Vorstand holt Trainer zurück und nimmt den Hut: Posse beim FCR Duisburg
zuletzt aktualisiert: 20.11.2001 - 20:13Duisburg (rpo). Nur einen Tag nach der Entlassung von Trainer Jürgen Krust hat der Vorstand des Frauen-Fußball-Bundesligisten FCR Duisburg den 58-Jährigen wieder eingestellt und ist anschließend komplett zurückgetreten. Die Mannschaft und der Aufsichtsrat hatten die Verantwortlichen scharf kritisiert.
"Alle Vorwürfe gegen Krust wurden widerlegt", erklärte FCR-Vorsitzender Dieter Tiede zunächst die "Rolle rückwärts" im Trainergerangel, um dann mit der gesamten Vorstandsmannschaft den Rücktritt zu beschließen.
Die Fronten zwischen Vorstand und Aufsichtsrat wurden durch die Entlassung Krusts beim im Juni dieses Jahres aus dem FCR Duisburg 1955 hervorgegangenen Verein weiter verhärtet. "Das Verhalten des Vorstandes ist vereinsschädigend hoch drei", sagte Aufsichtsratsboss Knut Baak.
Auch Teile der Mannschaft hatten den Vorstand scharf kritisiert. "Nicht einmal der Mannschaftsrat wurde gefragt. Wir sind bitter enttäuscht", erklärte Spielführerin und Ex-Nationalspielerin Martina Voss. Als erste Reaktion hatten die Duisburgerinnen nach der Entlassung sogar einen Boykott für das Bundesliga-Spitzenspiel am Samstag beim deutschen Meister und DFB-Pokalsieger 1. FFC Frankfurt in Erwägung gezogen.
Die Entlassung mit sofortiger Wirkung war Krust am vergangenen Sonntag beim Spiel der zweiten Mannschaft in einem Brief mitgeteilt worden. Daraufhin hatte Krust rechtliche Schritte angekündigt, ehe Krust wieder eingestellt wurde und der Vorstand geschlossen zurücktrat. Krust ist seit vier Jahren als Trainer in Duisburg tätig. 1998 führte er den aktuellen Tabellenvierten zum DFB-Pokalsieg, im vergangenen Jahr zur deutschen Meisterschaft.
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