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Nach der Party ist vor der Pflicht
Löw warnt vor Quali-Fehlstart

Fotos: Joachim Löw – Freiburger, DFB-Pokalsieger, Weltmeister
Fotos: Joachim Löw – Freiburger, DFB-Pokalsieger, Weltmeister FOTO: dpa, ss
Mönchengladbach. Nach dem tränenreichen Abschied von Bastian Schweinsteiger bereitet Joachim Löw die deutschen Weltmeister auf die Titelverteidigung vor.

Nach der Party ist vor der Pflicht. Den tränenreichen Abschied seines WM-Helden Bastian Schweinsteiger musste ein ebenfalls ergriffener Joachim Löw schnell verdauen - schon am Sonntag (20.45 Uhr/Live-Ticker) beginnt in Oslo gegen Norwegen der lange Weg zur angestrebten Titelverteidigung. Ohne Schweinsteiger, ohne Lukas Podolski, dafür mit dem höchstwahrscheinlich neuen Kapitän Manuel Neuer beginnt 59 Tage nach dem EM-Aus ein neuer Zyklus.

Löw warnte eindringlich vor einem erneuten Fehlstart. "2014 haben wir das erste Spiel der EM-Quali verloren (0:2 gegen Polen, d. Red.) und waren schon in Zugzwang. Das soll uns diesmal nicht passieren", sagte der Bundestrainer. Diesmal spiele seine Mannschaft aufgrund des frühen Termins "ein bisschen aus der kalten Hose", aber: "Wir werden eine sehr starke Mannschaft haben. Und wir werden gewinnen."

Diese Mannschaft wird mit der aus dem Länderspiel gegen Finnland (2:0) am Mittwoch in Mönchengladbach wenig gemein haben - nicht nur, weil Schweinsteiger, "ein großer Spieler und großer Mensch" (Löw), ja nun fehlen wird. "Mats Hummels, Sami Khedira, Toni Kroos, Thomas Müller, Benedikt Höwedes und Mesut Özil werden spielen", kündigte Löw im ZDF an, selbstverständlich wird auch Neuer ins Tor zurückkehren.

Der Ernstfall Norwegen, daran ließ der Bundestrainer keinen Zweifel, ist nicht der richtige Zeitpunkt für Experimente. Allerdings gibt es das eine oder andere Problem: Kevin Volland hat einen Mittelhandbruch erlitten, was eine OP notwendig machte. Einzige Option im Sturm bleibt somit Mario Götze, von dem Löw selbst sagt: "Er ist nicht bei 100 Prozent, da fehlen Dynamik, Spritzigkeit, Bewegung. Er braucht noch ein paar Spiele für den richtigen Rhythmus." Allerdings bereitete Götze die beiden Tore durch den starken Max Meyer (55.) und Özil (77.) vor.

Da Julian Draxler (Grippe) angeschlagen ist, Emre Can und André Schürrle zudem verletzt ausfallen, beließ Löw Meyer und Julian Brandt im Kader. Der überzeugende Hoffenheimer Debütant Niklas Süle reist wie Volland hingegen nicht mit, was er schon geahnt hatte: "Ich gehe stark davon aus, dass ich nach Hause darf."

Meyer spielt groß auf

Während Brandt nach dem Olympiaturnier etwas schlapp wirkte, spielte Meyer groß auf - bei Löw hinterließ der Schalker in seinem zweiten Länderspiel nach dem Debüt im Mai 2014 Eindruck. "Er hat mir wirklich gut gefallen, er ist technisch sehr, sehr gut. Er macht die Wege in die Tiefe, das hat er schon bei Olympia sehr gut gemacht. Das war eine sehr, sehr gute Leistung", sagte der Bundestrainer.

Der Mittwoch gehörte aber nochmal nur einem: Bastian Schweinsteiger, der vor seinem 121. und letzten Länderspiel hemmungslos weinte. "Ich hatte eine wunderschöne Zeit bei der Nationalmannschaft, es war unheimlich schön, zu sehen, wie die Zuschauer die Mannschaft unterstützt haben in den letzten Jahren", sagte er, nachdem ihn die Mannschaftskollegen auf den Schultern zu den Fans getragen hatten.

Am Sonntag wird er wohl mit einem mulmigen Gefühl auf der heimischen Couch sitzen. Das Duell mit Norwegen werde er "höchstwahrscheinlich im Fernsehen" verfolgen, berichtete er: "Ich drücke der Mannschaft die Daumen, dass sie weiter so viel Erfolg und eine gute Zukunft haben wird." Seine Kapitänsbinde ließ er bei seiner Auswechslung einfach an: "Die bekommt wahrscheinlich einen Sonderplatz."

Der nun vakant gewordene Platz in der Nationalmannschaft ist für Joachim Löw ohne Qualitätsverlust zu vergeben. Khedira und Kroos stehen dafür zur Verfügung, auch Ilkay Gündogan, wenn er von seiner Verletzung genesen ist. Am Mittwoch löste der junge Julian Weigl nach 68 Minuten Schweinsteiger ab.

(ems/sid)
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