Mertesacker erfüllt sich Traum: Tante Ute ist schuld
zuletzt aktualisiert: 01.09.2011 - 15:46Düsseldorf (RPO). Nationalspieler Per Mertesacker hat sich seinen Jugendtraum erfüllt und einen Vertrag beim FC Arsenal in London unterschrieben. Bereits seit Kindertagen schwärmt der gebürtige Hannoveraner von den Gunners.
Eigentlich ist Tante Ute an allem schuld. Denn ihretwegen ist Per Mertesacker schon als Kind mit seinen Eltern nach London gereist. Und während sich sein älterer Bruder Denis bei einem der zahlreichen Besuche in Englands Hauptstadt ein Trikot von Manchester United als Souvenir schnappte, griff Per nach einem Jersey von Arsenal. "Und dann bin ich in jungen Jahren schon bei meinem ersten Verein TSV Pattensen im Arsenal-Trikot rumgelaufen und habe mich nach und nach immer mehr für Arsenal interessiert. Ich hätte damals aber nicht gedacht, dass ich eines Tages mal für diesen großen Klub spielen werde", erzählte Mertesacker, nachdem sein Wechsel von Werder Bremen zum 13-maligen englischen Meister über die Bühne gegangen war.
"Mit dem Wechsel nach London geht für mich ein Jugendtraum in Erfüllung", sagte der 75-malige Nationalspieler weiter, der wegen seiner Vertragsgespräche an der Themse von Joachim Löw in der Vorbereitung der deutschen Nationalmannschaft auf das EM-Qualifikationsspiel am Freitag (20.45 Uhr/ZDF) in Gelsenkirchen gegen Österreich einen Tag freigestellt worden war. Der Bundestrainer begrüßte am Donnerstag ausdrücklich den Wechsel des Innenverteidigers in die Premier League.
"Das ist ein sehr guter Schritt, ich freue mich darüber auch persönlich. Arsenal ist ein internationaler Topverein, der immer in der Champions League agiert. Arsenal legt Wert auf einen technisch schnellen Fußball, da wird sich Mertesacker unglaublich weiterentwickeln", prophezeite Löw. Allerdings war er sich noch nicht sicher, ob er seine Stammkraft nach dem Trubel der vergangenen Tage gegen Österreich auflaufen lässt.
Mertesacker selbst will unbedingt spielen. "Ich bin schon so lange dabei, da kommt es auf einen Tag mehr oder weniger nun wirklich nicht an", sagte der "Lange", der aber zugab, dass sich in den vergangenen Tagen die Ereignisse überschlagen hatten. "Das ist für mich eine ganz besondere Situation, weil sich das bis zum Ende hingezogen hat. Bis in den späten Mittwoch war alles unklar, nun bin ich sehr froh", sagte Mertesacker und ergänzte: "Das ist für mich eine sehr reizvolle Aufgabe, der ich mich gerne stelle, auch um mich weiterzuentwickeln. Das ist ein Wunsch, den ich schon sehr lange hege. Diese Verbindung ist seit Jahren gewachsen."
Eigentlich hatte er das Thema Arsenal, das schon im vergangenen Sommer aufgekommen war, in diesem Jahr abgehakt und sich darauf eingestellt, als Kapitän mitentscheidend den Umbruch bei Werder Bremen einzuleiten. Doch dann kam alles ganz anders, als noch in der vergangenen Woche gedacht. "Das Interesse und der neuerliche Kontakt kamen erst nach unserem Spiel in Hoffenheim am Wochenende", berichtete Mertesacker. Dass die 2:8-Pleite von Arsenal bei Manchester United den Ausschlag gegeben hat, in ihm noch einen gestandenen Verteidiger zu verpflichten, glaubt er jedoch nicht.
Mertesacker, der künftig rund fünf Millionen Euro pro Jahr bei Arsenal kassiert und zunächst seine Englisch-Kenntnisse perfektionieren will, versicherte, dass er sich bis Dienstag voll auf die Nationalelf konzentrieren wolle. Erst am kommenden Donnerstag werde er die Arbeit in London aufnehmen. Nach der Rückkehr aus Danzig, wo die DFB-Auswahl am Dienstag gegen Polen spielt, werde er zunächst noch in Bremen "einige Dinge regeln".
Dazu zählt nicht nur ein Treffen mit der Familie sondern auch der Abschied von Werder, "wo ich ich fünf hervorragende Jahre verbracht habe und immer gut behandelt worden bin". Deshalb weiß Mertesacker auch, dass "es ein Tag mit vielen Emotionen" werden wird. Werder darf sich immerhin mit einer Ablösesumme von rund zehn Millionen Euro trösten.
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