| 15.13 Uhr

Pleite zum EM-Auftakt
Handelfmeter-Fluch überträgt sich auch auf U19

Deutschland verliert Auftakt gegen Italien unglücklich
Deutschland verliert Auftakt gegen Italien unglücklich FOTO: dpa, mut fdt
Stuttgart. Die U19-Junioren des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) haben bei der Heim-EM in Baden-Württemberg einen Auftakt zum Vergessen erlebt.

Im Eröffnungsspiel in Stuttgart unterlag der Weltmeister-Nachwuchs vor der Rekordkulisse von 54.689 Zuschauern Italien trotz überlegener Spielweise unglücklich mit 0:1 (0:0) und ließ Erinnerungen an die Auftritte der deutschen A-Nationalmannschaft bei der EM in Frankreich aufkommen.

"In der zweiten Halbzeit hatten wir richtig gute Möglichkeiten, dennoch hat uns die letzte Galligkeit gefehlt, den Ball über die Linie zu bringen. Einmal waren wir danach dann zu unaufmerksam", resümierte DFB-Trainer Guido Streichsbier nach dem Abpfiff.

Im Duell mit den vor allem offensiv enttäuschenden "Azzurini" traf Federico Dimarco per Handelfmeter (78.). Das entscheidenden Missgeschick im eigenen Strafraum war dem Leipziger Gino Fechner unterlaufen. "Ob das ein Elfmeter ist oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden", sagte Streichsbier.

Durch die Niederlage muss seine Mannschaft bereits um den angestrebten Einzug ins Halbfinale zittern. Gegen den Nachwuchs des frischgekürten Männer-Europameisters Portugal brauchen die EM-Gastgeber im nächsten Gruppenspiel am Donnerstag (19.30 Uhr/Eurosport) in Aspach zwingend einen Sieg. Zum Vorrunden-Abschluss treffen die DFB-Talente am Sonntag (19.30 Uhr/Eurosport) in Reutlingen auf Österreich.

Zum Auftakt hatten die Platzherren mit mehr Schwung als die Südeuropäer begonnen. Nach fünf Minuten sorgte der Leverkusener Benjamin Henrichs mit einem Schuss aus 18 Metern erstmals für Gefahr vor dem Tor der Italiener.

Gegen die zurückhaltenden Gäste übernahm der DFB-Nachwuchs daraufhin die Kontrolle über die Partie und kam zu erstklassigen Gelegenheiten. Doch Philipp Ochs (1899 Hoffenheim/14.) scheiterte genauso am italiensichen Schlussmann wie kurz danach der Dortmunder Janni-Luca Serra per Kopfball (15.).

Serra stand gegen Italien überraschend schon in der Anfangsformation von Streichsbier und kam damit zu seinem ersten U19-Länderspiel. In der abgelaufenen Saison hatte der 18 Jahre alte Stürmer mit dem BVB die A-Jugend-Meisterschaft gewonnen und auf dem Weg zum Titel im Endspiel gegen Hoffenheim zwei Treffer erzielt.

Anders als die DFB-Elf, die ihre Angreifer immer wieder gefährlich ins Spiel brachte, kam die italienische Offensive in der ersten Halbzeit kaum zum Zug. Lange Bälle ins Leere bestimmten die Angriffsbemühungen des Titelgewinners von 2003. Die deutsche Doppelsechs mit Henrichs und Fechner nahm Italiens "Mini-Pirlo" Manuel Locatelli zu diesem Zeitpunkt nahezu komplett aus der Partie.

Nach der Pause setzte sich die DFB-Auswahl erneut in der italienischen Hälfte fest. Wieder bewahrte nur der Gästekeeper sein Team nach einer Doppelchance von Serra vor dem Rückstand (56.). Auch in dieser Phase sorgten die Italiener offensiv kaum für Entlastung. Die größte Chance der DFB-Elf im zweiten Durchgang vergab Ochs (66.).

Durch die völlig ungenügende Chancenverwertung der Hausherren blieb Italien jedoch im Spiel. Dennoch fiel der Siegtreffer der Gäste nach einem ihrer seltenen Angriffe glücklich.

(areh/jaso/sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

U19-EM: Handelfmeter-Fluch überträgt sich auch auf DFB-Junioren


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.