sportblatt "AS". Und "Marca", dem Verein besonders nahestehend, hat sich gleich in Stellung gebracht und schon einmal einen geeigneten Kandidaten präsentiert: "Löw ist derzeit derjenige, der den Real-Oberen am meisten gefällt." Immerhin räumt auch das Blatt ein, dass die Königlichen derzeit eigentlich überhaupt keinen Nachfolger für den verehrten "Mou" (Spitzname von Mourinho) suchen. Aber sicher ist sicher und Löw auf jeden Fall ein vorzeigbarer Kandidat. Der Deutsche sei dazu geboren wurden, um einmal bei den Weißen den Platz auf der Trainerbank einzunehmen. "Marca" hat sich festgelegt, Löw habe die Statur für den Job bei den "Galaktischen" und es würde ja auch alles so gut passen. Der Vertrag des Bundestrainers läuft nach der WM 2014 in Brasilien aus, genauso lange ist Mourinho (48) an die Madrilenen gebunden.
Bevor Löw 2004 Assistent von Jürgen Klinsmann beim DFB wurde, arbeitete er bereits als Vereinstrainer – beim VfB Stuttgart, Karlsruher SC, Fenerbahce Istanbul, Adanaspor, FC Tirol Innsbruck und Austria Wien. Sein größter Erfolg: 1997 Pokalsieger mit dem VfB. Bei Real Madrid zählen nur die großen Titel. Doch genau das ist das Problem. Der Trophäenschrank des spanischen Rekordmeisters (31 Titel) ist gut gefüllt, aber der letzte von neun Champions-League- bzw. Europapokal der Landesmeister-Titeln liegt fast zehn Jahre zurück. In der Saison 2001/02 gelang der Sieg im Finale gegen Leverkusen.
Die Erwartungen an Mourinho, der mit dem FC Porto (2004) und Inter Mailand (2010) die Champions League gewann, sind hoch. Ihm traut man zu, das mit Stars wie Cristiano Ronaldo (26), den deutschen Nationalspielern Mesut Özil (23) und Sami Khedira (24) gespickte Ensemble zu weiteren Erfolgen zu führen. Vielleicht kommt ja Löw tatsächlich 2014 zu Real – möglicherweise mit dem WM-Titel als Empfehlung im Gepäck.
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