| 16.23 Uhr

Kontroverser Ballermann-Song
Ikke Hüftgold würde Timo Werner gerne ein Bier ausgeben

Timo Werner: Das sagt der "Urensohn"-Sänger Ikke Hüftgold
Sänger Ikke Hüftgold FOTO: Screenshot Facebook/Ikke Hüftgold
Düsseldorf. Timo Werner von RB Leipzig sieht sich immer wieder heftigen Anfeindungen ausgesetzt. Jetzt auch in der DFB-Elf. Nicht unbeteiligt daran ist Schlagersänger Ikke Hüftgold. Seinen kontroversen Ballermann-Hit verteidigt er weiterhin als Satire, das Ausmaß seiner Aktion bedauert er jedoch. Von Daniel Brickwedde

Mit Hits wie "Dicke Titten, Kartoffelsalat", oder dem "Modeste-Song" wurde Ikke Hüftgold, bürgerlich Matthias Distel, zur unverzichtbaren Nummer am Ballermann. Seine Bühnen sind Partymeilen wie der Bierkönig auf Mallorca, sein Publikum feierwütig und bierlaunig.

Für ein breiteres Publikum wurde er jedoch vor allem mit seinem Song "Urensohn" bekannt. Zur Melodie von "Heaven is a Place on Earth" von Belinda Carlisle kursierten schon vorher Schmähgesänge auf Timo Werner, doch erst durch Distel wurde mit dem Refrain "Imo Erner ist kein Urensohn" ein ganzer Song daraus. Der Titel spielt auf die Schwalbe von Werner im Dezember gegen Schalke 04 in der Bundesliga ab. Sechs Monate ist die Aktion mittlerweile her, auf dem Ballermann wird der Song unentwegt weiter gegrölt und bewusst um die fehlenden Buchstaben zur geschmacklosen Beleidigung ergänzt.

Die Auswüchse seines Song bedauert Distel mittlerweile. "Wenn Timo Werner mir die Gelegenheit geben würde, dann würde ich ihm herzlich gerne ein Bier ausgeben und mich für alles, was da an Nachhall kam, entschuldigen", sagt Distel im Gespräch mit unserer Redaktion. Für den Song explizit jedoch nicht, betont er. Für ihn ist es weiterhin Satire: "Das Thema um die Schwalbe war damals groß. Einige sind darauf eingegangen und ich habe mich für eine Anti-Version entschieden. Es war polarisierend und hat das Thema leider angeheizt".

Wie aktuell die Thematik immer noch ist, zeigt das Länderspiel am Wochenende gegen San Marino (7:0). Die Einwechslung und jede Ballaktion von Werner wurden mit einem gellenden Pfeifkonzert begleitet. Mitspieler wie auch Bundestrainer Joachim Löw verurteilten die heftigen Reaktionen unter den Zuschauern anschließend. Werner vermutete hinter den Pfiffen auch eine Ablehnung gegenüber seinem Arbeitgeber. "Monate-, jahrelang wurden Schwalben gemacht – und bei mir wird es so aufgebauscht, nur, weil ich bei RB spiele", mutmaßte der 21-Jährige.

Den Vorwurf von Kalkül und der leichten Missinterpretation seines Songs will Distel derweil nicht auf sich sitzen lassen. "Ich weiß, dass es polarisiert. Aber ich bin eine Satirefigur auf Mallorca und mache in meinem Programm musikalische Satire über Helene Fischer, die Toten Hosen oder Böhse Onkelz. Ich würde es wieder machen."

Dennoch gibt er zu, sich mittlerweile von dem Song zu distanzieren. Nach eigener Aussage hat er die Nummer auch noch nie live performt. "Ich versuche, bei jedem Auftritt Dampf rauszunehmen", versichert er. Für Werner wünscht er sich, "dass der Junge irgendwie bei der nächsten WM das entscheidende Tor schießt und dass dann Ruhe ist".

(dbr)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Timo Werner: Das sagt der "Urensohn"-Sänger Ikke Hüftgold


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.