1. Bundesliga 17/18
| 12.26 Uhr

Transferzoff eskaliert
Forsberg-Berater beschimpft Leipzig-Boss als arrogant

RB Leipzig: Berater von Emil Forsberg beschimpft Oliver Mintzlaff
Emil Forsberg schwärmt vom AC Mailand. FOTO: dpa, hsc hak
Leipzig. Der Ärger um den schwedischen Nationalspieler Emil Forsberg von Vizemeister RB Leipzig nimmt immer schärfere Züge an. Nach dem Machtwort von Geschäftsführer Oliver Mintzlaff mit Verweis auf die Vertragslaufzeit von Forsberg (bis 2022) konterte nun dessen Berater.

Im Urlaub versucht Emil Forsberg gerade, sein Handicap auf dem Golfplatz zu verbessern. Doch der Schwede spielt in der Bundesliga-Pause auch noch ein anderes Spiel, eine Art "Wechsel-Ping-Pong" mit seinem Arbeitgeber RB Leipzig: Forsberg will weg, der Klub sagt nein. Forsberg will noch drängender weg, der Klub sagt noch erbitterter nein. So geht das nun schon seit Wochen. Ein bekanntes Spiel, das für beide Seiten gefährlich ist.

Der beste Vorbereiter der abgelaufenen Bundesligasaison (22 Vorlagen) und sein Berater greifen bei ihren Bemühungen zu altbewährten Mitteln. Die Reaktion von RB lässt nie lange auf sich warten, sie ist im Kern immer gleich ("unverkäuflich"), aber auch hier wird der Ton zunehmend schärfer. "Falls der Berater vergessen hat, wie lange Emil bei uns Vertrag hat, dann werden wir ihm schnell eine entsprechende Kopie zusenden können", sagt Geschäftsführer Oliver Mintzlaff mit unverhohlenem Sarkasmus.

"So eine arrogante Art habe ich noch nie erlebt", entgegnete Hasan Cetinkaya in der "Bild". Natürlich weiß Forsbergs Berater, dass sein Klient erst im Februar seinen Vertrag bis 2022 verlängert hat - inklusive einer satten Gehaltsaufstockung. Und er weiß auch, dass der von ihm mit ausverhandelte Vertrag keine Ausstiegsklausel beinhaltet.

"Sie müssen damit leben, dass sie Emils Träume zerstören"

Ein lukrativer Wechsel zum FC Liverpool mit Teammanager Jürgen Klopp oder zum AC Mailand, von dem Forsberg in aller Öffentlichkeit schwärmte ("Einer der größten Klubs der Welt"), scheitert am kategorischen Nein des deutschen Vizemeisters. "Sie müssen damit leben, dass sie Emils Träume zerstören", sagte Cetinkaya der schwedischen Zeitung "Aftonbladet": "Es gibt Interesse von den größten Vereinen der Welt, aber ich habe ihnen mitgeteilt, dass daraus nichts wird."

Ob die Forsberg-Seite ihre Wechselambitionen wirklich einstellt, bleibt abzuwarten. Dass Cetinkaya abwertend über den für 14 Millionen Euro verpflichteten Portugiesen Bruma spricht, der auf Forsberg Position spielen könnte ("Ein Spieler, über den sein ehemaliger Trainer nichts Gutes sagt"), gibt zu denken.

Und ein letztes Druckmittel hätten sie noch in der Hinterhand: Sollte Forsberg am 11. Juli verärgert, ja vielleicht sogar lustlos zum Training erscheinen, könnte RB bei einem sehr guten Angebot vielleicht doch noch ins Grübeln geraten. Noch aber gilt die klare Aussage von Mintzlaff und RB-Sportdirektor Ralf Rangnick: "Wir werden keinen Leistungsträger abgeben."

Forsbergs Sinneswandel sorgt klubintern für Kopfschütteln. Nach seiner Vertragsverlängerung hatte der 25-Jährige noch geschwärmt, wie gut ihm und seiner Ehefrau Shanga das Projekt RB und die Stadt Leipzig gefallen würden. Das Abenteuer Champions League hätte den Spielmacher eigentlich noch enger an den Klub binden sollen. Doch das Gegenteil scheint der Fall, Mitte Juni sprach Forsberg sogar schon in der Vergangenheitsform von RB: "Ich hatte eine fantastische Zeit in Leipzig."

Mit solchen Sätzen büßt der blonde Schwede an Beliebtheit bei den Fans ein, auch im Team dürfte das Theater schlecht ankommen. Sollte er bleiben, wird der Druck für Forsberg deutlich größer. Ein unzufriedener Schlüsselspieler ist Gift für jede Mannschaft. Beide Seiten sollten also eigentlich Interesse daran haben, das "Wechsel-Ping-Pong" zu beenden.

(sid)
 
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