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Mexiko - Argentinien 1:1 (0:0) n.V., 6:5 i.E.: Südamerikanisches Traumfinale perfekt

zuletzt aktualisiert: 26.06.2005 - 21:34

Hannover (rpo). Das Traumfinale zwischen Argentinien und Brasilien beim Confed-Cup ist nach einem "Elfmeterkrimi" im zweiten Halbfinale perfekt. Die "Gauchos" besiegten am Sonntagabend in Hannover im Elfmeterschießen Mexiko mit 6:5. Esteban Cambiasso und Torwart German Lux avancierten zu den Helden. Zunächst hielt Lux den Elfmeter von Mexikos Ricardo Osorio, dann erzielte Camiasso den entscheidenden Treffer.

Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 1:1 (0:0) gestanden. Am Mittwochabend kommt es ab 20.45 Uhr (LIVE!-Ticker) im Finale in Frankfurt/Main zum ewig jungen Duell zwischen den beiden Erzrivalen aus Südamerika.

In der Verlängerung musste der zweimalige Weltmeister Argentinien zunächst den Rückstand durch das Traumtor von Mexikos Carlos Salcido, der zwei Gegenspieler aussteigen ließ und dann den Ball in die lange Ecke drehte, in der 104. Minute hinnehmen. Argentinien schlug dann aber fast postwendend durch Luciano Figueroa zurück, der sein viertes Turniertor erzielte. Beide Mannschaften spielten zu diesem Zeitpunkt bereits mit je einem Mann weniger.

Brasilien, das Gastgeber Deutschland am Samstagabend mit 3:2 ausgeschaltet hatte, kann nun Revanche für die 1:3-Niederlage in der WM-Qualifikation in Buenos Aires nehmen. Mexiko blieb offiziell auch im 22. Spiel in Folge ungeschlagen - Elfmeterschießen werden nicht als Niederlagen gewertet -, was allerdings ein schwacher Trost sein dürfte. Im "kleinen Finale" am Mittwoch in Leipzig (17. 45 Uhr LIVE!-Ticker) ist statt Brasilien, das man im Gruppenspiel 1:0 geschlagen hatte, die DFB-Auswahl der Gegner.

In einer turbulenten Schlussphase der regulären Spielzeit sah zunächst Argentiniens Stürmerstar Javier Saviola wegen einer Tätlichkeit - er hatte gegen Gonzalo Pineda nachgetreten - von Schiedsrichter Roberto Rosetti in der 90. Minute die Rote Karte. In der dritten Minute der Nachspielzeit sah Mexikos Superstar Raphael Marquez wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote-Karte.

Trotz einer nur durchschnittlichen Leistung war der Erfolg für den Weltranglisten-Dritten nicht unverdient. Das Team von Coach Jose Pekerman steigerte sich nach sehr zurückhaltend gespielter erster Halbzeit im zweiten Durchgang spürbar.

Mexiko, dass sich als Sieger der Vorrundengruppe B für diese Vorschlussrunde qualifiziert hatten, hatte insgesamt mehr vom Spiel, erarbeitete sich die besseren Torgelegenheiten, war jedoch vor dem gegnerischen Tor letzlich zu harmlos.

Hinzu kam für die Mittelamerikaner eine gehörige Portion Pech: In der 55. Minute traf Sinha mit einem fulminanten Distanzschuss nur den Pfosten des argentinischen Tores, Torhüter German Lux war bereits geschlagen. Natürlich hatten auch die Argentinier schon vor ihrem Torerfolg gute Möglichkeiten. So scheiterte Abwehrspieler Fabricio Coloccini in der 59. Minute binnen Sekunden gleich zweimal per Kopfball in aussichtsreicher Position.

