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Duell mit DFB-Elf
Oranje will positiven Abschluss - Bondscoach Blind unter Druck

Deutschland - Niederlande: Fakten
Deutschland - Niederlande: Fakten
Hannover. Seit 13 Jahren haben die Niederländer nicht mehr gegen Erzrivale Deutschland gewonnen. Das soll sich am Dienstag ändern. Für die Spieler geht es dabei um die Ehre, für Bondscoach Danny Blind um die Zukunft.

Nach dem peinlichen Aus in der EM-Qualifikation will die niederländische Fußball-Nationalmannschaft am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) mit einem Sieg in Hannover gegen Weltmeister Deutschland einen versöhnlichen Abschluss des Länderspieljahres feiern. Bei einer weiteren blamablen Leistung würde der Druck auf Blind hingegen weiter wachsen. Ein Rauswurf des 54-Jährigen wäre trotz eines bis 2018 laufenden Vertrages nicht ausgeschlossen.

"Es geht um Prestige und Ehre. Die Spiel dient als Vorbereitung auf die Qualifikation zur WM 2018", sagte Blind, der sein Team auch ohne Kapitän Arjen Robben in die Pflicht nimmt: "Die Mannschaft muss immer den Willen haben, gewinnen zu wollen." Angesichts der Terroranschläge in Paris räumt Blind allerdings ein, dass es nun ein "anderes Spiel" sein werde.

Blind weiß trotz der besonderen Umstände in der niedersächsischen Landeshauptstadt aber auch, dass er unter strenger Beobachtung steht. Erst nach dem Spiel wird der Aufsichtsrat des Verbandes KNVB, dem der frühere Schalke-Profi Johan de Kock angehört, in Klausur gehen und das vorzeitige Scheitern in der EM-Qualifikation aufarbeiten. Der Ausgang dieser Sitzung ist völlig offen. Neben Blind steht auch KNVB-Direktor Bert van Oostveen heftig in der Kritik.

Niederlande brauchen Sieg als Stimmungsaufheller

Der 3:2-Erfolg am vergangenen Freitag in Cardiff gegen EM-Teilnehmer Wales sorgte auch für keinen nachhaltigen Stimmungsaufschwung, der erste Sieg gegen Erzrivale Deutschland seit 13 Jahren (3:1 beim Länderspiel im November 2002 in Gelsenkirchen) würde da schon etwas mehr Balsam für die arg geschundene Fußballseele des WM-Dritten bedeuten. Den bis Ende Oktober verletzten Robben wird Blind nach Rücksprache mit Meister Bayern München allerdings schonen. Beim Sieg in Wales erzielte der Superstar noch zwei Tore, zudem traf der Wolfsburger Bas Dost.

Die Kritik an der Elftal ist im Land des Europameister von 1988 aber weiterhin groß. Nach Ansicht von Hoffenheim-Trainer Huub Stevens hat Oranje "den Anschluss verloren. Das Land und der Verband ließen sich vom dritten Platz bei der WM blenden. Dabei lag schon vor der WM vieles im Argen". Ex-Bondscoach Bert van Marwijk wirft dem Verband Planlosigkeit vor. "Dem KNVB fehlen Strukturen. Es ist vollkommen eskaliert", sagte der ehemalige Bundesliga-Coach van Marwijk.

Wie sich der Verband für die Zukunft aufstellen wird, ist derzeit offen. Die Kritik von zahlreichen Fußball-Größen hat aber auch der KNVB vernommen. "Wir sind nicht taub und hören die Töne, die von außen auf uns zukommen. Aber es ist gut, wenn wir eben alles mal ein wenig sacken lassen", sagte ein KNVB-Sprecher zuletzt.

(cb/sid)
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