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DFB-Team
Werner steigt zu Löws Stürmer Nummer eins auf

Das ist Timo Werner
Das ist Timo Werner FOTO: afp
Prag. Verbal wollte sich Joachim Löw nicht auf eine Sturm-Hierarchie festlegen. Aber seine Zeichen in Prag waren deutlich: Timo Werner ist die Nummer eins.

Timo Werner weiß, was ihn erwartet. "Ich freue mich auf Stuttgart", sagte der Nationalstürmer vor der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte am Montag (20.45 Uhr/Live-Ticker) zum WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen, "auch wenn da irgendwelche Pfiffe kommen, das ist mir relativ egal. Ich spiele mein Spiel."

Und das tut das einstige Stuttgarter "Wunderkind" inzwischen so erfolgreich, dass er im Team des Weltmeisters zum Stürmer Nummer eins aufgestiegen ist. Bundestrainer Joachim Löw wollte sich weder vor noch nach dem 2:1 (1:0) in Prag gegen Tschechien auf eine Hierarchie im deutschen Sturm festlegen. Das musste er aber auch nicht: Dass er dort auf das Confed-Cup-Duo Werner und Lars Stindl setzte, sprach Bände.

Werner zahlte das Vertrauen mit dem wichtigen Führungstreffer zurück (4.). Löw lobte, der 21-Jährige, bei der Mini-WM wie der Finaltorschütze Stindl drei Mal erfolgreich, habe sich als einziger Offensiver an seine taktische Marschroute gehalten. Dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit Probleme hatte, habe auch daran gelegen, dass aus der Angriffsreihe "alle entgegenkamen - bis auf Timo Werner, der als Einziger in die Tiefe ging".

Werner hebt sich von Konkurrenten ab

Genau das ist die Qualität, die Werner anderen Kandidaten wie Mario Gomez oder dem diesmal nicht berufenen Sandro Wagner voraus hat, die als klassische Brechertypen eher über ihre Körperlichkeit kommen. Teammanager Oliver Bierhoff betonte gleichwohl in Prag, Löw habe "Vertrauen in alle Stürmer. Wir haben verschiedene Varianten und Kombinationen. Wichtig ist nur immer, dass die Paare zusammenpassen."

Gomez, der wie Werner am Montag in seine alte Heimat zurückkehrt, wollte sich entsprechend nicht als Verlierer sehen. "Ich bin nicht enttäuscht, überhaupt nicht", sagte er, er sei immer gerne dabei, "egal, ob ich spiele oder nicht. Wenn ich gebraucht werde, bin ich da, wenn nicht, dann nicht."

Dass er gegen Norwegen ran darf, gilt als wahrscheinlich, Löw kündigte bereits "den einen oder anderen Wechsel" an. "Ich weiß nicht, ob das der Fall sein wird", sagte Gomez jedoch, "die (anderen) haben es gut gemacht."

Erneute Feindseligkeiten erwartet

Vor allem Werner. Doch auch der gibt sich nach außen noch nicht zu sicher, was seinen Platz im WM-Kader angeht. "Da kann noch viel passieren, aber ich glaube, die, die jetzt dabei sind, haben alle gute Chancen, wenn sie auf dem Weg bleiben, auf dem sie jetzt sind."

Dieser Weg führt zunächst in die Mercedes-Benz Arena, wo das DFB-Team das Ticket nach Russland lösen kann. Werner, in Prag abermals von einigen deutschen "Fans" bepöbelt, erwartet auch dort Feindseligkeiten. Doch er hat gelernt, auch mit umzugehen. Der Fußball, hat er der Süddeutschen Zeitung gesagt, sei eben "eine Neidgesellschaft".

Und nicht jeder gönnt einem jungen Kerl von RB Leipzig den Status als Deutschlands Stürmer Nummer eins.

(sid)
 
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