1. Bundesliga 17/18
| 11.45 Uhr

Leipzig freut sich auf Europa
Hasenhüttl will Barca und paukt bereits Englisch

Das ist Ralph Hasenhüttl
Das ist Ralph Hasenhüttl FOTO: afp
Leipzig/Berlin. Leipzig fiebert der Auslosung in der Champions League entgegen. RB hat keine Angst vor großen Namen – ganz im Gegenteil.

Beim Training am Donnerstag werden die Spieler von RB Leipzig etwas aufgeregter sein als sonst. Denn im Anschluss versammelt sich das Team um 18.00 Uhr vor dem Fernseher, um gebannt die Auslosung in der Champions League in Monaco zu verfolgen. Viele Leipziger werden dem Beispiel der Profis folgen - die Europacup-Euphorie nach 29 Jahren Abstinenz ist in der Messestadt deutlich zu spüren.

Fansachen mit der Aufschrift "Leipzsch goes Europe" werden sich in den kommenden Tagen noch besser verkaufen, denn auf RB wartet eine "Hammer-Gruppe". Als Neuling auf europäischer Bühne ist der erst 2009 gegründete Klub in Lostopf vier gesetzt, damit drohen schon vor der K.o.-Runde Topgegner. Aber was heißt drohen? Die Leipziger wollen die Großen - und sie wollen sie schlagen.

"Je stärker, desto besser", sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl, der persönlich ein Wunschspiel hat: "Im Camp Nou in Barcelona!" Vor 24 Jahren lief er dort als Mittelstürmer von Austria Wien im Landesmeister-Wettbewerb auf, er vergab zwei Großchancen und will dieses Bild als Trainer unbedingt geraderücken. "Ich war einfach nicht gut genug. Danach musste ich mir einiges anhören. Von wegen Chancentod und so. Das war heftig", sagte Hasenhüttl der Bild-Zeitung.

Hasenhüttl bereitet sich vor

Für die Auftritte in der Königsklasse dürfte der Österreicher den Trainingsanzug gegen einen edlen Zwirn tauschen, und Hasenhüttl hat für die internationalen Termine Sprachnachhilfe genommen. "Ich feile an meinem Englisch. Ich muss jetzt mehr Interviews auf Englisch geben", sagte der 50-Jährige der Sport Bild: "Das gehört für mich dazu wie taktische Weiterbildungen."

Taktisch will Hasenhüttl auch in der Champions League auf den typischen Überfallfußball setzen. Timo Werner und Co. sollen die Königsklasse rocken so wie in der vergangenen Saison die Bundesliga. "Wir werden auf interessante Mannschaften treffen und haben bei unserer ersten Teilnahme nicht den Druck, die Champions League gewinnen zu müssen", sagte Hasenhüttl.

Manche Fans und auch Experten meinen jedoch, RB Leipzig habe in der Champions League nichts zu suchen. Die Uefa erteilte dem Klub zwar nach Prüfung der Unterlagen die Spielgenehmigung, doch Zweifel ob der tatsächlichen und ausreichenden Trennung vom Schwesterklub Red Bull Salzburg bleiben.

Auch der Anteil von Firmenboss Dietrich Mateschitz am Gesamtetat, der offiziell nicht mehr als ein Drittel betragen darf, wird kritisch hinterfragt. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick versichert, der Klub halte sich strikt an die Regeln. "Ich gehe davon aus, dass das Financial Fair Play eine Vorgabe der Uefa ist und nicht nur ein Vorschlag", sagte Rangnick bei Sport1.

In Leipzig ist das kein großes Thema mehr, hier freuen sich die Fans auf rauschende Fußballnächte unter Flutlicht. Beim bislang letzten Europacupspiel in der Messestadt am 26. Okrtober 1988 empfing Lok Leipzig den SSC Neapel mit Superstar Diego Maradona. Demnächst könnten Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo in Leipzig aufschlagen.

(seeg/sid)
 
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