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DFB-Präsidenten-Wahl nur noch Formsache: Niersbach: "Ich bin bereit"

zuletzt aktualisiert: 07.12.2011 - 12:23

Frankfurt/Main (RPO). Einst Journalist, bald wohl DFB-Boss: Generalsekretär Wolfgang Niersbach steht beim Deutschen Fußball-Bund als Nachfolger des Präsidenten Theo Zwanziger bereit. Das erklärte Niersbach (61) nach einem Treffen des DFB-Präsidiums mit den Vorsitzenden der Regional- und Landesverbände am Mittwoch in Frankfurt am Main.

Zwanziger, DFB-Präsident seit 2004 (allein seit 2006), hatte angekündigt, sein Amt im Oktober 2012 niederzulegen. Die Wahl des elften DFB-Präsidenten wird im Rahmen eines Außerordentlichen DFB-Bundestages erfolgen.

"Ja, ich traue es mir zu!"

"Ja, ich traue es mir zu! Ich bin bereit", sagte Niersbach. "Es sind viele positive Signale ausgesandt worden, die mich bewogen haben, zuzustimmen. Das war sicher nicht mein Ziel, nicht meine Lebensplanung - aber das war es auch nicht, als ich Generalsekretär wurde. Schließlich bin ich einst als Journalist zum DFB gekommen. Das ist jetzt ein gewaltiger Schritt für mich, dem ich mit Riesenrespekt entgegensehe."

Zwanziger hatte zuvor bereits das Wort ergriffen. "Ich bin sehr froh, dass sich Wolfgang Niersbach nach intensiver Überlegung bereit erklärt hat, im Oktober 2012 meine Nachfolge als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes anzutreten", sagte er. "Ich habe ihn mir bereits für den Bundestag 2010 als Nachfolger gewünscht. Damals war er dazu noch nicht bereit. Umso mehr freue ich mich heute über seine Zusage. Er erhält meine volle Unterstützung." An Niersbach gerichtet, sagte Zwanziger: "Du wirst das schaffen!"

Zwanziger erklärte, er arbeite seit 20 Jahren freundschaftlich, eng und vertrauensvoll mit Niersbach zusammen. "Ich bin daher überzeugt, dass er den Verband in Zukunft optimal führen und dabei die ehrenamtliche Basis nicht aus den Augen verlieren wird." Niersbach habe am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr in einem persönlichen Gespräch seine Zusage gegeben.

Info

261 Delegierte wählen Nachfolger von Zwanziger

Im Zuge des Rücktritts von Präsident Theo Zwanziger (66) muss der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zunächst einen Außerordentlichen Bundestag organisieren. Dort werden die 261 Delegierten des größten Sportfachverbandes der Welt zusammenkommen und über die Nachfolge entscheiden. Der nächste Ordentliche DFB-Bundestag, der turnusgemäß alle drei Jahre stattfindet, war ursprünglich erst für 2013 geplant.

Die stimmberechtigten Delegierten des DFB-Bundestages setzen sich aus Vertretern des DFB-Präsidiums und -Vorstandes, der im Ligaverband organisierten Profivereine und der Regional- und Landesverbände zusammen. Aus dem DFB-Präsidium (16 Stimmen) und DFB-Vorstand (30) sind alle Mitglieder stimmberechtigt - ebenso der DFB-Ehrenpräsident. Der Ligaverband hat 74 Stimmen.

Die 140 Stimmen der Regionalverbände teilen sich nach einem mitgliederabhängigen Schlüssel auf die Regionalverbände Süd (51), West (29), Nord (24), Nordost (22) und Südwest (14) auf. Hinzu kommen die Ehrenmitglieder und die Mitglieder der Rechtsorgane, der Revisionsstelle und der Ausschüsse, die mit beratender Stimme teilnehmen.

Basis steht hinter Niersbach

Der designierte DFB-Präsident kann auf Unterstützung der Basis zählen. "Er kann sicher sein, dass er uns alle als loyale Partner aus dem Amateurbereich an seiner Seite hat", sagte Hermann Korfmacher, der 1. Vizepräsident Amateure: "Er wird mit breiter Brust in das Amt gehen können.

Auch aus dem Ligaverband war die Reaktion positiv. "Die Entscheidung in der Kandidatenfrage ist der richtige Weg, um schnellstmöglich zu klaren Verhältnissen zu kommen", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball.

Niersbach sei "als Mann des Ausgleichs bekannt, der stets die Interessen des gesamten Fußballs im Blick hat und großes Ansehen in allen Bereichen des DFB genießt. Er hat alle Qualitäten, den größten Fußball-Verband der Welt in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Ich werde meinen Kollegen aus dem Ligaverband empfehlen, Wolfgang Niersbach zu unterstützen."

"Es ist eine gute Entscheidung, dass Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident kandidiert. Ich freue mich auf die Fortsetzung unserer guten Zusammenarbeit unter neuen Vorzeichen. Er ist ein Teamplayer mit großer Erfahrung und angenehmem Führungsstil. Ich bin sicher, dass er auch in der neuen Rolle einen engen Draht zur Nationalmannschaft halten und unsere Arbeit optimal unterstützen wird", kommentierte Bundestrainer Joachim Löw die Entscheidung.

Quelle: DAPD

 
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