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DFB-Kader für die WM 2018
Diese 23 Spieler haben die besten Karten

WM-Kader 2018: Diese 23 Spieler haben die besten Chancen auf die WM
Konkurrenten im Sturm: Mario Gomez (l.) und Sandro Wagner. FOTO: dpa, jai
Gegen Spanien und Brasilien hatte Joachim Löw die letzte Gelegenheit, DFB-Spieler unter Wettkampfbedingungen zu testen. Am 15. Mai sagt er, wer mit nach Russland fährt. Wir wagen eine Prognose, wer die 23 Spieler im deutschen WM-Kader sein werden. Von Aaron Knopp

Tor

Vielleicht bin ich gar nicht Marc-André ter Stegen – sondern Manuel Neuer. Nicht nur Bundestrainer Joachim Löw würde wohl besser schlafen, wenn der Welttorhüter wie in diesem Werbespot eines Getränkeherstellers einfach aus dem Nichts zurückkehren würde. Die Realität ist mühsamer. Neuer ist bei Bayern München immerhin ins Lauftraining eingestiegen, bringt Jupp Heynckes damit aber möglicherweise in ein Dilemma. Grundsätzlich würden es die Bayern vorziehen, ohne Ball zu spielen als ohne Neuer. Nach seiner langwierigen Verletzung bleiben aber Zweifel. Soll Heynckes ihn gerade in der entscheidenden Saisonphase wieder ins Tor stellen? Was, wenn Neuer möglicherweise in einem K.o.-Spiel in der Champions League patzt? Schlimmstenfalls meldet sich der 32-Jährige bis zur WM fit, kommt aber vorher beim Rekordmeister überhaupt nicht mehr zum Einsatz. Sollten jedoch alle Zweifel an seiner gesundheitlichen Verfassung bis dahin ausgeräumt sein, steht Neuer im Tor.

Die Einzelkritik vom Spiel gegen Brasilien FOTO: afp

Für den Fall der Fälle ist das DFB-Team gerüstet. Ter Stegen ist in Barcelona gereift und inzwischen beinahe eine Nummer eineinhalb. Sportlicher Substanzverlust droht also keineswegs. Umkämpft ist lediglich noch die Position des dritten Torwarts: Bernd Leno hat sich in den letzten Jahren an dieser Stelle etabliert, aber auch Kevin Trapp von Paris Saint-Germain meldet Ansprüche an. Dass Trapp im Verein nur sporadisch zum Einsatz kommt, bringt den Bayer-Keeper hier in die deutlich bessere Position als Bewerber für ein Touristenticket nach Russland.

Abwehr

Joshua Kimmich ist der einzig nominelle Rechtsverteidiger im Aufgebot. Am Nationalspieler des Jahres 2017 gibt es aufgrund seiner bestechenden Leistungen aber kein Vorbeikommen - unabhängig von der Position. Benjamin Henrichs, der zuletzt bei der U21 spielte, wäre ein Eins-zu-eins-Stellvertreter für die Rechtsverteidigerposition. Da ein System mit Dreier- oder Fünferkette aber durchaus Teil der taktischen Überlegungen von Joachim Löw ist, dürfte der Bundestrainer statt eines zweiten Rechts- eher weitere Innenverteidiger bevorzugen. 

In der Zentrale sind Mats Hummels und Jérôme Boateng gesetzt. Dahinter haben Niklas Süle und Antonio Rüdiger die besten Aussichten, Gladbachs Matthias Ginter darf sich zumindest noch Hoffnungen machen, auch wenn er weder gegen Spanien noch gegen Brasilien zum Einsatz kam. Für ihn spricht, dass er auch rechts verteidigen kann, falls Kimmich einmal ausfallen sollte. Skhodran Mustafi und vor allem Benedikt Höwedes, der bei WM und EM noch gesetzt war, aber bei Juventus Turin bislang noch überhaupt noch nicht in Tritt kommt, stehen hinten an. Auch Jonathan Tah hat höchstens Außenseiterchancen.

