| 17.36 Uhr

DFB-Akademie
Rennbahn-Freunde drohen mit juristischen Schritten

Frankfurt/Main. Der Weg für den Bau der DFB-Akademie ist eigentlich frei - doch die Rennbahn-Befürworter drohen dem Verband mit weiteren Hürden. Trotz des formal gescheiterten Bürgerentscheids von Frankfurt wollen die Turf-Freunde nicht klein beigeben und kündigten rechtliche Schritte an.

Es werde jetzt "eine juristische Auseinandersetzung" um den Erhalt der Rennbahn geben, sagte Manfred Louven, der Präsident des Rennklubs Frankfurt, der Frankfurter Rundschau. Der frühere Mitbesitzer der Anlage, Manfred Hellwig, will offenbar die Übertragung seines 49-prozentigen Anteils an die Stadt rückgängig machen.

Frankfurts Sportdezernent Markus Frank bleibt trotzdem gelassen. "Um so einen Vertrag rückgängig zu machen, braucht man gute juristische Gründe", meinte Frank und fügte an: "Ich bin zuversichtlich, dass das nicht gemacht wird. Das Rennen ist zu Ende, jetzt muss Ruhe einkehren."

Auch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) glaubt Präsident Wolfgang Niersbach nicht an eine Schlammschlacht vor den Frankfurter Gerichten. Er gehe davon aus, dass die Rennbahn-Befürworter "die klare Entscheidung der Bürger" respektierten. "So wie wir es im umgekehrten Fall auch getan hätten", erklärte Niersbach.

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, der als Projektleiter der Akademie fungiert, will "die inhaltliche Konzeption" sowie "die Realisierung der innovativen Ideen" weiter konsequent vorantreiben und spricht von einem "Leuchtturmprojekt".

Viel Zeit bleibt allerdings nicht. Der von der Stadt akzeptierte Zeitplan ist eng. Am 1. Januar 2016 muss das Rennbahn-Gelände eigentlich geräumt sein und soll dann an den DFB übergeben werden. Im September 2015 will die Stadt über den Bebauungsplan informieren, der die DFB-Akademie und den angrenzenden öffentlichen Bürgerpark umfasst. Der DFB möchte 2018 in die neue Zentrale unweit des bisherigen Sitzes (2,5 Kilometer) umziehen.

Fast schon kurios mutete am Sonntagabend im Frankfurter Römer die konträre Interpretation des Abstimmungsergebnisses an. Während Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) von einer "krachenden Niederlage" der Rennbahn-Befürworter sprach und vor "juristischen Winkelzügen" warnte, sah das Rebekka Unrath ganz anders. "Wir sind der moralische Sieger. Das Ergebnis sollte dem DFB und dem Magistrat zu denken geben", sagte die Vorsitzende der Bürgerinitiative Pro Rennbahn bei Sky.

Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren und den vorläufigen Erhalt der Rennbahn sowie der angeschlossenen Neun-Loch-Golfanlage hätte es 124.389 Stimmen (mindestens 25 Prozent) gebraucht - erreicht wurde mit 62.900 Stimmen rund die Hälfte. Dagegen votierten 40.196 Personen.

Louven sieht sich gerade jetzt in der Pflicht und kündigte vor der internen Analyse am Montag weitere Schritte an: "Über 60.000 Menschen haben für die Rennbahn gestimmt. Und die können wir nicht im Stich lassen." Der Rennklub-Boss sprach sich für einen runden Tisch aus, an dem die Parteien doch noch zu einem Kompromiss kommen könnten. "Eine Ko-Existenz von DFB und Rennbahn ist möglich."

(sid)
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