Uefa-Pokal-Blamage für Schalke 04: Peinliches Aus gegen Krakau
zuletzt aktualisiert: 10.12.2002 - 19:26Gelsenkirchen (rpo). In beiden Spielen gab es Chancen für drei Spiele. Doch Schalke war einfach nicht clever genug, um gegen Wisla Krakau weiter zu kommen. Im Rückspiel gab es am Ende sogar eine bittere Pleite.
Mit einer indiskutablen Vorstellung hat sich der FC Schalke 04 sechs Tage nach dem Aus im DFB-Pokal auch aus dem UEFA-Cup verabschiedet. War die Niederlage im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern München noch unglücklich, so war das 1:4 (1:1) gegen Wisla Krakau eine Blamage, zumal die "Königsblauen" mit aller Macht im internationalen Wettbewerb überwintern wollten. Die Führung der Polen durch Maciej Zurawski (40.), der in der Liga schon 15 Mal traf, konnte der Pole Tomasz Hajto zwei Minuten später ausgleichen. Doch die Treffer des Nigerianers Kalu Uche (50.), abermals Zurawski (85.) und Kamil Kosowski (90.) bedeuteten vor 50 830 Zuschauern am Dienstag das Drittrunden-Aus des UEFA-Cup-Gewinners von 1997.
Krakau erzielte mehr Tore, als die Schalker in den vorangegangenen 13 Europacup-Heimpartien hinnehmen mussten. Ausschlaggebend für das Ausscheiden war freilich nicht das Spiel in der Arena "AufSchalke", sondern das Hinspiel, in dem die "Königsblauen" elf hochkarätige Chancen versiebt hatten und sich mit einem 1:1 begnügen mussten.
Trainer Frank Neubarth bewies viel Mut zur Offensive. Auf 0:0 zu spielen, kam für ihn nicht in Frage. "Darauf können wir uns nicht verlassen", sagte er und durfte sich über die Rückkehr von Jörg Böhme und Nico van Kerckhoven freuen. Der Belgier machte nach seiner schlimmen Knieverletzung sein erstes Saisonspiel von Beginn an.
Der Mut zur Offensive sollte sich allerdings nicht lohnen. Statt Chancen vor des Gegners Tor, gab es brenzlige Situationen zu Hauf vor dem Gehäuse von Frank Rost, der Schlimmeres verhinderte. So schon in der 17. Minute, als er Krakaus Kapitän Kosowski gerade noch stoppen konnte. In der 40. Minute war auch Rost machtlos. Eine Flanke Kosowskis verwertete Zurawski zur verdienten Führung.
Schalke hätte durch Emile Mpenza, der mit einem Abseitstor die bis dahin einzige aufregende Situation der Gastgeber hervorgerufen hatte, mit etwas Glück sofort ausgleichen können. So dauerte es bis zur 42. Minute, ehe Hajto gegen seine Landsleute traf. Jop hatte sich beim Versuch, den Ball wegzuköpfen, reichlich ungeschickt angestellt.
"Das wird noch ein hartes Stück Arbeit", sagte Manager Rudi Assauer und sein Blick verriet, wie schwarz er insgeheim sah. Dabei schienen ihn die Schalker gleich Lügen strafen zu wollen. Doch Ebbe Sand und Christian Poulsen schafften die Führung nicht. Die gelang Uche in der 50. Minute - und wieder leistete Kosowski die Vorarbeit.
Der beste Pole sorgte auch danach für viel Wirbel vor dem Schalker Tor. Die beste Chance zur Vorentscheidung aber hatte Zurawski (61.). Neubarth setzte in der letzten halben Stunde zwar alles auf eine Karte, aber auch die Einwechslung von Victor Agali, Marc Wilmots und Mike Hanke brachte nichts mehr. Stattdessen trafen die Polen noch zwei Mal.
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