Auf der Linksverteidigerposition hat sich Joachim Löw öffentlich schon weitgehend festgelegt. Jonas Hector ist gesetzt, Herthas Marvin Plattenhardt sein Vertreter. Beide profitieren davon, auf ihrer Position derzeit weitgehend konkurrenzfrei agieren zu können. Philipp Max spielt mit dem FC Augsburg zwar eine beachtliche Runde, bekam von Löw aber öffentlich schon eine So-gut-wie-Absage.

Mittelfeld

Toni Kroos, Ilkay Gündogan, Sami Khedira, Mesut Özil, Leon Goretzka, Emre Can – du glückliches Deutschland! Mit dem Angebot im Zentrum könnten zwei Titelkandidaten auskommen. Die Genannten werden allesamt in den Genuss des russischen Sommers kommen. Einer, ohne den sich Deutschland gar nicht Titelverteidiger nennen dürfte, steht derweil auf der Kippe. Joachim Löw schrieb Mario Götze ungewöhnlich konkrete Hausaufgaben ins Stammbuch. Der Dortmunder solle wieder verstärkt den Weg in die Spitze suchen, schlicht torgefährlicher werden. Der Torschütze des WM-Finales muss der Welt - vor allem aber dem Bundestrainer - nun zeigen, dass er besser ist als die üppige Konkurrenz auf seiner Position. Max Meyer, Julian Weigl und auch Sebastian Rudy, stehen derzeit noch hinter den Etablierten an.

Müller spielt immer! Als Louis van Gaal das in Stein meißelte, war er noch Bayern-Coach und das ist eine Weile her. Zwischenzeitlich hatte Thomas Müller in Verein und Nationalmannschaft mit Formproblemen zu kämpfen, findet aber mehr und mehr zurück zu alter Torgefahr. Als einer der Führungsfiguren ist er aus dieser Mannschaft ohnehin nicht wegzudenken. Julian Draxler verfügt trotz nicht ganz unumstrittener Rolle in Paris über zu viel fußballerische Klasse, als dass Löw freiwillig auf ihn verzichten würde. Leroy Sané ist in Manchester auf dem Weg zum Weltklassespieler und ebenfalls gesetzt, auch wenn er sich von der Generalkritik nach seinem sehr durchwachsenen Auftritt gegen Brasilien direkt angesprochen fühlen muss. Marco Reus fehlte in den Länderspielen gegen Spanien und Brasilien. Eine traurige Routine im DFB-Team, die diesmal aber weder Fans noch Reus beunruhigen sollte. Löw weiß nur zu gut, dass der Dortmunder schon in okayer Verfassung ein Unterschiedsspieler auf höchstem Niveau ist. Das bewies er nach seiner Verletzung beim BVB auf Anhieb. Einen Spieler seines Formats lässt keine Mannschaft ohne Not zu Hause. Es bleibt ein freier Platz – und der geht an Lars Stindl. Dem Gladbacher kommt seine Flexibilität zugute. Auch wenn er zuletzt ein wenig Ladehemmung hatte, ist er mit seiner Torgefahr als Hybrid zwischen Mittelfeld und Angriff doppelt wertvoll.

Angriff

Timo Werner ist gesetzt. Der Überschallstürmer von RB Leipzig ist inzwischen die Nummer eins in der vordersten Angriffsreihe. Daneben duellieren sich mit Mario Gomez und Sandro Wagner zwei Typen ähnlichen Zuschnitts. Löw hat gute Argumente für jeden Einzelnen, aber wenig Gründe, beide in den WM-Kader zu berufen. Aufgrund der starken Rückrunde und seiner Verdienste entscheidet Gomez das Rennen für sich.

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Das sind die 23 Spieler, die Joachim Löw voraussichtlich mit nach Russland nimmt:

Tor: Neuer, ter Stegen, Leno

Abwehr: Kimmich, Hummels, Boateng, Süle, Rüdiger, Hector, Plattenhardt

Mittelfeld: Kroos, Gündogan, Khedira, Özil, Goretzka, Can, Draxler, Sané, Reus, Stindl, Müller

Angriff: Werner, Gomez

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