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Khedira fällt aus
Löws Sorgenfalten werden immer größer

Fotos: Joachim Löw – Freiburger, DFB-Pokalsieger, Weltmeister
Fotos: Joachim Löw – Freiburger, DFB-Pokalsieger, Weltmeister FOTO: dpa, ss
Am 4. September startet Weltmeister Deutschland gegen Polen in die neue Saison. Einen Monat vor diesem EM-Qualifikationsspiel läuft es aber für viele WM-Champions nicht rund.

Schock für Bundestrainer Joachim Löw und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft: Leistungsträger Sami Khedira steht dem Weltmeister im heißen Herbst mit den wichtigen EM-Qualifikationsspielen gegen Polen (4. September), in Schottland (7. September), in Irland (8. Oktober) und gegen Georgien (11. Oktober) wegen einer komplizierten Oberschenkelverletzung nicht zur Verfügung. Dadurch vergrößern sich die Probleme des leidgeprüften Bundestraines knapp vier Wochen vor dem ersten Treffen des DFB-Auswahl in der EM-Saison erheblich.

"Mir tut es sehr leid für Sami, dieser neuerliche Rückschlag ist natürlich bitter", sagte Löw auf DFB.de und ergänzte: "Für seinen Start bei Juventus Turin hatte er sich sehr viel vorgenommen, Sami hat vor Ehrgeiz gebrannt. Auch in unseren Plänen für die EM-Qualifikationsspiele im September hatten wir auf ihn gebaut. Ich bin dennoch überzeugt, dass wir in den Spielen gegen Polen und Schottland erfolgreich sein werden."

Porträt: Sami Khedira: Weltmeister und Weltenbummler FOTO: dpa, gh

Löw hatte sich nach dem verkorksten Jahr im Anschluss an den WM-Triumph auf einen Neustart nach der Sommerpause gefreut. Die Khedira-Verletzung macht dem 55-Jährigen nun aber den ersten fetten Strich durch die Rechnung. "Wir müssen jetzt eine Zeit lang ohne Sami auskommen - ich bin aber optimistisch, dass er schnell zurückkehren wird. Sami hat ein Kämpferherz, einen festen Willen, er ist diszipliniert, fleißig und mental stark. Ich bin sicher, dass er diese Situation meistern wird", so Löw zur neuerlichen Verletzung seines Leaders, der bereits 2014 eine schwere Zeit durchgemacht hatte.

Khedria hatte sich vergangenes Jahr nach einem Kreuzbandriss und einer 169-tägigen Pause zur WM gekämpft und musste dann nach dem Aufwärmen wegen einer Wadenverletzung für das Endspiel passen. Nach der WM wurde er in seinem letzten Jahr bei Real Madrid weiter von Verletzungen heimgesucht. Muskel-, Knöchel- und Rückenbeschwerden setzten ihn immer wieder außer Gefecht.

Die neuerliche Zwangspause ist deshalb für ihn und Löw ein bitterer Rückschlag. Der Bundestrainer hat aktuell noch mehr Sorgenkinder. Denn auch die jüngsten Schlagzeilen um WM-Held Mario Götze, Julian Draxler und Kevin Großkreutz dürften ihm nicht gefallen. Während Großkreutz ebenso wie seine Weltmeister-Kollegen Roman Weidenfeller und Matthias Ginter erstmal bei Borussia Dortmund wieder Fuß fassen müssen und aktuell in Löws Planungen keine große Rolle spielen, verhält es sich bei Götze (23) und Draxler (21)
anders.

Die beiden Jungspunde sind nicht nur mit Blick auf die EM-Runde im kommenden Sommer in Frankreich (10. Juni bis 10. Jui) große Hoffnungsträger im DFB-Team. In ihren Vereinen Bayern München und Schalke 04 stehen sie aktuell aber nicht so hoch im Kurs, wie die permanenten Wechselgerüchte um die beiden begabten Youngster unterstreichen.

Die Sommer-Bilanz der Nationalspieler FOTO: afp, fl/raf

Ein Mann für die Zukunft ist auch Antonio Rüdiger (22). Der Verteidiger des VfB Stuttgart machte nach seiner Meniskus-OP aber überwiegend durch seine öffentlich geäußerten Wechselabsichten und dann auch noch mit einem Disput mit einem VfB-Fan Schlagzeilen. Auch dies wird Löw registriert haben.

Vielmehr dürfte den WM-Architekten aber die Zukunft seines Kapitäns Bastian Schweinsteiger interessieren. Nach seinem Wechsel von Bayern München zu Manchester United und anfänglich positiven Kritiken hat den 31-Jährigen auf der Insel die Realität eingeholt.

Dem herausragenden Spieler des WM-Finales droht nach eher mäßigen Leistungen in den letzten Test von United am 8. August beim Saisonstart der Premier League gegen Tottenham Hotspur die Bank. Seine Mittelfeld-Konkurrenten Michael Carrick und Morgan Schneiderlin gelten als sichere Starter auf der Doppel-Sechs.

Ob der Bundestrainer für den ersten Doppelpack der Spielzeit 2015/16 auch wieder die neuen Türkei-Legionäre Lukas Podolski (Galatasaray Istanbul) und Mario Gomez (Besiktas Istanbul) berücksichtigt, steht in den Sternen. "Am Ende steht die Leistung über allem", sagte Löw. Daran gemessen dürfte die Istanbul-Fraktion diese beiden Länderspiele am Bosporus verfolgen.

(sid)
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