Insgesamt aber erreichte die mit Spannung erwartete Partie kein besonders hohes Niveau. Das hannoveraner Publikum, zu dem auch Bundeskanzler Gerhard Schröder, FIFA-Präsident Sepp Blatter, OK-Chef Franz Beckenbauer sowie Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff gehörten, reagierte auf die überwiegend mittelmäßigen Aktionen auf dem Rasen zumeist verhalten. Die Mexikaner, die an gleicher Stelle schon gegen Japan und Brasilien die Oberhand behalten hatten, konnten an diese sehenswerten Leistungen nicht anknüpfen. Auch ihr Coach war sichtlich unzufrieden, sprang immer wieder erregt auf und musste vom vierten Schiedsrichter mehrfach energisch ermahnt werden, seine "Coaching-Zone" nicht zu verlassen.

Vor dem Anpfiff durch Referee Rosetti hatten alle Stadionbesucher dem vor zwei Jahren verstorbenen Fußball-Profi Marc Vivien Voe gedacht. Der Nationalspieler Kameruns war seinerzeit ebenfalls im Halbfinale des Konföderationen-Cups auf dem Spielfeld zusammengebrochen und wenig später gestorben. Die argentinischen Spieler hatten sogar Trauerflor für den Afrikaner angelegt.

Der erstmals von Beginn an eingesetzte Rafael Marquez sowie Mittelfeldspieler Sinha waren die stärksten Akteure beim Weltranglisten-Sechsten, der in den letzten Tagen durch seine Dopingsünder Aaron Galindo und Salvador Carmona vor allem für Schlagzeilen gesorgt hatte. Auf Seiten der Argentinier verdienten sich Coloccini, sowie Kapitän Juan Pablo Sorin die Bestnoten.


STATISTIK:

Mexiko: Oswaldo Sanchez/Chivas Guadalajara - Mendez/Deportivo Toluca, Osorio/CD Cruz Azul, Marquez/FC Barcelona - Sinha/Deportivo Toluca ab 94. Torrado/Racing Santander, Pardo/CF America, Pineda/Unam Pumas, Morales/Chivas Guadalajara ab 72. Medina/Chivas Guadalajara, Salcido/Chivas Guadalajara - Lozano/Unam Pumas ab 56. Perez/CF Monterrey, Borgetti/Atletico Pachuca. - Trainer: Ricardo Antonio La Volpe

Argentinien: Lux/River Plate - Zanetti/Inter Mailand, Coloccini/Deportivo La Coruna, Milito/Real Saragossa ab 66. Maxi Rodriguez/Espanyol Barcelona, Heinze/Manchester United - Santana/US Palermo ab 76. Aimar/FC Valencia, Cambiasso/Inter Mailand, Riquelme/FC Villarreal, Sorin/FC Villarreal - Saviola/AS Monaco, Figueroa/FC Villarreal ab 116. Galletti/Real Saragossa. - Trainer: Jose Nestor Pekerman

Schiedsrichter: Roberto Rosetti (Italien)

Tore: 1:0 Salcido (104.), 1:1 Figueroa (110.)

Zuschauer in Hannover: 43.667 (ausverkauft)

Beste Spieler: Marquez, Sinha - Coloccini, Sorin

Rote Karte: Saviola nach einer Tätlichkeit (90.)

Gelb-Rote Karte: Marquez wegen wiederholten Foulspiels (90.+3)

Gelbe Karten: Salcido, Medina, Pineda - Milito, Coloccini


STIMMEN:

Trainer Ricardo La Volpe (Mexiko): "Es war ein großes Spiel, in dem wir lange Zeit die Kontrolle hatten. Der Platzverweis gegen Rafael Marquez war für uns ein großes Problem. Nach der Roten Karte hatten wir starken Druck der Argentinier auszuhalten, am Ende waren wir ziemlich müde."

Trainer Jose Nestor Pekerman (Argentinien): "Es war kein großes Spiel, aber wir haben gekämpft und auch nach dem 0: 1-Rückstand nicht die Hoffnung verloren. Wir haben jetzt einen Tag weniger Pause als die Brasilianer, aber mein junges und ambitioniertes Team wird für das Endspiel bereit sein. Für meinen Torhüter German Lux war der gehaltene Elfmeter ein wichtiger Schritt in seiner Karriere."

Quelle: sid

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