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Friedensgipfel statt Rosenkrieg: Zwanziger reicht Ballack die Hand

zuletzt aktualisiert: 20.06.2011 - 13:25

Frankfurt/Main (RPO). Ballack vs. Löw - der Krach zwischen Ex-Capitano und Bundestrainer geht weiter. Inhalte der Gespräche werden völlig anders interpretiert. Nun schaltet sich DFB-Präsident Theo Zwanziger ein.

Friedensgipfel statt Rosenkrieg: DFB-Boss Theo Zwanziger reicht Michael Ballack die Hand und will damit die anhaltenden Dissonanzen zwischen dem Ex-Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und Bundestrainer Joachim Löw beenden. Zwanziger erklärte in einer Kolumne für die Sport Bild, dass das Angebot eines Abschiedsspiels für Ballack gegen Brasilien am 10. August in Stuttgart trotz dessen harscher Kritik an Löw weiterhin aufrechterhalten wird. Es ist nach SID-Informationen allerdings ausgeschlossen, dass Ballack dieses Angebot annimmt.

"Nachtragend sind wir nicht"

"Nachtragend sind wir nicht, die Tür für Michael Ballack bleibt beim DFB immer offen. Ballack hat nach wie vor einen ehrenvollen Abschied verdient. Zeitnah zum Ende seiner Laufbahn. Das ist nach wie vor die Möglichkeit in Stuttgart. Das ist das Angebot, das wir ihm machen", schrieb Zwanziger: "Und ganz ausschließen, dass es doch zu diesem Abschied kommt, will ich das trotz der bisherigen Absage von Michael Ballack nicht."

Ballack hatte Löw am Sonntag unterstellt, die Unwahrheit gesagt zu haben. Dennoch will Zwanziger den für den ganzen Verband schwierigen Fall Ballack so schnell wie möglich vom Eis kriegen. Am liebsten noch vor Beginn der Frauen-WM am kommenden Samstag. Denn bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der Frauen-WM in Berlin am Dienstag muss der DFB-Präsident befürchten, dass sich alles um das Thema Ballack dreht. "Wenn man in einem Spannungsverhältnis steht, dann kann man das nur dann auflösen, wenn man aufeinander zugeht. Das ist bisher leider nicht geschehen", meinte Zwanziger.

Allerdings fordert Zwanziger eine Entschuldigung Ballacks, der das ihm angebotene Abschiedsspiel gegen Brasilien als eine "Farce" bezeichnet hatte. "Wenn sich eine Meinungsänderung im Ansatz zeigt, dann wird der DFB immer Versuche wahrnehmen zu vermitteln. Aber das muss auch sichtbar werden. Und mit der Wortwahl, wie es die vergangenen Tage geschah, ist das natürlich kein guter Ansatz. Michael Ballacks Wortwahl war zu deutlich", sagte Zwanziger und stärkte damit Bundestrainer Löw den Rücken. Zwanziger betonte, dass Löw das Angebot eines Abschiedsspiels für Ballack ehrlich gemeint habe.

Kritik an Ballacks Berater

Und auch Kaiser Franz Beckenbauer sagte der Illustrierten Bunte: "Michael hat viel durchgemacht. Das ihm angebotene Abschiedsspiel am 10. August hätte er als krönenden Abschluss seiner großen Nationalelfkarriere annehmen sollen."

Um weiteren Schaden vom DFB wegzuhalten, ging Zwanziger am Montag in die Offensive. Der DFB-Boss ist zudem der Überzeugung, dass Ballack in den Tagen nach dessen erzwungenem Abschied aus der Nationalmannschaft am vergangenen Donnerstag schlecht beraten wurde.

"Ich weiß nicht, ob man dieses Spiel gegen Brasilien falsch einschätzt. Ich finde es als tolle Geste, dass man einen langjährigen Kapitän, der Großes für den deutschen Fußball geleistet hat, gerade in einem Klassiker wie gegen Brasilien die Chance gibt, sich von der Mannschaft und von seinen Fans zu verabschieden. Ich halte das für ein tolles Angebot und bin ein bisschen traurig, dass das Umfeld von Michael Ballack ihn da anders beraten hat", äußerte Zwanziger.

Aussage gegen Aussage

Zwanziger sieht sich zum Handeln gezwungen. Denn nach der unglücklichen Scheidung von Ballack gerieten nicht nur der 98-malige Nationalspieler, sondern auch Löw und Generalsekretär Wolfgang Niersbach unter Druck. Derzeit stehen Aussage gegen Aussage, zumindest eine Partei gibt die Wahrheit verfälscht wieder. "Ballack hat offenbar geglaubt, dass es möglich sei, noch bei der Europameisterschaft im nächsten Jahr - möglicherweise sogar als Kapitän - in dieser Mannschaft zu spielen. Da ist es nur logisch, dass die Entscheidung des Bundestrainers für ihn schmerzlich ist", meinte Zwanziger.

In diesem Punkt widerspricht Ballack aber dem DFB. Denn nach eigener Aussage wollte Ballack gar nicht mehr an der EURO teilnehmen, sondern vielmehr in der Sommerpause selbst zurücktreten. Diese Chance sei ihm durch das Vorpreschen von Löw, der ihm zudem Mut für eine Fortsetzung der DFB-Karriere zugesprochen haben soll, genommen worden, unterstrich der 34-Jährige. "Es war klar und unmissverständlich von beiden Seiten vereinbart, dass ich meine Entscheidung, zurückzutreten, in Ruhe in der Sommerpause selbst verkünden darf", teilte der Mittelfeldspieler in einer persönlichen Erklärung mit.

Nur Ballack und Löw wissen, was am 30. März in Düsseldorf tatsächlich besprochen wurde...

Quelle: SID/can

 
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