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DFB-Trainer Löw sichtete für Asien-Reise: "Team 2006"-Kicker dürfen sich Hoffnung machen

zuletzt aktualisiert: 12.10.2004 - 11:44

Ahlen (rpo). Nüchtern betrachtet brachte die 1:2-Niederlage des deutschen "Team 2006" im Ahlener Wersestadion gegen die A2-Auswahl Polens nicht allzu viel Positives. Das Zusammenspiel der Mannschaft war verbesserungsbedürftig und nach 90 Minuten stand als Resultat die erste Schlappe seit über zwei Jahren.

Dennoch könnte sich die Partie für so manchen Profi als Sprungbrett in die A-Nationalmannschaft erweisen. "Ich sehe das Ganze positiv und habe einige Erkenntnisse gewonnen", meinte Bundestrainer-Assistent Joachim Löw, der das Spiel von der Tribüne aus. "Ich werde nun gemeinsam mit Erich Rutemöller einen Bericht für Jürgen Klinsmann anfertigen und dann muss man sehen, ob für die Asien-Reise im Dezember vielleicht der ein oder andere schon in Frage kommt. Die Tür für diese Spieler und die aus der 'U21' ist offen."

Welche Profis sich konkret Hoffnungen machen können, wollte Löw noch nicht beurteilen, im Spiel gegen die Polen sind ihm jedoch einige positiv aufgefallen: "Marco Engelhardt war beispielsweise so stark wie in der Bundesliga, Albert Streit hatte gute Szenen, Jermaine Jones ist ein riesiges Talent. Und Simon Jentzsch hat in der Bundesliga hervorragende Leistungen gezeigt und ist mit Wolfsburg Tabellenführer." Nach der schwachen ersten Halbzeit hatte Löw die Spieler in der Halbzeit in der Kabine noch einmal motiviert: "Ich habe ihnen deutlich gemacht, dass sie im Fokus stehen."

Mindestens sieben Plätze für Asien-Reise frei

Für den Trip vom 13. bis 22. Dezember mit Spielen in Japan, Südkorea und Thailand muss Bundestrainer Klinsmann auf Spieler der im Uefa-Cup beschäftigten Bundesligisten Schalke 04 und VfB Stuttgart sowie der englische Premier-League-Klubs verzichten. Dies würde sieben von 20 Akteuren aus dem Aufgebot der A-Elf gegen den Iran betreffen und auch den derzeit noch verletzten Stuttgarter Torjäger Kevin Kuranyi. Zudem spielt Stürmer Lukas Podolski am 13. Dezember mit dem Zweitligisten 1. FC Köln beim MSV Duisburg.

Diskussionen über die Existenzberechtigung des Perspektiv-Teams weist Löw zurück. "Diskussionen wird es immer geben, aber jetzt sind auf jeden Fall noch drei Spiele fix vereinbart und die werden auch stattfinden. Danach muss man weitersehen", so der Klinsmann-Assistent. "Dieses Team stellt mit der 'U21' unseren Unterbau, die Spieler sind im besten Alter und haben so die Gelegenheit, international zu spielen."

Auch Trainer Erich Rutemöller sieht das "Team 2006" nicht in Gefahr. "Wenn ich das Wort Mogelpackung höre, lache ich innerlich", meinte der DFB-Coach. "Spiele wie das gegen Polen bringen uns weiter. Auch schlechte Erkenntnisse sind Erkenntnisse. Einige Spieler haben ihre Grenzen erkannt und gesehen, woran sie arbeiten müssen, dafür brauchen sie solche Gegner."

Streit, Engelhardt und Jones dürfen wiederkommen

Dass die spielstarken Polen dem DFB-Team durch Treffer von Vahan Gevorgian (50.) und dem früheren Hamburger Marek Saganowski (52.) bei einem Gegentor des Mainzers Benjamin Auer in der Nachspielzeit die erste Niederlage seit dem 6. September 2002 (1:2 gegen die "A2" der Türkei) zufügten, störte Rutemöller wenig. "Wir werden für das nächste Spiel am 7. Dezember gegen Schottland noch einmal genau den Kader überdenken", kündigte der frühere Bundesliga-Coach an und hob dieselben Akteure vor wie Löw. "Leute wie Streit, Engelhardt oder Jones werden wir sicher wieder einladen, dazu werden neue Gesichter kommen. Wir können nicht erwarten, dass sich hier 18 Spieler ins A-Team spielen. Aber wenn es einer schafft, haben wir unsere Aufgabe erfüllt."

Quelle: sid

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