Nationalspieler trifft im "Clasico" die Latte: Özil fehlen wenige Zentimeter zum Glück
zuletzt aktualisiert: 26.01.2012 - 10:26Barcelona (RPO). Mit hängendem Kopf verließt Mesut Özil um kurz vor Mitternacht den Rasen des ehrwürdigen Camp Nou in Barcelona. Der deutsche Nationalspieler hat in den 90 Minuten zuvor gekämpft, gearbeitet und seine bisher beste Leistung im "Clasico" gezeigt. Am Ende zog Özil mit Real gegen den FC Barcelona aber einmal mehr den Kürzeren. Dabei hätte Özil beinahe die Wende eingeleitet.
Es läuft die 28. Spielminute im Rückspiel des spanischen Pokals zwischen Barcelona und Real. Özil hat auf der rechten Angriffsseite den Ball, zieht mit einer Körpertäuschung gegen drei Barca-Spieler nach innen und schießt mit seinem starken linken Fuß. Der Ball fliegt in gerader Linie auf das Tor der Katalanen und klatscht gegen die Unterkante der Latte und von dort aus ins Feld zurück. Ein paar Millimeter fehlten Özil, um die "Königlichen" im "Clasico" in Führung zu bringen.
Pech für den Nationalspieler, Pech für Real, das in Barcelona eine starke Leistung zeigte und den Champions-League-Sieger mit gutem Pressing unter Druck setzte. Kurz vor der Pause aber schlägt Barcelona zu. Nach einer tollen Einzelaktion von Superstar Lionel Messi, der mit einem Traumpass auf Pedro die Führung der Hausherren in Weltklassemanier vorbereitete (43.), stellte Barca das Spiel ein wenig auf den Kopf. Mit dem Pausenpfiff erhöhte Dani Alves per Traumtor in den Winkel gar auf 2:0.
Doch Real gab sich nicht auf, spielte auch in der 2. Halbzeit weiter mutig nach vorne. Belohnt wurde die Mannschaft von Startrainer Jose Mourinho mit dem Anschlusstreffer durch Cristiano Ronaldo, vorbereitet durch Özil (68.). Als Karim Benzema nur vier Minuten später den Ausgleich erzielte, war das totgeglaubte Real plötzlich wieder da. In einer emotionalen und hektischen Schlussphase aber schaffte Madrid keinen weiteren Treffer und schied mit dem 2:2 am Ende aus, da Barcelona das Hinspiel in Madrid vor einer Woche mit 2:1 gewonnen hatte. Kein Happy End für Özil, der an vielen Offensiv-Aktionen seiner Mannschaft beteiligt war und stark aufspielte.
Buhmann Pepe in der Startelf
Mourinho, bei dem sich Gerüchte um einen Abschied am Saisonende hartnäckig halten, bot neben Özil auch den umstrittenen Pepe in der Startelf auf. Der Portugiese hatte im Hinspiel durch ein böses Foul gegen Weltfußballer Lionel Messi für Empörung gesorgt. Vom spanischen Verband war er nur verwarnt worden, ein in Barcelona lebendes Deutsches Barca-Mitglied zeigte ihn allerdings ein.
Durch ein elfmeterreifes Foul und eine Schwalbe zog sich der Abwehrspieler in der ersten Halbzeit weiteren Unmut der Barca-Fans unter den 98.772 Zuschauern im ausverkauften Camp Nou zu und wurde bei jedem Ballkontakt gnadenlos ausgepfiffen.
Der zweite deutsche Nationalspieler Sami Khedira fehlte auch in Barcelona wegen einer Außenbanddehnung im Sprunggelenk, die früheren Bundesliga-Profis Nuri Sahin und Hamit Altintop saßen bei Anpfiff nur auf der Bank.
In der 54. Minute wurde Real noch ein möglicherweise reguläres Tor wegen angeblichen Foulspiels aberkannt, eine Viertelstunde traf dann Ronaldo doch. Benzemas Ausgleich sorgte dann endgültig wieder für Spannung. Am Ende gab es für Özil und Real aber die nächste Enttäuschung im "Clasico".
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