Rote Karte und drei Gegentore: Zieler und ter Stegen vom Pech verfolgt
zuletzt aktualisiert: 16.08.2012 - 15:29Frankfurt/Main (RPO). Ron-Robert Zieler geht als erster deutscher Torhüter, der jemals eine Rote Karte sah, in die Länderspiel-Geschichte ein. Sein Vertreter Marc-Andre ter Stegen musste trotz eines gehaltenen Elfmeters von Lionel Messi drei Gegentore hinnehmen.
Ron-Robert Zieler hatte immerhin ein Stück Geschichte geschrieben, Marc-Andre ter Stegen einen Elfmeter des Weltfußballers Lionel Messi gehalten – Grund zu Freude hatte aber keiner der beiden Nachwuchstorhüter nach der unglücklichen Niederlage der Nationalmannschaft gegen Argentinien (1:3).
Der 23-jährige Zieler hatte sich den Eintrag in die Annalen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sicher anders vorgestellt, als seit seiner Notbremse gegen Jose Sosa in der 30. Minute der erste deutsche Torhüter in der 104-jährigen Länderspiel-Geschichte zu sein, der vom Platz gestellt wurde. "Ich hatte es ja ahnen können", beschrieb der Hannoveraner die Sekunden nach dem Foul recht nüchtern: "Das ist dann für uns Torhüter so, damit muss man dann auch leben."
Beistand bekam Zieler von Bundestrainer Joachim Löw, der feststellte, dass diese Regelauslegung "einfach unsinnig" sei. "Natürlich war Ron ziemlich betrübt. Das muss er gar nicht sein. Es war einfach eine unglückliche Situation", sagte der DFB-Coach.
Acht Gegentore in zwei Spielen für ter Stegen
Und ter Stegen? Der Ersatz vom Ersatz, erst kurzfristig für den angeschlagenen und sonst unantastbaren Manuel Neuer nominiert, zeichnete sich nach seinem Kaltstart zwar mit seiner Elfmeter-Glanztat bravourös aus, kassierte aber auch drei Gegentore. "Natürlich ist es schön, um die Mannschaft im Spiel zu halten", sagte der 20-Jährige: "Aber am Ende kann man sich nicht richtig darüber freuen." In seinen zwei Länderspiele musste der Gladbacher, der in 40 Bundesliga-Spielen nie mehr als zwei Gegentore kassiert hatte, bereits achtmal hinter sich greifen.
"Marc muss man gar nicht so aufbauen, er hat einen Elfmeter gegen Messi gehalten. Das war ein gutes Gefühl für ihn", sagte Löw: "Dann hat er auch noch ein paar andere Bälle gut gehalten. Er konnte nichts tun bei den Toren."
Trotzdem dürfte Löw in der "kleinen T-Frage" hinter Neuer nach dem ersten Spiel der Länderspielsaion keinen großen Schritt weitergekommen sein. Immerhin abseits des Platzes zeigten beide Torhüter, wie gut sie in das DFB-Gefüge passen. Weder Zieler noch ter Stegen wollten sich zu ihrer Zukunft im deutschen Tor äußern und versprachen nüchtern, einfach ihre Leistung bringen zu wollen, um den Bundestrainer zu überzeugen.
"Nicht gut gelaufen"
"Wir haben viele gute Torhüter und jeder will sich beweisen", sagte ter Stegen: "Ich habe heute ein ganz gutes Spiel gemacht, aber bei drei Gegentoren ist es für alle nicht gut gelaufen." Trotz der wohl endgültigen Ausbootung des Hoffenheimers Tim Wiese können sich ter Stegen und Zieler bei weitem nicht ausruhen. Hinter den beiden lauern Bernd Leno (Bayer Leverkusen) oder Sven Ulreich (VfB Stuttgart), auch Rene Adler dürfte nach seinem Wechsel zum Hamburger SV das Thema Nationalmannschaft noch nicht abgeschrieben haben.
Auch wenn Löw schon vor dem Spiel versprach, auch weiter die jungen Torhüter in den Kader zu holen – viele Gelegenheiten, sich auszuzeichen werden die beiden Youngster nicht mehr bekommen. In den Pflichtspielen der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014, die am 7. September gegen die Färöer beginnt, ist Neuer gesetzt. Immerhin könnte Zieler in seiner Heimatstadt spielen - die Sperre, die sich nach Angaben des DFB auf ein Spiel beläuft, gilt nur für Freundschaftspiele und damit erst wieder für den Klassiker gegen die Niederlande im November.








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