Damen: 1. FFC Frankfurt gegen Sportfreunde Siegen: Pokalfinale der Höhepunkt des Jahres
zuletzt aktualisiert: 06.05.2000 - 14:56Berlin (sid). Auch wenn es für viele Fußball-Fans nur das "kleine" Finale ist, für die Spielerinnen vom 1. FFC Frankfurt und den Sportfreunden Siegen ist und bleibt das DFB-Pokalendspiel das Nonplusultra in der Saison. "Im Frauenfußball gibt es nichts Vergleichbares. Das Cupfinale in Berlin ist das faszinierendste Ereignis des Jahres", fasste Rekordnationalspielerin Doris Fitschen (128 Länderspiele) vom FFC zusammen. In der Frauen-Bundesliga kicken die Mannschaften im Schnitt vor 500 Zuschauern, im Olympiastadion wird vor großer Live-Kulisse und Millionen von Zuschauern vor den Fernsehgeräten gespielt.
"Das große Saisonziel ist mit der Teilnahme am Pokalendspiel erreicht", stufte Manager Siegfried Dietrich von Cupverteidiger Frankfurt das 20. Endspiel der Frauen ein. Aber jetzt steht nicht mehr der Weg nach Berlin im Vordergrund. "Wir sind nach Berlin gekommen, um zu gewinnen. Ich glaube die Chancen sind gleich verteilt", meinte Siegens Spielertrainerin Claudia Klein.
Die Einmaligkeit des Finals brachte sogar die 33-jährige Heidi Mohr dazu, ihr Karriereende noch einmal zu überdenken. "In der Ehrenloge den Pokal abzuholen, dass wäre die Krönung", sagte "Europas Fußballerin des Jahrhunderts".
So ließ sich die mit 84 Treffern in 104 Auftritten im Nationaltrikot erfolgreichste Torjägerin von der Frankfurter Trainerin Monika Staab mit den Worten überreden: "Bei uns kannst du das Olympiastadion live erleben." Da tritt die für Meister Frankfurt bereits an der FCR Duisburg verlorene Meisterschaft beinahe in den Hintergrund.
Für die Siegenerinnen wäre ein Finalerfolg bereits der sechste Triumph (Vorgängerverein TSV Siegen holte fünf Titel), womit die Mannschaft aus Westfalen als neuer Rekord-Pokalsieger in die Annalen eingehen würde. "Siegen heißt gewinnen" hat die Mannschaft um Nationaltorhüterin Silke Rottenberg als Motto ausgegeben. Allerdings muss Spielertrainerin Claudia Klein auf Abwehrchefin Andrea Euteneuer verzichten. Dagegen kann Frankfurt auch auf die lange angeschlagenen Doris Fitschen, Pia und Tina Wunderlich zurückgreifen.
Aber auch in finanzieller Hinsicht lässt sich die Bedeutung des Finaleinzugs für die Teams gar nicht hoch genug bewerten. Neben den 100.000 Mark vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) haben die Hessinnen durch einen Extra-Trikotsponsorenvertrag ein Zubrot ausgehandelt, dass ihnen Investitionen für die Zukunft ermöglicht. So wechselt Nationalspielerin Sandra Minnert ausgerechnet vom Finalgegner Siegen an den Main.
"Durch die Extraeinnahmen können wir auch in Zukunft voll angreifen", betonte Manager Dietrich. Bei Siegen sichern die Einnahmen sogar rund die Hälfte des Saisonetats für die kommende Spielzeit. "Das Finale in Berlin ist wie ein Sechser im Lotto. So ist die Existenz der Abteilung gesichert", erklärte Siegens Präsident Manfred Utsch.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Frankfurt: Wissink - Fitschen - Obermeier, Yamaki, Zorn - Künzer, Lingor, T. Wunderlich - Prinz - Mohr, Meier
Siegen: Rottenberg - Jung - Eutener, Fülöp, Minnert - Hansen, Sefron, Sörensen, Alfes - Meyer, Pedersen
Schiedsrichterin: Monica Fornacon (Stöckse)
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