1. Bundesliga 16/17
| 10.45 Uhr

Bundesliga-Premiere
Die Vorfreude in Leipzig kennt keine Grenzen

Ralph Hasenhüttl als Leipzig-Trainer vorgestellt
Ralph Hasenhüttl als Leipzig-Trainer vorgestellt FOTO: dpa, woi nic
Leipzig. RB Leipzig hat das erste große Ziel erreicht und startet am Sonntag erstmals in der Bundesliga. Der Aufsteiger setzt bewusst auf Zurückhaltung.

Fußballromantiker hätten sicher liebend gerne noch länger auf RB Leipzig verzichtet, doch vor ihrer Bundesliga-Premiere kennt die Vorfreude beim finanzstarken Emporkömmling keine Grenzen. "Es wurden viele Opfer gebracht, um hierhin zu kommen. Jetzt will man diese Plattform auch nutzen", sagte Trainer Ralph Hasenhüttl: "Ich spüre, dass die Jungs von der Leine gelassen werden wollen!"

Nur sieben Jahre nach der Vereinsgründung tritt der vom österreichischen Brause-Milliardär Dietrich Mateschitz finanzierte Klub am Sonntag (17.30 Uhr/Live-Ticker) bei 1899 Hoffenheim erstmals in der Bundesliga an. Trotz großer finanzieller Möglichkeiten setzen Sportdirektor Ralf Rangnick und Co. nicht nur wegen des blamablen Ausscheidens im Pokal vor einer Woche bei Zweitligist Dynamo Dresden (4:5 i.E.) jedoch auf Zurückhaltung.

RasenBallsport wird nicht mit offenen Armen empfangen, denn für Fans im ganzen Land gelten die Sachsen als Sinnbild von Kommerz und damit als Feindbild. Laut Rangnick könne jedoch nichts und niemand RB vom eingeschlagenen Weg abbringen. Und so will die Mannschaft sportlich überzeugen und möglichst schnell den Klassenerhalt schaffen.

Keine Stars, kein Problem

Nach dem Aufstieg aus der 2. Bundesliga wurden keine großen Stars verpflichtet, trotzdem sagte Hasenhüttl am Freitag: "Wir sind sehr wohl in der Lage, in der Bundesliga eine gute Rolle zu spielen. Wir haben zwar Respekt, aber keine Angst und wollen mit Mut in die Spiele gehen."

Auch wenn RB bei Außenseiter Dresden eine 2:0-Führung noch aus der Hand gab, ist Hasenhüttl davon überzeugt, dass "wir mit unserer Art und Weise Fußball zu spielen, jedem Gegner Probleme bereiten können". Wie schon in der Vorsaison unter Rangnick setzt das Team auf Geschwindigkeit, Pressing und viel Ballkontrolle.

Allerdings gibt es auch eine Menge Probleme: Kapitän Dominik Kaiser (Mittelfußprellung) ist angeschlagen, Lukas Klostermann fällt nach seinem Olympia-Einsatz mit muskulären Schwierigkeiten aus, und auch Naby Keita wird wegen Fußproblemen wohl nicht spielen können. Hinzu kommen die stockenden Transferverhandlungen.

Drei neue Spieler sollten nach dem Pokal-Aus kommen, doch noch ist kein einziger Vertrag unterschrieben. "Unruhig werde ich deswegen nicht. Ich traue mir jetzt schon zu, mit dieser Mannschaft eine gute Rolle zu spielen", sagte Hasenhüttl: "Für die Breite ist es aber notwendig, dass wir noch Leute dazu holen."

Nur Spieler unter 23

Die vereinsinternen Vorgaben machen die Suche besonders schwierig. RB sucht auf der einen Seite Spieler, die sofort weiterhelfen können, auf der anderen Seite dürfen diese aber nicht älter als 23 Jahre alt sein und ein Gehalt von maximal drei Millionen Euro pro Jahr verlangen. Der Transferetat von geschätzten 50 Millionen ist gerade erst zu etwas mehr als der Hälfte verbraucht.

"Es ist nicht anders als bei anderen Vereinen, das Gesamtpaket muss passen. Die Rahmenbedingungen müssen passen, das kann manchmal dauern", sagte Hasenhüttl und betonte: "Man kann sich sicher sein, dass wir nicht tatenlos zusehen, aber leider Gottes ist gerade noch kein Vollzug zu melden."

Rangnick arbeite weiter intensiv an Lösungen, fiebert dem Auftakt in Hoffenheim allerdings auch ganz besonders entgegen. Genau wie RB führte er die Kraichgauer in die Bundesliga und ist bis heute mit 166 Pflichtspielen Rekordtrainer von Hoffenheim. Auch Verteidiger Marvin Compper kehrt am Sonntag zurück: "Ich freue mich sehr darauf. Wir wollen gleich in der Bundesliga ankommen und uns von der ersten Minute an stark präsentieren."

(ems/sid)
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