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Neues Musikvideo
Rapper erklärt DFB den Krieg

Düsseldorf. In einem neuen Musikvideo ruft der Herner Rapper M.I.K.I zum Krieg gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf. Seiner Wut auf den DFB macht der Rapper mit drastischen Beschimpfungen und bedrohlich wirkenden Szenen Luft. 

"Fußball unser Leben, diese Liebe bleibt besteh'n, deshalb zieh'n wir in die Schlacht und schrei'n 'Krieg dem DFB'" – so lautet der Refrain des neuen Songs von Rapper M.I.K.I, den er am Freitag bei Youtube veröffentlichte. Im Hintergrund brennen bengalische Fackeln, Vermummte halten ein Banner mit der Aufschrift "Ihr macht unseren Sport kaputt" hoch. Eine Szenerie, die an Gewalt aus der Hooligan-Szene erinnert. 

Mit diesem Song unterstützt M.I.K.I die Protestaktion der Fans von Dynamo Dresden, die dem Verband im Mai beim Auswärtsspiel in Karlsruhe den Krieg erklärten. Damals waren Dresdner Ultras in Tarnfleck-Shirts zum Wildpark-Stadion gezogen. "Es war nicht nur eine Aktion – Es ist eine Bewegung", schreiben die Macher unter das Video. "Es reicht langsam! Der Bogen ist überspannt! Hört auf unseren Volkssport Fußball zu zerstören und hört endlich auf uns Fußballfans zu ignorieren! Wenn ihr uns schon kein Gehör schenkt, müssen wir halt diese Schiene fahren! Wir sind gesprächsbereit, doch es bringt nix mit einer Wand zu reden! Fußball ist keine Geldmaschine für irgendwelche gierigen Affen, sondern unser Leben und dafür werden wir kämpfen", heißt es weiter.

In dem Song selbst werden viele Themen angesprochen und kritisiert. Beispielsweise spricht sich M.I.K.I deutlich gegen Kollektivstrafen für Fans aus, prangert die geplanten Regeländerungen an und kritisiert die "Verdrängung von Traditionsvereinen durch Retortenklubs". In dem Video ist zu sehen, wie ein Funktionär eine Dose Red Bull trinkt. Damit schießt M.I.K.I gegen das von den Ultras verhasste Projekt RB Leipzig. Auch der FC Bayern München bekommt sein Fett weg, als in einer Szene ein Schreiben des Rekordmeisters verbrannt wird.

Auch zwei Spieler werden namentlich genannt: Timo Werner und Mario Götze. Werner, Torschützenkönig beim Confed Cup in Russland, wird für seine Schwalbe im Spiel gegen Schalke 04 in der vergangenen Saison kritisiert. "Tradition stirbt aus, außer wenn sie ihren Arsch verkaufen. Für das Geld für'n Durschnittskicker konntest du mal Stars von kaufen. Und wir gucken zu, wie sie dort mit Geld werfen, soll ein Timo Werner echt für meinen Sohn ein Held werden", heißen die passenden Textzeilen. Gespart wird auch nicht mit der Kritik an den Geschäften des DFB mit dem fernen Osten und vor allem der Entscheidung, die chinesische U20-Nationalmannschaft in der kommenden Saison in der Regionalliga Südwest antreten zu lassen. "Die kompletten Einnahmen werden für weitere Protestaktionen gespendet!(...) So schnell kriegt man uns nicht klein", heißt es in der Beschreibung weiter. 

Anm. d. Red.: Wir haben den Text im Nachhinein angepasst, um deutlicher zu machen, dass das Video bedrohlich wirkende Szenen und drastische Beschimpfungen enthält. 

(seeg)
 
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