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"Wissen, was wir erwarten"
Löw schwört seine Weltmeister ein

Das sind Joachim Löws Debütanten
Das sind Joachim Löws Debütanten FOTO: afp, pst/dg
Hamburg. Erst entspannen, dann Vollgas geben: Nach zwei freien Tagen beginnt die DFB-Elf am Mittwoch die Vorbereitung auf wegweisende WM-Quali-Spiele - mit einem klaren Ziel.

Bundestrainer Joachim Löw sprach mahnend von der Bedeutung der anstehenden WM-Qualifikationsspiele, doch für seine Weltmeister waren Tschechien und Nordirland an einem überlangen Wochenende noch ganz weit weg. Mats Hummels wusste zwischen Wiesn-Besuch und Einheitstag "nur, gegen wen wir spielen. Über alles weitere habe ich noch nicht einmal ansatzweise nachgedacht." Sein Münchner Vereinskollege Thomas Müller ergänzte achselzuckend: "Ich könnte auch schon was über die Urlaubsplanung im Winter erzählen."

Noch aber ist Anfang Herbst - und Löw ließ vor den wegweisenden Duellen mit Tschechien am Samstag in Hamburg und Nordirland am 11. Oktober (beide 20.45 Uhr/Live-Ticker) in Hannover keinen Zweifel daran, dass es ein "heißer" Herbst werden würde. "Diese beiden Heimspiele sind sehr wichtig für uns", sagte er, "wir wollen anknüpfen an die Leistung, die wir in Oslo gezeigt haben."

Keine Experimente

Dort gelang zu Beginn des langen Weges nach Moskau 2018 ein starkes 3:0 gegen Norwegen. Jetzt sollen die nächsten Siege gegen die vermeintlich anspruchsvollsten Gegner in der Gruppe C die DFB-Elf Russland ein gutes Stück näher bringen. Löw verzichtete daher bei der Nominierung seines 22-köpfigen Aufgebots auf Experimente, einen Neuling berief er ebensowenig wie den möglichen Rückkehrer Gonzalo Castro. Dieser muss sich wie einige andere Kandidaten bis November gedulden, wenn die Länderspielsaison in San Marino (WM-Quali) und Italien ausklingt.

Zuvor versammelt Löw seine Mannschaft um die Rückkehrer Jerome Boateng, Mario Gomez und Ilkay Gündogan in Hamburg, wo die Fußballbegeisterung schon mal größer war - der HSV ist in der Bundesliga genauso Tabellenletzter wie St. Pauli in der 2. Liga. Löw kümmert's wenig, er will den Fokus in den nur drei Trainingseinheiten bis zum Anpfiff am Samstag auf Siegeswillen legen. "Nach dem guten Start in die Qualifikation wollen wir auch die nächsten Spiele gewinnen und die Tabellenführung behaupten", sagte er, schließlich erreiche nur der Gruppensieger direkt die WM.

Verzichten muss Löw auf Weltmeister André Schürrle sowie Karim Bellarabi, Marco Reus und Antonio Rüdiger. Emre Can ist nach überstandener Verletzung noch nicht wieder dabei, dafür kehrt der für die EM nicht berücksichtigte Hoffenheimer Sebastian Rudy zurück. Die Spieler, betonte Löw, der zum Quali-Start in Oslo noch eine Art Regierungserklärung abgegeben hatte, "wissen, was wir von ihnen erwarten". Nämlich sechs Punkte.

Die sind angesichts der Gegner tatsächlich Pflicht. Tschechien hat nach dem Vorrunden-Aus bei der EURO seine Topstars Tomas Rosicky sowie Petr Cech verloren und muss sich unter dem neuen Trainer Karel Jarolim erst finden. Davon zeugte auch das 0:0 gegen die Nordiren Anfang September in Prag. "Ein solcher Prozess kann Kräfte freisetzen", warnte Löw dennoch, "wir müssen von Beginn an hochkonzentriert sein."

Von den Nordiren erwartet Löw "Leidenschaft" und "großes Kämpferherz" - aber wenig fußballerische Klasse. Wie beim 1:0-Erfolg bei der EM, wo Mario Gomez der deutschen Mannschaft mit seinem Tor den Gruppensieg gesichert hatte. "Der Großteil des EM-Kaders wird jetzt auch in Hannover dabei sein", sagte Löw, "wir wissen also, was uns erwartet."

Das dürfte bis spätestens Samstag auch für die Spieler gelten.

(sid)
 
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