1. Bundesliga 16/17
| 13.43 Uhr

Rasanter Bayern-Jäger
Lauf, Leipzig, lauf!

So nah waren die Verfolger an den Bayern dran
So nah waren die Verfolger an den Bayern dran FOTO: afp
Leipzig. FC Bayern 24 Punkte, RB Leipzig 24 Punkte. Der Aufsteiger rückt dem Rekordmeister auf die Pelle. Fußballerisch steht alles unter dem Motto: Tempo, Tempo, Tempo.

Trainer Ralph Hasenhüttl und seine Spieler sind stolz, aber nicht übermütig. "Für uns ist es wichtig, dass wir sehen, wo wir noch Defizite haben. Wir spielen noch lange nicht wie eine Spitzenmannschaft", betonte der Coach.

Zehn Spiele ohne Niederlage in der Bundesliga sind jedoch die Ausbeute einer Spitzenmannschaft, die mit ihrer druckvollen und schnellen Spielweise wie vor allem in der ersten Hälfte beim 3:1-Sieg gegen den FSV Mainz begeistert. Ähnlich rasant wie die Spielweise war auch der Aufstieg von der Oberliga in die Bundesliga.

Der Weg in die Bundesliga

Im Mai 2009 wurde RB Leipzig gegründet. RB steht – zumindest offiziell – nicht für Sponsor Red Bull, sondern für RasenBallsport. 2010 feiert RB als Oberligameister den ersten Aufstieg. 2013 folgt der nächste Schritt als Regionalligameister. Ein Jahr später reicht Platz zwei in der dritten für den Sprung in die zweite Liga. 2016 steigt RB als Zweiter in der zweiten Liga ins Oberbaus auf. "Doch unser Weg ist noch lange nicht zu Ende, denn wir wollen dem Fußball in dieser so sportbegeisterten Stadt nun auch im Oberhaus den Stellenwert geben, den Leipzig und den die Region verdient hat", schreiben die Leipziger auf ihrer Vereins-Homepage.

Klub-Mäzen Dietrich Mateschitz pumpte seit der Vereinsgründung 2009 viele Brause-Millionen in den Verein. So konnten vor der Saison rund 50 Millionen Euro in neue Spieler investiert werden. Für einen Aufsteiger eher ungewöhnlich.

Bester Start eines Neulings

Start mit einem Remis in Hoffenheim, Sieg zuhause gegen Dortmund und in Hamburg. Dann Unentschieden daheim gegen Möchengladbach und in Köln. Seitdem fünf Siege in Serie: Die Gegner Augsburg, Wolfsburg, Bremen, Darmstadt und Mainz. Besser startete noch nie ein Neuling, zehn Mal ohne Niederlage blieb nur ein Verein, das war Duisburg 1993. Der MSV siegte dabei allerdings nur viermal und spielte sechsmal remis.

Flexibler Tempo-Fußball

"Wir wollen immer Gas geben", sagt Angreifer Emil Forsberg: "Das ist unser Spiel. Wir wissen, dass wir in jedem Training und jedem Spiel alles geben müssen." Möglich ist das nur, weil der Kader so ausgeglichen besetzt ist, dass Einwechselspieler mehr als Alternativen sind. Haben sich Spieler aus der Anfangsformation müde gerannt, kommt Ersatz, der im vorangegangenen Spiel womöglich noch in der ersten Elf stand.

Von den bisherigen zehn Gegnern konnte sich noch keiner auf die mitreißende Hochdruck-Spielweise der RB-Profis einstellen. Zu flexibel stellt Hasenhüttl seinen Kader ein und die ersten Elf auf. "Wir haben in den Monaten gezeigt, dass wir viele Facetten in unserem Spiel haben", meint Dominik Kaiser.

Understatement – aber die Spitze winkt

Dass der FC Bayern RB Leipzig längst mehr als nur wahrgenommen hat, zeigten die Sticheleien von Uli Hoeneß in der vergangenen Woche. Schon mit einem Remis am nächsten Spieltag können die Leipziger die Bayern zumindest für einige Stunden von der Spitze verdrängen, RB tritt schon am Freitag nach der Länderspielpause bei Bayer 04 Leverkusen an, Bayern einen Tag danach zum deutschen Klassiker bei Borussia Dortmund.

"Ich glaube, dass den Bayern über die gesamte Saison gesehen gar keiner gefährlich werden wird", meinte Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick allerdings. "Solange sie ihr Ding weiter durchziehen, wird das nicht passieren. Für uns ist wichtig, dass wir unser Ding weiter durchziehen."

(areh/dpa/sid)
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