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Witwe von Robert Enke
Teresa Enke stellt App für Menschen mit Depressionen vor

Teresa Enke präsentiert die EnkeApp
Teresa Enke präsentiert die EnkeApp FOTO: dpa, jst hpl
Hannover. 6,7 Millionen Menschen leiden nach Erhebungen der Stiftung, die zu Ehren von Robert Enke ins Leben gerufen wurde, in Deutschland an Depressionen. Eine neue App soll ihnen eine Hilfestellung geben. Von Robert Peters

Vor sieben Jahren nahm sich der Fußballtorwart Robert Enke das Leben. Er hatte an Depressionen gelitten. Sogar der Profifußball, dieser Zirkus der Eitelkeiten, hielt daraufhin eine Zeit lang inne. "Wir erinnern uns alle daran, wie bestürzt wir waren", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Montag in Hannover, dort, wo der Nationaltorhüter Enke zuletzt spielte. Gemeinsam mit Enkes Witwe Teresa gründete der DFB 2010 die Robert-Enke-Stiftung. Deren vorrangiges Ziel erläuterte Teresa Enke nun noch einmal: "Es ging darum, die Krankheit aus der Tabuzone zu holen." Das, so versichterte die Witwe, sei gelungen, viele Betroffene hätten ihr das in den vergangenen Jahren bestätigt.

Die Stiftung geht nun in ihrer Arbeit noch einen Schritt weiter in die Öffentlichkeit. Seit Montag gibt es die "EnkeApp", eine weitere Möglichkeit für kranke Menschen Hilfe zu bekommen. Teresa Enke, die Vorsitzende der Stiftung, stellte das Projekt ein paar Meter neben dem Stadion in Hannover vor.

Denn das Thema ist natürlich mit der öffentlichen Aufmerksamkeit nach Robert Enkes Selbstmord nicht zu Ende. Es ist aktuell wie eh und je. 6,7 Millionen Menschen leiden nach Erhebungen der Stiftung an Depressionen. Sie haben über die App die Möglichkeit, mehr über die Krankheit zu erfahren und bei Bedarf mit Ärzten in Kontakt zu kommen.

Die App bietet die Gelegenheit, Gruppen mit Verwandten und Freunden zu bilden, die im Notfall so erfahren können, wie es dem Kranken geht. Für ultimative Notfälle gibt es eine Funktion, die unmittelbar Hilfe herbeirufen kann, sie ortet den Hilfesuchenden sogar. "Wenn ich diese Möglichkeit gehabt hätte, hätte ich meinem Mann vielleicht noch das Leben retten können", sagte Teresa Enke.

Auch deshalb stellt die Stiftung die App unter die Überschrift: "Robert Enke konnten wir nicht retten. Dich schon." Die App kann kostenfrei im App-Store von Apple und bei Google heruntergeladen werden.

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