Elber will in die Wärme: Pizzaro-Wechsel perfekt
zuletzt aktualisiert: 04.06.2001 - 18:40München (rpo). Der Transfer von Claudio Pizarro zu Bayern München ist perfekt. Der Fußballprofi verlässt den SV Werder für eine Ablösesumme von rund 15 Millionen Mark. Dies gab Bremens Sportdirektor Klaus Allofs am Pfingstmontag bekannt.
Laut Allofs hatten sich auch spanische Spitzenvereine um den Peruaner bemüht. Weil Real Madrid und der FC Barcelona sich in den letzten Tagen aber anderweitig umgesehen hatten, habe sich Pizarro für die Bayern entschieden. Bisher hat Champions-League-Gewinner Bayern München für die kommende Saison in Pablo Thiam, der ablösefrei vom VfB Stuttgart kommt, sowie Niko Kovac (Hamburger SV/11,5 Millionen Mark) und Robert Kovac (Bayer Leverkusen/15) drei neue Spieler verpflichtet.
Derzeit ist Pizarro in seiner Heimat mit der peruanischen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation im Einsatz. Sein Vater und sein Berater hatten in den vergangenen Wochen versucht, mit einem Verhandlungspoker den Preis für den Stürmer in die Höhe zu treiben. Beim Wechsel zum FC Bayern wird deshalb neben der Ablösesumme noch ein Handgeld in Millionenhöhe für Pizarro herausspringen. Bisher hatte Champions-League-Gewinner
Bayern-Torjäger Giovane Elber nannte den möglichen Pizarro- Transfer in einem Beitrag auf seiner Internet-Homepage (www.icons.com) eine "tolle Sache". Ob der Wechsel des Peruaners seine eigene Situation ändern würde, könne er nicht sagen. "Möglich ist alles: Ich kann mit Claudio zusammen spielen, vielleicht aber ersetzt er mich auch. Ich weiß es nicht. Alles hängt nun vom Verein ab", so Elber.
Trotz des Vetos der Vereinsverantwortlichen bekräftigte der Brasilianer erneut, den FC Bayern verlassen zu wollen. "In erster Linie aus familiären Gründen, meine Familie wünscht sich mehr Wärme. Für einen Brasilianer ist es doch ziemlich kalt in Deutschland", begründete er seine Überlegungen. Der Gewinn der Champions League spiele keine Rolle dabei, so Elber: "Wir können schließlich auch nach diesem Riesenerfolg weiterhin Erfolg haben."
Er wolle Bayern-Manager Uli Hoeneß anrufen und "besprechen, wie es weiter geht. Und dann wird es eine Entscheidung geben". Bei der letzten gemeinsamen Reise nach New York habe er keine Zeit gehabt, mit Hoeneß zu sprechen. "Ich habe die meiste Zeit geschlafen oder war einkaufen. Genauso wie unser Manager." Hoeneß und Trainer Ottmar Hitzfeld hatten den Wechselplänen des Südamerikaners bereits eine klare Absage erteilt.
Er wisse, dass er in München noch einen Vertrag bis 2004 habe. "Ich kann nicht einfach mir nichts dir nichts weg gehen", meinte der 28-Jährige. Der FC Bayern müsse Zeit haben, Ersatz für ihn zu finden. "Ein brasilianisches Sprichwort besagt: Ich kann nicht auf den Teller spucken, von dem ich drei Jahre lang gegessen habe. So empfinde auch ich." Er hätte auch kein Problem damit, noch ein oder zwei Jahre bei den Bayern zu bleiben. Aber er wolle noch bei einem anderen Verein in einem anderen Land spielen. "Meine Karriere will ich nicht in München beenden", so der Brasilianer.
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