| 12.27 Uhr

EM-Quali fast perfekt
U21 denkt jetzt nur noch an Olympia

Porträt: Horst Hrubesch – Kopfballungeheuer und Trainer-Phänomen
Porträt: Horst Hrubesch – Kopfballungeheuer und Trainer-Phänomen FOTO: dpa, pse fpt hak jhe
Düsseldorf. Hoch über den Wolken durfte Horst Hrubesch schon ein wenig von Olympia träumen. Mitten in der Nacht flog die deutsche U21 nach dem 2:0 gegen Russland von Rostow aus zurück nach Deutschland, im Gepäck hatte das Team die makellose Bilanz von 21 Punkten und 26:4 Toren in der EM-Qualifikation. Die nächste große Reise wird im Sommer nach Rio führen.

In Brasilien dabei sein wird allerdings nur ein Teil der Spieler, die am Mittwoch zu ihren Klubs zurückkehrten. Und so gab es von Hrubesch zum Abschied ein dickes Lob. "An dieser jungen Mannschaft werden wir noch viel Freude haben", sagte Hrubesch. Alle Akteure hätten die Chance, zur WM 2018 nach Russland zurückzukehren.

Für Hrubesch zählt indes ab sofort nur noch Olympia. Drei Tage vor seinem 65. Geburtstag wird er am 14. April zur Auslosung der Gruppen nach Rio reisen. Anschließend beginnt die große Suche – nach Trainingsplätzen, vor allem aber nach den 18 Namen, die erstmals seit 1988 eine deutsche Herren-Mannschaft bei Olympia vertreten werden. Einfach wird diese Aufgabe nicht.

"Ich habe da schon etwas im Kopf, das ist normal. Im Moment ist es ein großer Kader, der mehr als 40 Spieler umfasst. Den werden wir irgendwann ein bisschen runterbrechen, im frühesten Fall nach der Auslosung", sagte Hrubesch: "Und dann werden wir sehen, wer fit ist."

Nominieren will der DFB-Trainer in erster Linie jene Spieler, die 2015 mit dem Einzug ins Halbfinale der U21-EM das Olympia-Ticket gelöst hatten. Also etwa Johannes Geis (Schalke 04), Timo Horn, Dominique Heintz oder Leonardo Bittencourt (alle 1. FC Köln), die für die aktuelle U21 zu alt sind. Wobei: Ein Köln-Trio wird kaum nach Brasilien fahren, nach Möglichkeit soll jeder Bundesligist nur zwei Spieler abstellen.

Abstimmen muss sich Hrubesch zudem mit Joachim Löw. Der Bundestrainer machte nach dem 4:1 gegen Italien noch einmal deutlich, für seinen EM-Kader auch U21-Spieler im Blick zu haben. "Max Meyer, Leon Goretzka, das sind Spieler mit sehr großen Fähigkeiten. Dahoud hat gut gespielt, auch Weigl oder Kimmich. Es gibt einige Spieler, die wir weiter beobachten", sagte Löw in der ARD. Auch Leroy Sané gilt als heißer Kandidat.

Auf Hrubesch wartet also viel Arbeit. Seinem Nachfolger Marcus Sorg hat er aber bereits ein bestelltes Feld hinterlassen. "Ich traue dieser Mannschaft viel zu", sagte Hrubesch: "Die Qualität ist da, in Polen 2017 etwas Großes zu erreichen." Für einen Teil der Spieler gilt das freilich schon im Sommer in Rio.

(sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

U21 denkt nur noch an Olympia 2016


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.