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Fußball-Olympiasieger 1976
Reinhard Häfner stirbt mit 64 Jahren

Reinhard Häfner ist tot: Olympiasieger stirbt mit 64 Jahren
Reinhard Häfner bei einem Benefizspiel 2003. FOTO: dpa, hrad dna
Dresden. An seine Dribblings wird man sich auch in Jahren noch gern erinnern. Reinhard Häfner versetzte mit seinem Können die Fußball-Fans in Dresden und der gesamten DDR in einen Rausch. Jetzt ist der Olympiasieger gestorben.

Ein unwiderstehliches Solo von der Mittellinie und ein präziser Flachschuss ins rechte untere Toreck krönten die Karriere von Reinhard Häfner. Im olympischen Fußball-Finale 1976 in Montreal erzielte er in der 84. Minute das entscheidende 3:1 gegen Polen. Häfner setzte sich damit im DDR-Fußball ein Denkmal. In der Nacht zum Montag starb er 64-jährig in seiner Dresdner Wohnung. Sein Tod nach mehreren zum Teil schweren Krankheiten versetzte Familie, Freunde, Weggefährten und die Dresdner Fußball-Fans in tiefe Trauer.

"Das ist ein Schock. Beim Spiel gegen Stuttgart vor einer Woche habe ich noch im Stadion mit ihm gesprochen", sagte Häfners ehemaliger Mitspieler, Trainer und Chef Eduard Geyer. Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge trat am Montag mit zittriger Stimme und Tränen in den Augen vor die Presse. "Reinhard war für mich und den Verein etwas ganz Besonderes. Er hat sowohl als Spieler als auch als Trainer Großes für den Verein geleistet, war immer ein Kämpfer gegen alle Widrigkeiten. Ruhe in Frieden", sagte Häfners ehemaliger Teamkollege und Spieler.

Dynamo kündigte zu Ehren des Verstorbenen für das DFB-Pokalspiel gegen Arminia Bielefeld am Dienstag eine Schweigeminute an. Das Team wird mit Trauerflor auflaufen.

Häfner verkörperte einen Spielertypen, von den es in der DDR nur wenige gab. Technisch brillant, Spielübersicht und Cleverness zeichneten den gebürtigen Sonneberger aus. "Er war ein exzellenter Fußballer. Er war unglaublich schnell, ein sehr guter Torevorbereiter", urteilte Geyer. Aber auch ein hervorragender Elfmeterschütze. 391 DDR-Oberligaspiele für den FC Rot-Weiß Erfurt (25) und Dynamo Dresden zeugen von Häfners Ausnahme-Karriere.

Vier Meisterschaften mit Dynamo, dazu vier Pokalsiege rundeten neben dem Olympiasieg die sportliche Laufbahn des 58-fachen DDR-Nationalspielers ab. Noch während seiner aktiven Laufbahn erwarb er das Sportlehrer-Diplom. Unmittelbar nach seinem Karriereende 1988 stieg er in das Trainergeschäft ein. Er wurde zunächst Assistent von Geyer bei Dynamo, später sein Nachfolger als Cheftrainer. Häfner führte seinen Club 1990 zur letzten DDR-Meisterschaft und zum letzten DDR-Pokalsieg. Ein Jahr später stieg er mit Dynamo in die Bundesliga auf, wurde aber sofort nach Saisonende entlassen. Dafür wurde er mit Manageraufgaben betraut.

1993 verließ Häfner Dynamo und heuerte als Trainer beim Zweitligisten Chemnitzer FC an, den er zwei Jahre betreute. Später trainierte er noch unterklassige Vereine, unter anderen auch den Halleschen FC.
Häfner arbeitete als Sporttherapeut in einer ambulanten Dresdner Rehaklinik.

(dpa)
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